Die Tonspur der Verfolgung. Ergebnisse der Klanggeschichte.

Simon Wiesenthal Lecture von Christian GERLACH, Universität Bern.

Wien (OTS) - „Wie hörte sich das an?“: Was kann diese seltsame Frage zum Verständnis von Verfolgung und Verfolgtsein beitragen? Der Vortrag sucht Antworten auf diese Frage in Überlebendenberichten von Juden und anderen Opfern von Massengewalt in der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zu letzteren gehören hier Hiroshima und Nagasaki 1945, Indonesien 1965/66, Ostpakistan 1971 und Ruanda 1994. Bei alledem soll es nicht um bloße Beschreibung, um einen Katalog von Klängen gehen, die in Erzählungen Eingang gefunden haben. Es geht vielmehr darum, dass Geräusche Auskunft geben können über Machtverhältnisse, soziale Beziehungen und Verhältnisse, kollektives Handeln, Techniknutzung, Alltagsleben, Emotionen und vieles mehr. Der neue klanggeschichtliche Ansatz führt daher teilweise zu einem anderen ‚Bild’ der Verfolgung und lässt Gewalt in ihrer ganzen Brutalität hervortreten.

Christian GERLACH lehrt Zeitgeschichte an der Universität Bern. Seine Forschungsgebiete umfassen Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg, Massengewalt in vergleichender Perspektive sowie die Geschichte von Landwirtschaft, Ernährung, Hunger und ländlicher ‚Entwicklung’. Zuletzt erschienene Bücher: Extrem gewalttätige Gesellschaften (2011), Der Mord an den europäischen Juden (2017).

Die Tonspur der Verfolgung. Ergebnisse der Klanggeschichte.

Simon Wiesenthal Lecture von Univ.-Prof. Dr. Christian GERLACH, Ordinarius für Zeitgeschichte am Historischen Institut der Universität Bern.

Moderation: Philipp ROHRBACHER, MA, Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)

Datum: 27.06.2019, 18:30 - 20:00 Uhr

Ort: Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Dachfoyer
Minoritenplatz 1, 1010 Wien, Österreich

Url: http://www.vwi.ac.at

Rückfragen & Kontakt:

Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)
Dr. Jana Starek
+43-1-890 15 14-150
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