Kostelka zum Equal Pension Day: „Trotz minimaler Fortschritte bleibt es dabei: Altersarmut ist vor allem Frauensache“

Der Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ) fordert schnellere Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der finanziellen Absicherung im Alter.

Wien (OTS) - Frauen bekommen in Österreich durchschnittlich um etwa 42 Prozent weniger Pension als Männer. Dieses Ungleichgewicht macht jährlich der „Equal Pension Day“ deutlich, der heuer auf den kommenden Montag, den 29. Juli, fällt. Das ist jener Tag im Jahr, an dem der durchschnittliche Pensionist seit Beginn des Jahres jenen Betrag erhalten hat, den die durchschnittliche Pensionistin erst mit Jahresende erreichen wird. In anderen Worten: Frauen müssen mit demselben Betrag 155 Tage länger auskommen als Männer.

Im vergangenen Jahr fiel dieser Tag auf den 28. Juli, die Situation hat sich also minimal verbessert. „Viel zu langsam“ geht der Prozess der Angleichung nach Meinung von Pensionistenverbands-Präsident Peter Kostelka voran: „Wenn es in diesem Tempo weitergeht, wird es noch 155 Jahre dauern, bis Frauen mit einer gleich hohen Pension wie Männer rechnen dürfen. Wenn also eine heute 30-Jährige eine Tochter bekommt, kann sie davon ausgehen, dass ihre Ur-Ur-Enkelin bei Pensionsantritt im Jahr 2174 keine Benachteiligung mehr erfahren wird.“

Die Ursachen für die wesentlich niedrigeren Pensionen von Frauen ortet Kostelka in der ungleichen Entlohnung für gleiche Arbeit und dem hohen Anteil der wegen Kinder- oder Altenbetreuung teilzeitbeschäftigten Frauen. Auch Beitragslücken durch unbezahlte Erziehungs- und/oder Pflege-Arbeit wirken sich seit der ÖVP-FPÖ Pensionsreform von 2003, die einen längeren Durchrechnungszeitraum zur Bestimmung der Pensionshöhe besiegelt hat, fatal aus.

Der PVÖ-Präsident schlägt zur Beseitigung der Ungleichbehandlung folgende Maßnahmen vor: „Erstens: Ein neues Pensions-Berechnungsmodell, das im Durchrechnungszeitraum die zehn schlechtesten Beitragsjahre nicht berücksichtigt. Zweitens: Eine hundertprozentige Anerkennung von Kindererziehungszeiten - für jedes Kind volle vier Jahre. Drittens: Eine Anrechnung von Pflegezeiten bei Betreuung von nahen Angehörigen.“

Auf jeden Fall muss schon für die kommende Pensionsanpassung 2020 berücksichtigt werden, dass Menschen mit geringer Pension weit stärker unter der Teuerung leiden als es der Verbraucherpreis-Index ausdrückt. Kostelka: „Wer durchschnittlich nur 1.000 Euro Pension zur Verfügung hat, gibt sein Geld beinahe ausschließlich für Waren und Dienstleistungen aus, die überdurchschnittlich teurer wurden: Lebensmittel, Miete, Energie.“

Der Pensionistenverband Österreichs hat daher für Ende August zu einem „Pensionsgipfel“ geladen, auf dem noch vor der Nationalratswahl Ende September eine faire Pensionsanpassung verhandelt werden soll. Kostelka: „Die Pensionistinnen und Pensionisten dürfen nicht die Leittragenden der kommenden Neuwahlen und der anschließenden Verhandlungen zur Regierungsbildung sein. Der Equal Pension Day zeigt es: Wir müssen rasch handeln und dringend notwendige Sofortmaßnahmen setzen, um vor allem Frauen nicht noch tiefer in die Altersarmut abrutschen zu lassen.“ (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Pensionistenverband Österreichs
Heinz Haubenwallner
0664 230 95 05
heinz.haubenwallner@pvoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVO0001