ExpertInnen fordern Entwicklungsschub für Österreich

Weltweiter Bedarf an EZA und humanitärer Hilfe ist alarmierend – Österreich kann helfen!

Wien (OTS) - Die Geschäftsführerinnen von AG Globale Verantwortung, CARE Österreich und Licht für die Welt sowie der Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes schlagen Alarm. Der Bedarf an Entwicklungszusammenarbeit und Humanitärer Hilfe ist weltweit alarmierend: 821 Millionen Menschen leiden an Hunger, 3,4 Milliarden leben unter der Armutsgrenze. Klimakatastrophen verursachen vermehrt humanitäre Notlagen. Die ersten vor Ort sind humanitäre und EZA-Organisationen wie das Rote Kreuz, Licht für die Welt oder CARE Österreich.

Entwicklungszusammenarbeit rettet Leben, sorgt für Sicherheit und Frieden, arbeitet für Gerechtigkeit, fördert nachhaltiges Wirtschaften und schafft darüber hinaus ein gutes Klima. Um das alles weiterhin zu ermöglichen, forderten die ExpertInnen heute Vormittag von der Regierung und den Parteien eine ehrliche Trendumkehr hin zu einer engagierteren Entwicklungspolitik.

Gleichzeitig stellten sie Empfehlungen für eine zukunftsfähige internationale Zusammenarbeit vor: Effektive Nutzung bereits bestehender Instrumente wie den Auslandskatastrophenfonds (rasche Auszahlung verbleibender Mittel), Erstellung eines finanziellen Stufenplans für die Erhöhung der öffentlichen Entwicklungshilfe auf 0,7 % des BNE, umfassender Zukunftspakt mit Afrika und rasche Umsetzung der Agenda 2030:

„Ein Entwicklungsschub durch Österreich ist ein Entwicklungsschub für Österreich“, betont Annelies Vilim, Geschäftsführerin der AG Globale Verantwortung, Dachverband von 35 entwicklungspolitischen Organisationen. „In unserer globalisierten Welt wirken Krisen auch bis zu uns. Wir können nicht in Frieden, Sicherheit und Wohlstand leben, wenn neben uns, auch in Afrika, Ungerechtigkeit und Elend herrschen. Österreichs Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe sind gefragter denn je“, ist Vilim überzeugt. „Die Regierung hat jetzt die Möglichkeit, einen finanziellen Stufenplan zur Erhöhung der Gelder für EZA auf 0,7% des BNE zu erstellen, um endlich die Verpflichtung einzulösen, die Österreich bereits vor Jahrzehnten vor den Vereinten Nationen zugesagt hat.“

„Bislang hat die Regierung weniger als sieben Millionen aus dem Auslandskatastrophenfonds (AKF) ausgeschüttet. Der Bedarf ist enorm – im Jemen, im Kongo und anderswo. Mein Appell an die jetzige Regierung: Zögern Sie nicht, sich bei Ausgaben für Humanitäre Hilfe den 23 Millionen des Vorjahres anzunähern, davon 20 Millionen aus dem AKF, den man jetzt ausschütten sollte. Sie werden wahrscheinlich selten in Ihrem Leben die Chance haben, mit klaren Entscheidungen so viele Menschenleben zu retten“, sagt Michael Opriesnig, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes.

„Es braucht eine deutliche Erhöhung der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe und einen Zukunftspakt für Afrika“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Die österreichische Regierung hat die Chance, auf europäischer Ebene die Initiative zu ergreifen und Politik hier entscheidend mitzugestalten. Wir brauchen ein Maßnahmenpaket, das den Menschen Perspektiven vor Ort schafft und ihre Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel erhöht. Die Ärmsten der Armen sind bereits jetzt am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Wetterextreme dürfen nicht dazu führen, dass tausende Menschen ihre Lebensgrundlage verlieren.“

„Täglich sehen wir die Auswirkungen von Ungleichheit, Armut und Klimawandel – sei es in Naturkatastrophen, humanitären Katastrophen oder der Bildungskrise. Die ärmsten Menschen, einschließlich Menschen mit Behinderungen, sind besonders betroffen. Mit den Zielen für Nachhaltige Entwicklung, der Agenda 2030, haben wir einen Masterplan für eine bessere Welt, d.h. für ein gutes Leben für alle Menschen auf einem gesunden, intakten Planeten. Wir haben den Luxus nicht mehr, dass wir uns hier Zeit lassen. Wir müssen jetzt handeln! – dazu fordern wir die Bundesregierung und die Parlamentsparteien auf“, so Sabine Prenn, Geschäftsführerin von Licht für die Welt in Österreich.

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