Das Team des mumok trauert um den Künstler Carlos Cruz-Diez

Wien (OTS) - Im Mai dieses Jahres wurde im Auftrag des mumok eines der letzten oder möglicherweise sogar das letzte Werk von Carlos Cruz-Diez realisiert. Dabei handelt es sich um ein geometrisch facettiertes farbiges Band, das am Boden vom Hof des MQ über die Stiegen hinauf zum Eingang des Museums führt. Mit der Überlagerung von Farbeindrücken und deren jeweiligen Nachbildern operierend, ruft es vibrierende optische Effekte hervor und lässt das Schreiten über dieses betretbare Bild zu einer speziellen, nicht nur visuellen, sondern auch körperlichen Erfahrung werden. Die Farbe und deren Potenzial, Bewegung zu generieren, war lebenslang das Grundthema des Schaffens von Cruz-Diez.

Als eine der beiden Kurator_innen der Ausstellung Vertigo – OP Art und eine Geschichte des Schwindels 1520 bis 1970 hatte ich das Privileg, den Künstler in den letzten Monaten mehrfach in Paris zu besuchen und dabei einen denkbar liebenswerten, nach wie vor höchst agilen und geistig regen 95-Jährigen kennen zu lernen. Es war eine Freude, mit ihm die Arbeit für das mumok zu entwickeln. Kaum zu glauben, dass er jetzt nicht mehr unter uns ist, oder anders gesagt, es muss ein schöner Tod, ohne langes Leiden gewesen sein.

„Mein Team und ich schätzen uns glücklich, dass wir mit der promenade cromatique eine wunderbare ortsbezogene Installation von Carlos Cruz-Diez realisieren konnten, die den Auftakt zu unserer überaus erfolgreichen Ausstellung Vertigo bildet. Mit Carlos Cruz-Diez verliert die Kunstwelt einen der großen Protagonisten der Op Art“, so Karola Kraus, Direktorin des mumok.

1923 in Venezuela geboren, lebte Cruz-Diez seit 1960 in Paris, einem Hotspot geometrisch abstrakter und insbesondere optisch-kinetischer Kunst, an dem sich damals viele lateinamerikanische Künstler niederließen, darunter etwa Jesus Raphael Soto oder Martha Boto und Gregorio Vardanega.

Neben seinen Bildobjekten entstanden Cruz-Diez‘ installative Arbeiten in situ zuletzt weltweit, wofür der Künstler ein Studio mit über 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterhielt. Das mumok besitzt zwei seiner Bilder aus den 1960er-Jahren, von denen eines aktuell auch Teil der Ausstellung Vertigo ist.

Eva Badura-Triska, Kuratorin

Die Ausstellung Vertigo – OP Art und eine Geschichte des Schwindels 1520 bis 1970 unter Beteiligung von Carlos Cruz-Diez ist noch bis 26. Oktober im mumok zu sehen.

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