ÖGB/ARGE-FGV: Respekt und Wertschätzung statt Pflegelehre

Attraktivität der Pflegeberufe muss endlich gehoben werden

Wien (OTS) - „Schon seit Jahren geistert der Gedanke ‚Pflegelehre‘ als Allheilmittel des Pflegenotstandes in den Köpfen der Dienstgeber und Politiker herum. Obwohl die ÖGB/ARGE-FGV immer wieder darauf hinweist, dass Jugendliche erst mit 17 Jahren an PatientInnen tätig werden dürfen. Und das hat seine Richtigkeit, weder haben es unsere Angehörigen verdient von Jugendlichen, die als billige Arbeitskräfte in diesen sensiblen Bereichen missbraucht werden, betreut zu werden, noch haben es unsere Jugendlichen verdient diese emotionalen Belastungen, mit denen Erwachsene schwer fertig werden, auszuhalten“, kritisiert der Vorsitzender der ÖGB/ARGE-Fachgruppenvereinigung (ÖGB/ARGE-FGV) Josef Zellhofer.++++

„Hat man schon mit der Novelle zum Gesundheits- und Krankenpflegegesetz 2016 versucht mit der Schaffung von einem zusätzlichen Pflegeberuf die Welt zu retten und wieder nichts gelernt, jetzt wird es mit einem Lehrberuf versucht. Das wird auch fehlschlagen, denn ohne verbesserte Arbeitsbedingungen wird man wenige Menschen finden, die diese sehr anspruchsvolle Arbeit machen möchten. Vor einigen Jahren haben wir familienfreundliche Arbeitsbedingungen gefordert, jetzt müssen wir teilweise bereits menschenwürdige Arbeitsbedingungen fordern“, so Zellhofer weiter.

Ein großes Personenpotenzial bereits ausgebildeter Pflegepersonen, welche auf Grund der Arbeitsbelastung den Job wechselten, würde sofort wieder in der Pflege arbeiten, wenn das Arbeitsumfeld und die Wertschätzung dieser Berufe endlich den Respekt erfahren, den sie sich verdienen. Zellhofer: „Deshalb brauchen wir keine Pflegelehre, sondern eine einheitliche Personalbedarfsrechnung mit qualitativen Standards in den Pflege- und Betreuungseinrichtungen, eine zwingend vorgeschriebene Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und messbare, überprüfbare und letztlich sanktionierbare Qualitätskriterien in allen Bereichen.

Nur so können wir die Attraktivität unser Gesundheitsberufe heben und die chronische Unterbesetzung und Überbelastung der Pflege und Betreuungsberufe stoppen“, ist Zellhofer überzeugt.

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