Greenpeace: Treibhausgas-Reduktion des Jahres 2018 hauptsächlich durch Einmal-Effekte

Genauer Blick auf heute publizierte „NowCast-Prognose“ zeigt keine substanzielle Trendumkehr

Wien (OTS) - Die Umweltschutz-Organisation Greenpeace warnt vor einer allzu optimistischen Interpretation der heute früh vom Umweltministerium publizierten Schätzungen zu den Treibhausgas-Emissionen des Jahres 2018. Wie aus dem detaillierten Prognosebericht des Umweltbundesamtes („NowCast 2019“) deutlich hervorgeht, dürfte es sich im Wesentlichen um Einmal-Effekte und nicht um eine substanzielle Trendumkehr bzw. einen Erfolg der letzten Bundesregierung handeln.

Zitat aus der NowCast-Prognose des Umweltbundesamtes: „Der kurzfristige Trend im Emissionshandelsbereich (EH) wird dominiert durch den Wartungsstillstand eines Hochofens (VOEST) und den Rückgang der Stromproduktion in Erdgas-Kraftwerken. Im Nicht-EH-Bereich schlägt sich die milde Witterung und der Trend zu erneuerbaren Energien auf einen niedrigen Brennstoffeinsatz (insbes. Heizöl und Erdgas) in den Gebäuden nieder.“

„Für entsprechende Jubelmeldungen von Ex-Umweltministerin Elisabeth Köstinger sehen wir einstweilen keinen Anlass“, meint Volker Plass, Programm-Manager von Greenpeace. „Die wesentlichen Reduktionen haben im Emissionshandelsbereich stattgefunden, für den die Regierung gar nicht direkt zuständig ist. Im Verkehr, dem politisch gestaltbaren Hauptsorgenkind der österreichischen Klimapolitik, hat es hingegen erneut einen Zuwachs von +0,8% gegeben – auch befeuert durch vollkommen wahnwitzige Aktionen wie Tempo 140 km/h auf der Autobahn!“

Es stellt sich auch die Frage, warum das Umweltministerium ausgerechnet an einem Sonntag um 7.55 Uhr früh so wichtige Daten veröffentlicht und Ex-Ministerin Köstinger bereits wenige Minuten später mit ihrer Stellungnahme reagiert: „Der Eindruck einer konzertierten Aktion zwischen Elisabeth Köstinger und der interimistischen Umweltministerin Maria Patek drängt sich ein weiteres Mal auf und rückt die angebliche Unabhängigkeit der derzeitigen Beamten-Regierung erneut in ein sehr schiefes Licht“, so Plass.

Was die Treibhausgasbilanz nach dem Klimaschutzgesetz betrifft, hat es im vergangenen Jahr lediglich eine Reduktion um voraussichtlich -1,9% gegeben. Nennenswerte Verbesserungen (-6,7%) gab hauptsächlich im Gebäudesektor (weniger Heizöl- und Erdgas-Verbrauch), was ganz offensichtlich etwas mit dem Wetter bzw. den milderen Heizperioden zu tun hat. Laut Umweltbundesamt gab es 2018 eine Abnahme der Heizgradtage von -9,5% gegenüber dem Vorjahr.

„2018 war in Österreich das wärmste Jahr der Messgeschichte. Dass in diesem Jahr von den Konsumentinnen und Konsumenten auch deutlich weniger geheizt wurde, ist logisch und sicherlich kein Erfolg der Bundesregierung. Im Bereich der durch das Klimaschutzgesetz erfassten Emissionen wurden also eher mit Glück gerade einmal die katastrophalen Zuwächse des Jahres 2017 kompensiert. Wir liegen immer noch über dem Wert des Jahres 2016 und immer noch deutlich über dem ohnehin vollkommen unzureichenden Zielpfad“, so Plass.

NowCast-Prognose des Umweltbundesamtes: https://bit.ly/32XMna6

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