Equal Pension Day: Korosec fordert ein Ende der Diskriminierung von Frauen

Frauen erhalten immer noch um 42,3 Prozent weniger Pension als Männer.

Der Equal Pension Day müsste eigentlich auf den 31. Dezember fallen –erst dann gibt es wirklich Grund, sich zu freuen
Ingrid Korosec, Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes

Wien (OTS) - Der Equal Pension Day markiert jenen Tag, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie Frauen erst bis Jahresende bekommen werden. Österreichweit fällt er heuer auf den 29. Juli. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Datum um einen Tag nach hinten verschoben. Angesichts der weiterhin enormen Pensionsschere zwischen Männern und Frauen ist das aber nur ein schwacher Trost. „Der Equal Pension Day müsste eigentlich auf den 31. Dezember fallen –erst dann gibt es wirklich Grund, sich zu freuen“, meint Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec. Frauen bekommen immer noch durchschnittlich um 42,3 Prozent weniger Pension als Männer. „Altersarmut ist weiblich“, betont Korosec.

Die Ursachen dieser großen Unterschiede sind tief im Erwerballtag verwurzelt. Denn auch wenn sich die Lohn- und Gehaltsschere langsam schließt, verdienen Frauen für gleiche Arbeit immer noch knapp 20 Prozent weniger als Männer. Das führt zu niedrigeren Beitragszahlungen und bedeutet Altersarmut. Österreich liegt bei der Einkommensschere über dem EU-Durchschnitt von 16 Prozent.

Frauen in der „Teilzeitfalle“

Die Erwerbsquote bei Frauen steigt, mit 47,7 Prozent gehen Frauen aber überdurchschnittlich oft Teilzeitbeschäftigungen nach. Sie unterbrechen für die Kindererziehung und Pflege oft ihre berufliche Laufbahn. Der Wiedereinstieg, etwa nach der Karenz in eine Vollzeitstelle, fällt oft schwer.

All diese Umstände sorgen dafür, dass Frauen im Durchschnitt etwa zehn Beitragsjahre weniger ansammeln als Männer. Außerdem gehen sie früher in Pension. Das mittlere Pensionsantrittsalter bei Frauen liegt bei 59,2 Jahren, bei Männern bei 61,1 Jahren.

Ingrid Korosec fordert daher rasche Maßnahmen zur Senkung von Altersarmut ein:

  • Automatisches Pensionssplitting: Dabei gibt der erwerbstätige Elternteil für bis zu sieben Jahre maximal die Hälfte seiner Pensionsansprüche an den überwiegend Erziehenden ab.
  • Volle Anrechnung von vier Jahren Erziehungszeiten pro Kind.

Seniorenbund lädt zu Pensionsgipfel

Für die anstehende Pensionsanpassung 2020 darf trotzdem nicht zugewartet werden, warnt Korosec. „Die gesetzliche Inflationsabgeltung von 1,9 Prozent reicht vor allem bei kleinen Pensionen nicht aus, um die steigenden Lebenskosten für die Senioren abzufedern. Hier sind die Parteien in die Pflicht zu nehmen“; betont Korosec. Der Seniorenbund hat daher die großen politischen Parteien für Ende August eingeladen, sich im Rahmen eines Pensionsgipfels an einen Runden Tisch zu setzen. „Ich erwarte mir hier eine Lösung noch vor den Wahlen“, so Korosec klar und deutlich.

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