„Orientierung“ über Erwin Kräutler: „Frauen sollen Diakoninnen werden können“

Am 7. Juli um 12.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert „Orientierung“ am Sonntag, dem 7. Juli 2019, um 12.30 Uhr in ORF 2 mit folgenden Themen:

Mit starker Stimme: Indigener Priester bei Amazonien-Synode
Mit Besorgnis registrieren nicht nur Kirchen, was sich seit dem Amtsantritt des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro im Amazonasgebiet tut: Die mächtige Agrarlobby, dem neuen Mann an der Spitze des Landes durchaus wohlgesonnen, dringt immer tiefer in geschützte Regenwaldgebiete vor, die Zahl der Übergriffe auf indigene Volksgruppen im Amazonasgebiet ist weiter gestiegen, es gab Tote und Verletzte.
Dies sind einige Vorzeichen der Amazonien-Synode im Vatikan, die Papst Franziskus für Oktober (6. bis 27. Oktober) einberufen hat. Sie ist bereits durch zahlreiche Beratungen und Versammlungen in den neun Amazonas-Anrainerstaaten vorbereitet worden. Der Schutz der indigenen Volksgruppen ist dabei eines der wichtigsten Themen. Vertreterinnen und Vertretern dieser Volksgruppen auch zuzuhören, ist daher eine Aufgabe der Synodenteilnehmer. Gleichsam das „indigene Gesicht der Kirche“ ist ein Salesianerpater, der mehrfach mit dem Papst und den für die Synode verantwortlichen Bischöfen zusammengetroffen ist:
Pater Justino Sarmento. Er ist einer von wenigen indigenen katholischen Priester in Brasilien und auch Synoden-Delegierter. Er möchte sich für den Schutz der Ureinwohner, einen offenen interreligiösen Dialog und die Verteidigung des Ökosystems einsetzen. Ein „Orientierung“-Team hat Pater Sarmento im brasilianischen Manaus getroffen. Bericht: Detlef Urban.

Erwin Kräutler: „Frauen sollen Diakoninnen werden können“ Erwin Kräutler, ehemaliger Bischof der brasilianischen Prälatur Xingu, hat hohe Erwartungen an die Amazonien-Synode. Bei der Bischofsversammlung soll es ja nicht nur um den Schutz der Regenwälder und die Rechte der indigenen Volksgruppen, sondern auch – ein innerkatholisch viel diskutiertes Thema – den Priestermangel gehen. Kräutler hofft, dass Bischöfe oder Bischofskonferenzen schon in absehbarer Zeit das Recht erhalten, verheiratete Männer („viri probati“) zu Priestern zu weihen – zunächst auf das Gebiet Amazonien begrenzt. Frauen sollten wenigstens Diakoninnen werden können, meint Kräutler. Im Gespräch mit der „Orientierung“ schildert Kräutler die Situation in der flächenmäßig größten Diözese Brasiliens, der Prälatur Xingu. Tatsache ist, dass die kleinen Gemeinden – es seien rund 800 – von Laien geleitet würden, „davon zwei Drittel Frauen“. Der Priester komme nur zwei- oder dreimal im Jahr vorbei. Es sei „beinahe ein Skandal“, dass diese Gemeinden kaum Eucharistie feiern könnten. Kräutler erzählt auch von seinen persönlichen Begegnungen mit Papst Franziskus. Dieser sei ein „unendlich lieber Mensch“. Der gebürtige Vorarlberger Erwin Kräutler feiert am 12. Juli seinen 80. Geburtstag. 34 Jahre lang – von 1981 bis 2015 – war er Bischof der Prälatur Xingu, bis Papst Franziskus seinen altersbedingten Rücktritt annahm. Das Wort „Ruhestand“ mag er allerdings „nicht einmal in den Mund nehmen“, denn „solange der liebe Gott mir den Atem schenkt, mache ich weiter.“ Bericht: Sandra Szabo.

Staat im Staat? Diskussionen über Israels ultraorthodoxe Haredim Sie gelten als „Staat im Staate Israel“, die rund eine Million Haredim, die ultraorthodoxen Juden des Landes. Am Streit, ob sie zur israelischen Armee einrücken müssen, sind die jüngsten Koalitionsverhandlungen gescheitert. Nun muss im September zum zweiten Mal in diesem Jahr gewählt werden. Was in den vergangenen Wochen und Monaten deutlich geworden ist: Die Kluft zwischen den Säkularen und den Religiösen in Israel wird immer größer. Bericht:
Roland Adrowitzer.

Eklat statt Spiel: Kurzauftritt von Vatikan-Fußballfrauen in Wien Es hätte – während der laufenden Frauenfußball-WM in Frankreich – das internationale Debüt des vor wenigen Monaten gegründeten vatikanischen Frauenfußballteams werden sollen: ein freundschaftliches Fußballspiel gegen den FC Mariahilf zum 20-Jahr-Jubiläum in Wien-Simmering. Doch es kam anders. Drei Spielerinnen des FC Mariahilf hoben beim Intonieren der vatikanischen Hymne – ohne Absprache mit dem Club – ihre Trikots und zeigten auf den Bauch aufgemalte „Pro Choice“-Botschaften. Zu einer „diskriminierenden Haltung des Vatikan gegenüber Frauen und homosexuellen Menschen“ hätten sie nicht schweigen wollen, erzählten die „Protest-Spielerinnen“ anschließend Medienvertreterinnen und Medienvertretern. Die Folge war jedenfalls ein weiterer Eklat: Der anwesende päpstliche Nuntius Erzbischof Pedro López Quintana und die Clubleitung der Vatikan-Frauenmannschaft beschlossen daraufhin, geschlossen den Platz zu verlassen. Später sprach die Vatikan-Frauenorganisation DiVA („Frauen im Vatikan“) von der Instrumentalisierung einer sportlichen Begegnung, die nicht nur das gegnerische Team und damit auch den Vatikan selbst beleidige, sondern auch die Idee des Sports an sich geschädigt habe. Bericht: Marcus Marschalek.

Frauenelf im Training: Lokalaugenschein beim FC Vatikan
Wenn am kommenden Sonntag (7. Juli) das Finale der Frauenfußball-Weltmeisterschaft zwischen den Teams der USA und der Niederlande ausgetragen wird, dann werden das auch fußballbegeisterte Frauen im Vatikan aufmerksam verfolgen: Rund zwei Dutzend Spielerinnen der vatikanischen Frauenfußball-Mannschaft FC Vatikan. Die Frauen-Elf selbst setzt sich aus Vatikanangestellten und Verwandten von Vatikan-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern zusammen und ist noch relativ jung. Deutlich älter ist die Fußball-Tradition im Vatikan: Schon 1521 soll ein Vorläufer-Spiel, eine Art Rubgy – im Beisein von Papst Leo X. – stattgefunden haben. Im vergangenen Jahrhundert gab es sportbegeisterte Päpste wie Johannes Paul II. – und auch Papst Franziskus gilt als ausgewiesener Fußballfan. Ein ORF-Team hat nun Einblick in das Trainingsleben der vatikanischen Fußballfrauen erhalten. Bericht: Mathilde Schwabeneder.

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