Kärntner „matinee“ am 4. August: Porträts über Klagenfurt und 50 Jahre Carinthischer Sommer

Außerdem: Evangelischer Gottesdienst vom Falkertsee und „Die Kulturwoche“

Wien (OTS) - Die schönsten Seiten Kärntens zeigt die „matinee“ am Sonntag, dem 4. August 2019, ab 9.05 Uhr in ORF 2. Zunächst widmet sich eine Dokumentation von Martina Steiner der Geschichte und Gegenwart der Landeshauptstadt: „Von der Brandstätte zur Großstadt. Klagenfurt – ‚geschenkte Stadt‘“. Aus Kärnten, genauer vom Falkertsee in den Nockbergen, kommt auch der anschließende „Evangelische Gottesdienst“ (9.30 Uhr) unter freiem Himmel, gefolgt von der neuen ORF-Landesstudio-Produktion „Der ewige Sommer – 50 Jahre Ossiach“ (10.15 Uhr). Der Film von Barbara Frank liefert eine filmische Bestandsaufnahme des Carinthischen Sommers – des ältesten Musikfestivals in Kärnten. Den von Clarissa Stadler präsentierten Vormittag beschließt „Die Kulturwoche“ (10.45 Uhr) mit aktuellen Berichten und Tipps zum kulturellen heimischen Geschehen.

„Von der Brandstätte zur Großstadt. „Klagenfurt – ‚geschenkte Stadt‘“ (9.05 Uhr) – mit „Rosenheim-Cop“ Max Müller als heimischer Stadtführer

2018 feierte die Kärntner Landeshauptstadt ihr 500-jähriges Jubiläum. Die Dokumentation von Martina Steiner widmet sich sowohl der stolzen Vergangenheit als auch der Gegenwart Klagenfurts. Prächtige Palais zeugen vom Prunk der Stadtgeschichte. Der Wappensaal mit seinen Fresken ist ein frühes „Who is who“ Kärntens und gibt Auskunft über die damalige Prominenz. Auch spätere Jahrhunderte haben ihre Spuren hinterlassen: So hat Maria Anna, eine Tochter Kaiserin Maria Theresias, sowohl das Geistesleben in Klagenfurt gefördert als auch soziale Einrichtungen wie die Elisabethinen unterstützt. Ein Glanzstück ist noch heute die Barock-Apotheke des Ordens.
Auch das moderne Klagenfurt hat viel zu bieten: Kulturell mit den Lesungen zum Ingeborg-Bachmann-Literaturwettbewerb, sportlich mit dem Ironman, technisch am Puls der Zeit mit dem Lakeside Park. Auch als Freizeitstadt ist Klagenfurt mit seinen Grünoasen wie dem Kreuzbergl, dem Europapark und dem größten Binnenstrandbad Europas unübertroffen.

Der Schauspieler Max Müller, bekannt aus der TV-Serie „Rosenheim-Cops“ und ein Sohn Klagenfurts, führt mit zahlreichen Anekdoten aus der Historie und dem Sagenschatz durch die Dokumentation und begleitet die Seherinnen und Seher zu den bekanntesten Plätzen der „geschenkten Stadt“.

„Der ewige Sommer – 50 Jahre Ossiach“ (10.15 Uhr)

„Es ist heute für jeden, der einmal dabei war, undenkbar, dass es diesen Carinthischen Sommer nicht schon immer gegeben hat und nicht immer geben wird“ hieß es 1979 von Hans Weigel, zehn Jahre nach der Gründung des Kärntner Musikfestivals. Heute, weitere 40 Jahre später, wirft Weigels apodiktischer Befund jede Menge Fragen auf – wie jene nach dessen Relevanz und Zukunft.
Ursprungsgedanke der beiden Festivalgründer Helmut Wobisch und Pfarrer Jakob Stingl war es, Geld für die Anschaffung einer neuen Orgel für die Ossiacher Stiftskirche zu lukrieren. Die Geburtsstunde schlug am 25. Juni 1969 mit dem Benefizkonzert des Klaviervirtuosen Wilhelm Backhaus, der allerdings nach seinem zweiten Konzert einen tödlichen Schwächeanfall erlitt. Die Orgel aber – heute die Wilhelm-Backhaus-Gedächtnisorgel – wurde gebaut und ein Festival geboren, das diese Bezeichnung gar nicht für sich in Anspruch nehmen, sondern eben nur „Carinthischer Sommer“ genannt werden wollte. Heute versucht Kulturmanager Holger Bleck dem Event durch neue Ideen wie einer am Ossiacher See uraufgeführten „Carinthischen Wassermusik“, dem „CS Picknick“ oder der Schiene „CS unterwegs“ ein unverwechselbares Profil zu geben. 2019 und damit 50 Jahre nach seiner Gründung scheint aber vielen klar: Der Carinthische Sommer ist nicht mehr der, der er einmal war – was man betrauern, aber auch ganz einfach als Faktum registrieren kann. Eines gilt als sicher: Das Festival ist kein „Mekka der Schickeria“, es geht nicht um „Sehen und Gesehen werden“ (Rudolf Buchbinder), vielmehr geht es um Kunst und Kultur und um das In-den-Mittelpunkt-Stellen von Musik, ohne die das Leben „ein Irrtum“ (Friedrich Nietzsche) wäre.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0002