Oö. Volksblatt. "Polit-Hygiene" (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 4. Juli 2019

Linz (OTS) - Dass Peter Pilz gestern in einer Pressekonferenz über die Zukunft der Liste Jetzt schwadronierte, obwohl er weder Partei-noch Klubchef ist, beweist etwas, was hinlänglich bekannt ist: Das mediale Rampenlicht ist für Pilz so wichtig wie die Luft zum Atmen. Der von ihm gegründeten Partei indes geht die Luft schon sehr vorzeitig aus: Vier Mandatare — Stefanie Cox, Alfred Noll, Bruno Rossmann Wolfgang Zinggl — machen nach der Wahl nicht mehr weiter, eine Abgeordnete — Alma Zadic — will es bei den Grünen versuchen. Letztlich ist es belanglos, ob das durch einen Zufall ins Parlament gespülte Konstrukt noch vor der Wahl zerbröselt oder ob es nach der Wahl auf parlamentarischer Ebene nicht mehr existiert. Aber aus der kurzen Geschichte kann man abermals lernen, was man eigentlich schon seit den Zeiten des Team Stronach weiß: Eine aus politischen Glücksrittern und Polit-Fahnenflüchtigen zusammengewürfelte Truppe ist auf Dauer nicht existenzfähig. Weshalb sich auch jeder Abgeordnete die Gewissensfrage stellen muss, ob er mit seiner Unterschrift die abermalige Kandidatur der Liste Jetzt ermöglicht oder man sie zumindest zum Unterschriftensammeln schicken sollte. Im Sinne der Polit-Hygiene wäre Letzteres wünschenswert.

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