Österreichische Klimabilanz zeigt Versäumnisse der letzten Jahre auf

Zufallsgewinne wie milde Winter und Wartung von Hochöfen ersetzen keine wirksame Klimapolitik

Wien (OTS) - Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 übt scharfe Kritik an der Treibhausgasbilanz 2018. Die Ergebnisse zeigen die großen Versäumnisse in der Klimapolitik klar auf, denn die präsentierten, vermeintlichen Erfolge sind nicht etwa auf Klimaschutzmaßnahmen, sondern großteils auf „Zufallsgewinne“ zurückzuführen.

„Milde Winter und eine Wartung eines Hochofens der Voest retten Österreichs ansonsten verhagelte Klimabilanz 2018. Dass die Bundesregierung nur auf Zufallsgewinne hoffen kann, zeigt das wahre Ausmaß des Versagens der Klimapolitik in Österreich klar auf. Trotzdem werden das zweite Jahr in Folge die gesetzlichen Höchstwerte des Klimaschutzgesetzes überschritten. Dass das Umweltministerium die Treibhausgasbilanz am Sonntag früh vorstellt, soll offenbar verhindern, dass kritische Stimmen zu Wort kommen. Statt durchsichtigen Gefälligkeitsmanövern gegenüber der Vorgängerregierung, sollte Umweltministerin Maria Patek rasch ein Sofortpaket für Klimaschutz schnüren“, übt Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000, Kritik auch an der Vorgangsweise der Übergangsregierung.

Konkret vorgestellt wurde eine vorläufige Schätzung, die auf vereinfachten Berechnungsmethoden basiert. Diese zeigt eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 3,8 Prozent im Jahr 2018. Die Hauptgründe dafür sind Zufallsgewinne, nicht wirksame Klimapolitik. So führte der milde Winter (-9,5 Prozent an Heizgradtagen) zu geringerem Gas- und Heizöleinsatz. Dominiert wurde der Rückgang aber durch eine Wartung des Hochhofens der Voest, wodurch sich die Roheisenproduktion um 15 Prozent und die CO2-Emissionen um 1,6 Mio. Tonnen reduzierten. Bei einer Gesamtreduktion von 3,2 Mio. Tonnen, ist das der wichtigste Einzeleffekt. Unter anderem im Verkehrssektor stiegen die Treibhausgasemissionen aber weiter um 0,8 Prozent.

Trotz dieser an sich günstigen Voraussetzungen liegen die Treibhausgasemissionen in Österreich immer noch über dem Niveau des Basisjahres 1990. Seit fast 30 Jahren wurde damit keine Reduktion der Treibhausgase erreicht, während im EU-Schnitt in diesem Zeitraum die Emissionen um mehr als ein Fünftel reduziert wurden. Gleichzeitig liegen die österreichischen Werte das zweite Jahr in Folge über dem gesetzlich erlaubten Höchstwert des Klimaschutzgesetzes. Das Klimaschutzgesetz sieht in diesem Fall das Führen von Verhandlungen und das Setzen von Sofortmaßnahmen vor. „Die Bundesregierung muss aus der Zuschauerrolle herausfinden und endlich aktive Klimapolitik betreiben. Es braucht einen raschen Ausbau des öffentlichen Verkehrs, mehr Geld für thermische Sanierung und Heizkesseltausch und eine öko-soziale Steuerreform, die diesen Namen auch verdient“, fordert Wahlmüller abschließend.

Den Projektbericht des Umweltbundesamtes finden Sie hier.

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Manuela Ruzicka, +43 664 65 793 78, manuela.ruzicka@global2000.at
Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000 Klima- und Energiesprecher, +43 699 14 2000 41, johannes.wahlmueller@global2000.at

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