2018=1990: Österreich tritt bei Klimaschutz seit Jahrzehnten bestenfalls auf der Stelle

Köstingers unfundierte Behauptungen gegen jeden Hausverstand

Wien (OTS) - Wie die Umweltorganisation VIRUS betont, weist der vom BMNT unter fragwürdigen Umständen am Sonntag veröffentlichte, äußerst provisorische Klimabericht "Nowcast" des Umweltbundesamts für 2018 exakt dieselben Jahresemissionswerte auf, wie das Kyoto-Basisjahr 1970. Sprecher Wolfgang Rehm: "Österreich tritt also seit fast drei Jahrzehnten bestenfalls auf der Stelle, schlimmer noch waren bis 2005 die Treibhausgasemissionen von 79,1 auf 93,3 Millionen Tonnen angestiegen und bis 2017 gegenüber dem Erreichen und Halten auch nur eines ohnehin mickrigen Kyoto-Zielpfads 280 Millionen Tonnen CO2 Äquivalente zuviel ausgestoßen worden, es gibt keinerlei Grund zu Jubeln".

Schon dass die neueren Zielpfade gerade dieses Jahr 2005 als Ausgangsniveau hätten, sei kein Zufall sondern komme bereits "Rosstäuscherei" gleich. Es liege in der Natur der Sache, dass zwischen einzelnen Jahren Schwankungen in beiden Richtungen auftreten können. "Unterschiedliche Heizperioden und die Wirtschaftskrise und voriges Jahr ein stilliegender Hochofen sorgen eben für Fluktuationen, aber zu einer Trendumkehr gehört wesentlich mehr, als wenn einmal die zuvor gestiegenen Emissionen wieder etwas sinken, so Rehm. Dennoch hätte noch kaum ein Minister der Versuchung widerstanden, aus nichtigem Anlass eine Trendwende auszurufen. "VP Kandidatin Köstinger ist zum Glück für das Klima und daher auch für Österreich nicht mehr Ministerin für Umweltfragen, was sie aber dennoch nicht gehindert hat, nicht nur in dieselbe Kerbe zu schlagen sondern dies in unerreicht dreister Weise zu tun", kritisiert Rehm und ergänzt: "Auf die Idee allen Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land, bei ihrem Anliegen Nummer eins, dem Klimaschutz das Märchen aufzutischen, dass die erst im Mai 2018 beschlossene, ohnehin inferiore "Mission 2030" überhaupt und bereits im laufenden Jahr 2018 gegriffen hätte, muss man erst einmal kommen".

Die Zahlen des Umweltbundesamtes im am Sonntagmorgen vom BMNT veröffentlichten Bericht seien vorläufig, dennoch stünden 3,8% gesamter Emissionsreduktion im Jahresabstand 0,8% Zuwachs beim Verkehr und damit bei jenem Sektor, der bislang fast Im Alleingang alle Klimabilanzen verhagelt habe, gegenüber. "Derartige Ergebnisse sind auch kein Wunder, weil heiße Eisen und heilige Kühe nicht angetastet, beim öffentlichen Verkehrsangebot geknausert und weiter CO2-intensiver Beton für Autobahnen in die Landschaft gegossen und damit das Straßenverkehrswachstum angekurbelt wird. Geht es nach der ÖVP, soll dies mit milliardenteuren Projekten wie Lobauautobahn/Lobautunnel und Marchfeld- sowie Traisentalschnellstraße offenbar ungebremst so weitergehen," warnt Rehm. In der Klimapolitik sei der nun erneut überstrapazierte Hausverstand seit langem abhanden gekommen und mit "wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass"- Ansätzen ebenso kein Staat zu machen wie mit den Kurz'schen Wasserstoffvisionen. "Statt widerlichster Selbstbeweihräucherung in Sonntagsreden braucht es eine mit der Mondlandung vergleichbare Kraftanstrengung zur Gesamt-Reorganisation Österreichs um die Republik emissionsneutral zu machen und ist es als erster Erfolgsfaktor erforderlich, dass nie wieder völlig ungeeignetes Personal wie Köstinger, Rupprechter &Co die Ressortzuständigkeit für Umwelt erhält", so Rehm abschließend.

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Wolfgang Rehm, 0699/12419913, virus.umweltbureau@wuk.at

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