Wunderbares Österreich: „Universum“ porträtiert Ötscher und Inn

Am 6. August ab 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Ob Bodensee oder Ausseerland, ob Lungau oder Wiener Prater, ob Ötscher, Inn, Wörthersee, die Nationalparks Kalkalpen, Neusiedler See, Eisenwurzen und Donau-Auen oder Arlberg – in zwölf eindrucksvollen Naturdokus made in Austria präsentiert die „Universum“-Serie „Wunderbares Österreich“ in diesem Sommer Österreich von seiner schönsten Seite. Seit Dienstag, dem 23. Juli 2019, stehen jeweils Dienstag um 20.15 Uhr bzw. 21.05 Uhr in ORF 2 heimische Naturjuwele im Mittelpunkt des „Universum“-Programms – am 6. August sind dies der Ötscher und der Inn.

„Ötscher – Im Reich des sanften Riesen“ (6. August, 20.15 Uhr in ORF 2)

Der Bergstock des Ötschers liegt am östlichen Rand der Alpen. Sein Gipfel ist keine 2.000 Meter hoch – und dennoch dominiert der Berg die ganze Region, eine Landschaft der Superlative: Hier gibt es nicht nur einen der kältesten Orte Österreichs und den dunkelsten Nachthimmel des Landes, hier ist mit den Ötschergräben auch Österreichs „Grand Canyon“ zu finden und der letzte große Urwald-Flecken. Regisseur Franz Hafner zeigt diese Naturwunder in seiner „Universum“-Dokumentation und erzählt, wie man heute versucht, in Einklang mit der Natur zu leben. Platz gibt es jedenfalls für alle, für Menschen wie für Wildtiere, und so könnte das Ötscherland zum Vorbild für die gesamten Alpen werden: ein Ort, an dem Menschen und Wildnis nebeneinander bestehen können. Der Film entstand als Koproduktion von ORF, Interspot Film und BR, gefördert von Fernsehfonds Austria, Kulturförderung Niederösterreich und Cinestyria.

Am Nordost-Rand der Alpen wacht ein markanter Berg über ein besonderes Land: der Ötscher, 1.893 Meter hoch. Der raue Kalkstock ist weithin sichtbar, sein Reich ist gekennzeichnet durch ausgedehnte Moore und dichte Wälder. Es ist ein Land mit unberührten Wildflüssen und mit einer faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt. Das Ötscherland ist dünn besiedelt, laute Städte, stark befahrene Straßen oder gar Autobahnen fehlen. Hier sind die Nächte noch dunkel und der Sternenhimmel ist klar wie kaum woanders in Mitteleuropa – ein seltenes Privileg im sonst von Lichtsmog verschmutzten Kontinent. Wenn Mitte April oben am rauen Gipfel noch strenger Winter herrscht, ist auf kleinen Waldlichtungen die Bühne für ein besonderes Spektakel bereitet: die Auerhahn-Balz. Jeder Hahn besetzt ein kleines Waldstück – von hier vertreibt er jeden Nebenbuhler, der ihm den Platz streitig machen will.

Moore sind uralte Seen, die im Laufe der Jahrtausende verlandeten, wie etwa das Rotmoos im steirischen Salzatal. Ein besonderes Ereignis findet am Rande des Rotmooses statt: Hier treffen einander jedes Jahr Ende Mai die Ringelnattern zur Paarung. Diese Unberührtheit und Abgelegenheit lockt aber auch viel seltenere Wildtiere hierher, u. a. einen jungen Fischotter. Auf der Suche nach einem freien Revier hat er dichte Wälder durchquert und ist über Bergrücken gewandert. Am Fuß des Ötschers kommt er zur Ruhe. Hier gibt es nicht nur genügend Fische, sondern auch Frösche – eine Lieblingsbeute des Otters. Deutlich seltener ist in den Wäldern rund um den Ötscher der Luchs anzutreffen. Einzelne Tiere durchstreifen dann und wann das Ötschergebiet, sie sind auf der Suche nach neuen Revieren. Die kleinen Wildbäche und Flussläufe mit ihrem sauerstoffreichen klaren Wasser voll kleiner Larven sind ein Paradies für Wasseramseln – auch wenn sie die kühlen Gewässer im Sommer oft mit Menschen teilen müssen: mit Abenteuer suchenden Raftern auf der Salza oder mit Abkühlung suchenden Wanderern in den prickelnd kühlen Gumpen des Ötscherbachs. Im Winter gehören die Ötschergräben aber wieder den Wildtieren. Wasseramseln findet man ganzjährig am Fluss. Und in manchen Jahren trifft man weit oben am Gipfel das legendäre Ötscher-Schneehuhn an, einen unscheinbaren Vogel: den Meister der Tarnung, der hier beinahe ebenso selten ist wie der Luchs. Hier, am Rand der Alpen, ist das Schneehuhn ein Mysterium: Nicht jedes Jahr sind die Schneehühner da. Nur wenn es in den Kerngebieten einen günstigen Sommer mit viel Nachwuchs gegeben hat, verschlägt es einzelne Vögel bis zum isolierten Ötscher-Gipfel.

