GLOBAL 2000 an FPÖ: Lassen Sie sich nicht ins Glyphosat-Bockshorn jagen!

Schützen Sie Mensch und Umwelt vor einem gefährlichen Pestizid

Wien (OTS) - Nachdem FPÖ-Chef Norbert Hofer am Samstag im Standard erklärt hatte, dass seine vor drei Wochen angekündigte Zustimmung zu einem Totalverbot von Glyphosat doch „noch nicht entschieden“ sei, appelliert die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 mit Nachdruck an Hofer, Wort zu halten und den österreichischen Ausstieg aus Glyphosat zu ermöglichen. Das erwartet sich die österreichische Bevölkerung und ganz besonders jene mehr als 50.000 Menschen, die an der von GLOBAL 2000 mitinitiierten Europäischen Bürgerinitiative „Stop Glyphosat“ teilnahmen.
Sehr geehrter Norbert Hofer!
Lassen Sie sich nicht von der ÖVP ins Bockshorn jagen! Sorgen Sie dafür, dass Ihre Partei Wort hält und das Totalverbot von Glyphosat ermöglicht. Die „Light-Version“ der ÖVP ist eine Mogelpackung, da sie die Landwirtschaft ausklammert Doch wie Sie wissen, ist gerade der Glyphosateinsatz in der Landwirtschaft mit rund 90 Prozent der österreichweit ausgebrachten Menge die Hauptursache für Glyphosat-Belastungen in Wasser, Boden, Lebensmitteln und im menschlichen Körper.
Die daraus resultierenden Gefahren für die Gesundheit und die Umwelt sind Ihnen bewusst. Das haben Sie im Parlament klargestellt. Ebenso wissen Sie, dass nur ein Totalverbot diese Belastungen reduzieren kann. Deshalb sollte Ihnen die Entscheidung am kommenden Dienstag leicht fallen.
Falls Ihnen aber das ÖVP-Argument der „Rechtswidrigkeit“ eines Totalverbots Sorge macht, weisen wir darauf hin, dass das zugrunde liegende „Rechtsgutachten“ von der ÖVP selbst beauftragt wurde und seither unter Verschluss gehalten wird. Wir sind der Meinung, dass Rechtsgutachten, die weniger transparent sind als die geheimen Glyphosat-Studien von Monsanto, grundsätzlich problematisch sind. Solche Geheimgutachten sollten daher bei wichtigen politischen Entscheidungen keine allzu große Rolle spielen. Umso mehr, als dass im konkreten Fall die Realität die behauptete Rechtswidrigkeit eines Totalverbots zu widerlegen scheint. Denn Frankreich hat bereits 2016 im Alleingang das umstrittene Insektizid Chlorpyrifos aus dem Verkehr gezogen. Im September 2018 folgte das Verbot aller neonicotinoid-artigen Pestizide. Frankreich erklärte, es sei jetzt „mehr denn je führend beim Verbot von Pflanzenschutzmitteln, die für Bienen gefährlich sind“.
Sehr geehrter Herr Hofer,
morgen kann die FPÖ mit ihrem Parlamentsklub sicher stellen, dass Österreich führend beim Verbot von glyphosathaltigen Herbiziden sein wird: Ein umfassendes Glyphosatverbot auf Schiene zu bringen, ist - wie Sie selbst so treffend formuliert hatten - ein Zeichen für verantwortungsvolle Umweltpolitik. Bitte nehmen Sie diese Verantwortung wahr! Die Menschen haben es verdient.
Weiterführende Hintergrundinformationen finden Sie in unserem Factsheet „„Glyphosatverbot Light“ - Kommt die Mogelpackung? Für ein persönliches Gespräch stehen wir gerne zur Verfügung!

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Thomas Geiger, Pressesprecher GLOBAL 2000
+43 699 14 2000 20, thomas.geiger@global2000.at

DI Dr. Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker GLOBAL 2000
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