- 28.06.2019, 14:37:52
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Plädoyer für lebendige Alpbewirtschaftung
Vorarlberg ist Gastgeber der Österreichischen Alpwirtschaftstagung
Utl.: Vorarlberg ist Gastgeber der Österreichischen
Alpwirtschaftstagung =
Schwarzenberg (OTS) - (VLK) – Vorarlberg ist heuer Gastgeber der
Österreichischen Alpwirtschaftstagung. Die Veranstaltung findet unter
dem Motto „Alp.Wirt.schafft – Partner“ vom 2. bis 4. Juli 2019 in
Mellau statt. Landesrat Christian Gantner,
Landwirtschaftskammervizepräsidentin und Bundesbäuerin Andrea
Schwarzmann, Alpwirtschaftsvereins-Obmann Josef Türtscher und der
Obmann der Almwirtschaft Österreich, Alt-Landesrat Erich Schwärzler,
nahmen dies zum Anlass, um am Freitag, 28. Juni, auf der Alpe
Oberlose (Schwarzenberg) zu Herausforderungen und Themen, die die
Alpwirtschaft in Vorarlberg besonders betreffen, Stellung zu nehmen.
„Die lebendige Bewirtschaftung der Alpen ist und bleibt die
Grundlage für die Zukunft des ländlichen Raumes in unserem Land“,
sagt Landesrat Gantner. Auf den 520 bewirtschafteten Alpen in
Vorarlberg sorgen 1.000 Älplerinnen und Älpler im Sommer für ca.
40.000 Tiere. Darunter sind 8.500 Milchkühe. Jährlich werden 500.000
kg Alpkäse auf den Alpen erzeugt.
Die Bewirtschaftung der Alpen kann nicht zu Weltmarktpreisen
geleistet werden, hier ist eine faire Abgeltung für die Bäuerinnen
und Bauern von existenzieller Bedeutung, so Gantner. Die
Landesregierung habe in den letzten Jahren durch spezielle
Regionalprogramme, zusätzliche Bewirtschaftungsprämien und die
Übernahme von Sozialversicherungsbeiträgen klar zum Ausdruck
gebracht, dass die Alpwirtschaft in Vorarlberg einen hohen
Stellenwert hat. 2018 wurden insgesamt gut 5,5 Millionen Euro
ausbezahlt, davon über 3,2 Millionen Euro aus Landesmitteln.
Bundesbäuerin Schwarzmann betonte, die Landwirtinnen und Landwirte
müssen weiterhin den Anreiz haben, ihre Tiere alpen zu wollen. Dafür
sei in der Neuausrichtung der gemeinsamen Agrarpolitik der EU eine
Kombination von flächen- und tierbezogener Leistungsabgeltung
wichtig. Das unterstrich auch Alt-Landesrat Schwärzler. Es brauche
mehr Geld für die Alpwirtschaft und eine stärker auf Weide- und
Behirtungsprämien abzielende Alpförderung, außerdem eine klare
Produktkennzeichnung für Alpprodukte.
Positiv sieht Schwärzler das aktuell in der Praxis getestete
System der Alpflächenerhebung via Satellit: „Das bedeutet Klarheit
und Sicherheit für die Älplerinnen und Älpler.“
Auch das Raubwild-Management wird vermehrt zum Thema, damit die
Alpwirtschaft in der bisherigen Form möglich bleibt. Dabei geht es
neben dem Herdenschutz vor allem um die Regulierung des Wolfes.
Alpwirtschaftsvereins-Obmann Türtscher sprach sich dafür aus, auf
europäischer Ebene den Schutzstatus des Wolfs zu ändern, damit eine
Bejagung bestimmter Tiere möglich ist. Er verwies auf das in
Vorarlberg erstellte Förderprogramm, das sinnvolle Schutzmaßnahmen
zur Vermeidung von Wolfsübergriffen auf Nutztiere, insbesondere
Schafe beinhaltet, und auf die geplante Änderung des Jagdgesetzes,
damit bei bestimmten Situationen gehandelt werden kann.
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