SOS-Familientipps: Wie Ordnung im Kinderzimmer gelingt

Das Chaos im Zimmer des Nachwuchses ist in vielen Familien Auslöser von Streit und Stress. SOS-Kinderdorf gibt Tipps, wie Verständnis und Ordnungssinn gefördert werden.

Wien (OTS) - Erst tritt man auf einen Legostein, dann stößt man sich die Zehen am Rutschauto oder stolpert über einen Berg von Schmutzwäsche. Wer kennt das nicht? Bittet man die Kinder, Spielzeug oder Kleidung wegzuräumen, führt das oftmals zu mühsamen Diskussionen, die im Frust enden. „Ein ordentlicher und strukturierter Lebensstil trägt aber maßgeblich zu unserem Seelenwohl bei und ein gewisser Ordnungssinn wirkt sich positiv auf das Leben unserer Kinder aus“, so Magdalena Wolf, Pädagogische Leiterin im SOS-Kinderdorf Wien. Doch wie bekommen wir unsere Kinder dazu?

Hier vier konkrete Tipps der Pädagogin, wie man Kinder zum Aufräumen motiviert und ihren Ordnungssinn fördert:

Atmosphäre des Wohlfühlens und der Geborgenheit schaffen

Es ist wichtig, in den Wohnräumen eine Atmosphäre des Wohlfühlens und der Geborgenheit für die Kinder, aber auch für die Erwachsenen zu schaffen. Es lohnt sich, gewisse Standards zu definieren. Besprechen Sie zum Beispiel mit Ihren Kindern, wo die Schuhe ausgezogen werden, dass die Schmutzwäsche in den Wäschekorb kommt, Spielsachen nach dem Spielen weggeräumt werden oder dass sofort weggewischt wird, wenn jemand etwas verschüttet. Gemeinsam geht das alles viel leichter: Überlegen Sie sich zusammen, wie Wohnung oder Haus sauber gehalten werden können. Leben Sie diese Regeln vor und achten Sie darauf, dass sie im Alltag eingehalten und zur Normalität werden. Das motiviert auch die Kinder.

Mithilfe bei alltäglichen Hausarbeiten

Um die Selbständigkeit der Kinder zu fördern, sollten sie in die regelmäßige Hausarbeit miteinbezogen werden. Planen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind jene Aufgaben, die es übernehmen kann – zum Beispiel Staub saugen, Müll rausbringen, Geschirrspüler ein- und ausräumen. Je nach Alter ist die Anleitung oder Unterstützung durch einen Erwachsenen hilfreich. In unseren Wohngemeinschaften oder SOS-Kinderdorf-Familien erleben wir, dass jüngere Kinder voller Stolz sind, wenn sie beim Altpapier entsorgen, Staubsaugen oder ähnlichem mithelfen dürfen.

Strukturiertes und angeleitetes Zusammenräumen

Bereits im Kindergartenalter können die Kinder lernen, eine gewisse Ordnung zu halten. Bei den Kleinsten kann es helfen, wenn Boxen/Laden/Kästen mit Bildern oder Stickern beklebt werden, damit sie wissen, wo etwas hingehört. Sie brauchen oft auch klare Schritt-für-Schritt-Anweisungen, was zu tun ist. Ebenso wichtig ist es für Kinder zu lernen, in ihrer Schultasche Ordnung zu halten und sich selbst zu organisieren. Auch hier gilt es, den Nachwuchs anfangs dabei anzuleiten.

Erst das eine, dann das andere

Spätestens im Kindergarten lernen die Kinder, dass das nächste Spiel erst dann begonnen wird, wenn das andere weggeräumt wurde. Da gerade junge Kinder in ihrem Entdeckungsdrang alles und jedes ausprobieren wollen, lohnt es sich, diese Vorgehensweise auch in den eigenen vier Wänden einzuführen.

Genauso wichtig im Zusammenleben mit Kindern ist es aber auch, eine gewisse Unordnung auszuhalten und zuzulassen. Wenn Kinder selbständig essen lernen, im Spielen vertieft sind und die Spielsachen vermischt werden oder beim Kochen und Backen helfen, kann nicht durchgehend Ordnung herrschen. In solchen Phasen darf es ein gewisses, überschaubares Chaos geben. Die grundlegende Botschaft an die Familienmitglieder ist – damit sie sich alle wohl fühlen, braucht es den Beitrag von jedem einzelnen.

Mehr SOS-Familientipps für den Alltag mit Kindern und Jugendlichen unter www.sos-kinderdorf.at/familientipps

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SOS-Kinderdorf
Martina Stemmer
Pressesprecherin
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