90 Drehtage waren Regisseur Franz Hafner und sein Team für „Universum“ unterwegs, um die Naturwunder und die außergewöhnliche Landschaft rund um den Ötscher in eindrucksvollen Bildern einzufangen: „Ich habe am Beginn der Dreharbeiten gemeint, alles über das Ötschergebiet zu wissen. Dem war nicht so. Und genau das hat mich während der Arbeit an diesem Film fasziniert“, so Franz Hafner. „Auch wenn man glaubt, bereits alles zu kennen, rund um den Ötscher sollte man immer darauf vorbereitet sein, überrascht zu werden, Unbekanntes zu entdecken: eine Höhle mitten im Wald, die tief in den Berg führt, jahrhundertealte Baumriesen, Karstquellen, die anschwellen und vergehen, oder dass man, nach vielen Jahren vergeblicher Mühe, dann doch die geheimnisvollen Ötscher-Schneehühner findet. Dieser Berg überrascht immer wieder mit kleinen, feinen Sensationen. Man muss sich nur Zeit nehmen, sie zu finden.“

„Inn – Der grüne Fluss aus den Alpen“ (6. August, 21.05 Uhr, ORF 2)

Er ist ein Fluss mit vielen Gesichtern und vielen Geschichten: der Inn. Er verwandelt sich vom Gletscherbach im Hochgebirge in einen großen Strom im Voralpenland. Sein Wasser stürzt über turmhohe Felsen in die Tiefe und plätschert beschaulich durch Seengebiete und Auwälder. Die „Universum“-Dokumentation folgt seinem Flusslauf von der Quelle am Lunghinpass bis zur Mündung in die Donau. Der Film entstand als Koproduktion von ORF, BR, BMUKK und Interspot Film, gefördert von Fernsehfonds Austria, Cine Tirol, Land Tirol, Land Oberösterreich und Filmfonds Wien.

Regisseur Franz Hafner ist fasziniert vom Inn: „Mich hat die Vielfalt der Tiere und Pflanzen beeindruckt, die entlang des Inn leben: Ich kenne keinen anderen Fluss, an dessen Ufern man Schneehühner und Murmeltiere, aber auch Wildgänse und Biber beobachten kann.“ Die Erzählung beginnt im Engadin – im Spätwinter, wenn Schnee und Eis zu schmelzen beginnen – und hört am Ende des Sommers in Passau auf, wo sich der Inn mit der Donau zu einem großen Strom vereint.

Es ist eine Reise durch Naturparadiese und Kulturregionen. Sie führt an die schönsten und interessantesten Orte des Inn, der als längster Nebenfluss der Donau auf 520 Kilometern die Schweiz, Österreich und Bayern durchfließt. So folgt die Kamera zunächst im Engadiner Quellgebiet den Steinböcken und Schneehühnern. In den dunklen Schluchtwäldern stehen Uhu und Wasserfledermaus im Mittelpunkt. Um Biber, Fischotter und die großen Kolonien der Lachmöwen geht es schließlich, wenn die Reise in Schilfwälder und Auen voller Sandinseln und Weidendickichte führt.

Auch die Eingriffe durch den Menschen sind Thema des Films: die Regulierungen und Veränderungen des Flusslaufes oder die Kraftwerke und ihr Einfluss auf die Tier- und Pflanzenwelt. Regisseur Franz Hafner: „Der Inn ist ein Fluss in Menschenhand. Uferverbauungen und 23 Kraftwerke haben ihn von Grund auf verändert. Dennoch hat er seine Kraft bewahrt: Wo immer man ihm Platz lässt, erobert sich die Natur Stück für Stück die alte Flusslandschaft zurück. Einen Alpenfluss dieser Größe kann der Mensch niemals ganz beherrschen oder zerstören – höchstens für unbestimmte Zeit nutzen. Die gewaltigen Hochwasser erinnern die Menschen immer wieder daran, wie verwundbar sie gegenüber der Kraft der Natur sind.“

Porträtiert werden auch Menschen, die entlang des Flusses leben: die Kinder, die zum schweizerischen Chalandamarz versuchen, den Winter zu vertreiben, die Kajakfahrer in der Ardez-Schlucht oder eine Holzfischerin in Tirol. Trotz des Vordringens der modernen Zivilisation und der allgegenwärtigen Präsenz des Menschen ist eine Reise entlang des Inn eine naturkundliche Expedition – sie zeigt, dass der Fluss trotz aller Eingriffe noch unglaublich viel Kraft und Schönheit besitzt. Der Inn ist und bleibt „der grüne Fluss aus den Alpen“.

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