Aktuelle Studie: Vorwurf eines Ost-West-Gefälles bei der Qualität von Lebensmitteln wissenschaftlich widerlegt

Koßdorff: Lebensmittelhersteller nehmen auf regionale Aspekte Rücksicht

Qualität, Sicherheit und Geschmack stehen für uns immer an erster Stelle – auf allen Märkten gleichermaßen! Andernfalls wären wir als österreichische Lebensmittelindustrie gar nicht in der Lage, Spezialitäten „Made in Austria“ im Wert von rund 7 Milliarden Euro weltweit in 180 Länder zu exportieren!
Mag. Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie
Die aktuelle Studie des Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission zeigt klar: Es gibt keine Benachteiligung osteuropäischer Verbraucher durch unterschiedliche Qualitäten von Lebensmitteln innerhalb der EU. Offenbar waren diese Behauptungen nur innenpolitischem Kalkül vor allem in einigen Visegrád-Staaten geschuldet
Mag. Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie

Wien (OTS) - "Die aktuelle Studie des Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission zeigt klar: Es gibt keine Benachteiligung osteuropäischer Verbraucher durch unterschiedliche Qualitäten von Lebensmitteln innerhalb der EU. Offenbar waren diese Behauptungen nur innenpolitischem Kalkül vor allem in einigen Visegrád-Staaten geschuldet", resümiert die Geschäftsführerin des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie, Mag. Katharina Koßdorff, die jüngst veröffentlichten Ergebnisse.

Umfangreiche Untersuchungen in ganz Europa

Das europäische Joint Research Centre (JRC) hat 145 Markenprodukte aus 19 EU-Mitgliedstaaten – insgesamt 1.380 Proben - untersucht und keine Hinweise gefunden, dass es ein "Ost-West-Gefälle" bei der Produktqualität in Europa gibt. Die groß angelegte Studie zeigt dies eindrucksvoll auf der Basis robuster Daten, die anhand einer EU-weit standardisierten Methodik erhoben und ausgewertet wurden. Festgestellt wurden freilich auch Unterschiede bei einzelnen Marken hinsichtlich der Zutaten oder Nährwerte. Der JRC-Bericht stellt jedoch eindeutig klar, dass ein Unterschied in der Zusammensetzung keinesfalls zwingend einen Unterschied in der Qualität bedeutet.

Regionale Aspekte sind wichtig

Damit Lebensmittel auf anderen Märkten rund um den Globus überhaupt verkauft werden dürfen, müssen diese den gesetzlichen Vorgaben des jeweiligen Staates entsprechen. Ein Umstand, der Auswirkungen auf Kennzeichnung und Zusammensetzung haben kann. Darüber hinaus müssen sie die Wünsche bzw. Geschmackvorlieben der dort lebenden Kunden treffen. Häufig werden regionale Geschmacksvorlieben etwa durch unterschiedliche Würzungs- oder Süßungsgrade berücksichtigt oder Produkte nach und nach "reformuliert" - meist mit weniger Zucker oder Fett - auf den Markt gebracht. Auch werden in einigen Staaten bevorzugt Rohstoffe aus lokaler Produktion eingesetzt, wodurch sich etwas abgeänderte Rezepturen ergeben können, aber auch eine geringere CO2-Belastung durch kürzere Transportwege sowie Arbeitsplätze vor Ort.

"Qualität, Sicherheit und Geschmack stehen für uns immer an erster Stelle – auf allen Märkten gleichermaßen! Andernfalls wären wir als österreichische Lebensmittelindustrie gar nicht in der Lage, Spezialitäten „Made in Austria“ im Wert von rund 7 Milliarden Euro weltweit in 180 Länder zu exportieren!", so Koßdorff.

Es ist wichtig, dass es nun eine europaweit einheitliche Methodik gibt, um Vorwürfe dieser Art überprüfen zu können. Nur so konnten die Behauptungen der Visegrád-Staaten, der "Westen" würde bewusst Lebensmittel „minderer“ Qualität in den "Osten" liefern, auf wissenschaftlich fundierter Basis widerlegt werden. Die Lebensmittelindustrie nimmt etwa die im JRC-Bericht erwähnten unterschiedlichen Rechtsvorschriften (ua Rundungsregeln bei der Nährwertkennzeichnung) in verschiedenen Mitgliedstaaten zum Anlass, um sich weiterhin auf europäischer Ebene für einheitliche Vorgaben einzusetzen.

Stellenwert der Lebensmittelindustrie in Österreich

Die Lebensmittelindustrie ist eine der größten Branchen Österreichs. Sie sichert im Interesse der Konsumenten tagtäglich die Versorgung mit sicheren, qualitativen und leistbaren Lebensmitteln. Die rund 200 Unternehmen mit ihren 26.000 direkt Beschäftigten erwirtschafteten im Jahr 2018 ein Produktionsvolumen von 8,5 Mrd. Euro - 7,1 Mrd. Euro davon im Export in über 180 Länder. Der Fachverband unterstützt seine Mitglieder durch Information, Beratung und internationale Vernetzung.

Ergebnisse der Wertschöpfungsstudie 2019:

Bruttoproduktionswert der Lebensmittelindustrie: 16,3 Milliarden Euro. Jeder erwirtschaftete Euro regt weitere 1,23 Euro in anderen Branchen an Wertschöpfung an. Jeder Arbeitsplatz in der Lebensmittelindustrie bewirkt die Schaffung oder Absicherung von weiteren knapp zwei Arbeitsplätzen in Österreich. 4 von 10 von der Lebensmittelindustrie erwirtschafteten Euro fließen über Steuern und Abgaben an den Staat zurück.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Katharina Koßdorff
Geschäftsführerin im Fachverband der Lebensmittelindustrie
Tel.: +43 1 712 21 21 – 14
k.kossdorff@dielebensmittel.at

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DI Oskar Wawschinek MAS MBA
Pressesprecher für den Fachverband der Lebensmittelindustrie
+43/664-5456350
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