Oö. Volksblatt: "Aufs Geld schauen" (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 7. August 2019

Linz (OTS) - Von der Hand zu weisen sind die Sorgen um das Bargeld nicht. Wer mit halbwegs offenen Augen durch die (Geschäfts-)Welt geht weiß, dass das Bezahlen mit der Karte am Vormarsch ist. Dem Handel ist das natürlich nicht unrecht, denn jedes Hantieren mit klimpernden Münzen kostet Zeit — und Zeit ist schließlich Geld. Der organisatorische Aufwand für das digitale Begleichen von Rechnungen ist, sieht man von Hard- und Software ab, wesentlich geringer als der Tausch Ware gegen Bargeld.
Andererseits: Lassen wir uns das Bargeld nehmen, stellen sich einige Sinnfragen. Was tun künftig die Tarockierer (oder andere Kartler), wenn sie kein Kleingeld mehr haben? Oder: Was füttere ich meinem Sparschwein, wenn das Bare ausgedient hat? Was drücke ich dem Kofferträger im Hotel in die Hand, nachdem er sich mit meinem Gepäck abgeschleppt hat? Wie belohnt die Oma das Enkerl für das tolle Zeugnis?
Im Ernst: Auch wenn die Digitalisierung von unserem Leben nicht fern gehalten werden kann (und auch nicht soll), muss sie unser Leben nicht zur Gänze dominieren. Das Bargeld ist ein Bereich, der auch analog einwandfrei funktioniert — auch wenn das für manche ein Anachronismus ist. Aber wir sollten im wahrsten Sinne des Wortes weiter auf unser Geld schauen.

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