Pflegerin trotz Unkündbarkeit gekündigt: AK Niederösterreich erkämpft 195.000 Euro

St. Pölten (OTS) - 20 Jahre lang hatte Frau H. als Pflegerin in einem Wiener Spital gearbeitet – als unkündbare Beamtin. Anfang 2002 schließlich erhielt sie ein attraktives Jobangebot von einem Seniorenheim in Niederösterreich und begann ihren Dienst dort mit September 2002. Um die erfahrene Pflegerin abzuwerben, bot ihr der neue Arbeitgeber einen Kündigungsverzicht, da sie durch den Wechsel auf ihre unkündbare Anstellung im Wiener Krankenhaus verzichten würde.

Nach Ablauf der Klausel einigten sich der Arbeitgeber und Frau H. einvernehmlich darauf, den Kündigungsverzicht bis Ende 2022 zu verlängern. Rund zehn Jahre später – im Sommer 2013 – folgte die Überraschung: Erst wurde die Frau dienstfrei gestellt, zwei Tage später folgte das Schreiben mit ihrer Entlassung. Sie habe sich den Kündigungsverzicht erschlichen, lautete der Vorwurf.

Die Pflegerin war empört darüber, wie ihr Arbeitgeber mit ihr umging, und wandte sich an die Arbeiterkammer. Ihrem Dienstgeber gegenüber erklärte sie sich ausdrücklich arbeitsbereit und arbeitswillig.

Ein jahrelanger Rechtsstreit folgte – bis man sich schließlich auf einen Vergleich zwischen der Klägerin und dem Beklagten einigen konnte. Der Arbeitgeber verpflichtete sich, Frau H. einen Betrag in Höhe von mehr als 195.000 Euro netto zu bezahlen. Das Geld ist mittlerweile auf dem Geld der Pflegerin eingetroffen.

„Dieser Fall zeigt deutlich auf: Recht haben heißt noch lange nicht, zu seinem Recht zu kommen. Aber die ExpertInnen der AK Niederösterreich helfen gerne, damit die ArbeitnehmerInnen das erhalten, was ihnen auch zusteht“, so AK Niederösterreich Präsident und ÖGB Niederösterreich-Vorsitzender Markus Wieser.

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