PVÖ-Kostelka: „Kurz-Pflegeplan wirft mehr Fragen auf, als Lösungen angeboten werden“

Die vorgestellte „Lösung“ lässt in vielen Punkten detaillierte Angaben vermissen. Einige Maßnahmen greifen zu kurz.

Wien (OTS) - „Wieder einmal werden Überschriften als Lösung präsentiert“, kommentiert der Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ), Dr. Peter Kostelka, den heute vorgestellten Pflegeplan von ÖVP-Obmann Sebastian Kurz. Für den PVÖ stellen sich nach dieser Präsentation mehr Fragen als Lösungen angeboten werden. Laut Kostelka sind vor allem folgende Fragen offen geblieben:

  • Wie genau sieht die Finanzierung aus?
  • Wer genau zahlt die Beiträge zu diesem Versicherungsmodell?
  • Welchen Anteil wird der Staat aus dem Budget leisten?
  • Welchen Anteil soll die AUVA bezahlen?
  • Ist die – von der ÖVP-FPÖ-Regierung zum Sparkurs verdonnerte – AUVA überhaupt in der Lage, die Organisation der Pflegefinanzierung zu übernehmen?

Nach Einschätzung des PVÖ-Präsidenten sieht der Kurz-Plan nach „wundersamer Geldvermehrung“ aus. Kostelka: „Vor einem Jahr erst wurden der AUVA unter Kanzler Kurz 500 Millionen jährlich entzogen. Wie soll dieselbe AUVA jetzt die erforderlichen 4,5 Milliarden für die Pflege stemmen ohne dass Leistungen gekürzt oder Beiträge erhöht werden?“

Kritik übt der Präsident des Pensionistenverbandes auch an einigen der wenigen vorgestellten konkreten Maßnahmen, die nach Meinung des PVÖ zu kurz greifen.

So ist der PVÖ-Präsident davon überzeugt, dass eine „Pflegelehre“ die steigenden Anforderungen nicht zu lösen imstande ist. Kostelka: „Lerning by doing ist in diesem Fall niemandem zuzumuten. Den Auszubildenden nicht und vor allem den Betroffenen nicht.“ Der Pensionistenverband sieht in seinem Pflegekonzept die Einrichtung eines berufsbildenden mittleren (BMS) und höheren (BHS) Schulzweigs für Soziales und Pflege vor. In den höheren Jahrgängen – nach einer fundierten theoretischen Einführung - sollen dann verpflichtende Praktika den Fokus der Auszubildenden auch auf die zukünftige praktische Arbeit richten.

Die im Rahmen der Präsentation angesprochenen „One-Stop-Shops“ in den Bezirken bieten nach der Einschätzung des Pensionistenverbandes eine zu geringe Betreuungsdichte. Kostelka: „Unser Konzept sieht eine Pflege-Service-Stelle in jeder Gemeinde bzw. Magistrat vor. Diese sind wohnortnah und damit leicht erreichbar, kennen die regionalen Gegebenheiten und sind trägerübergreifend und damit unabhängig.“ Zusätzlich sollte nach dem Konzept des Pensionistenverbandes ein österreichweiter Pflegetelefon-Dienst eingerichtet werden.

Kostelka abschließend: „Als Interessenvertretung der Betroffenen haben wir uns ausführlich und unter Einbeziehung vieler ExpertInnen mit dem Thema Pflege befasst. Weil Pflege ist zu wichtig um als Wahlkampf-Gag missbraucht zu werden.“ (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Pensionistenverband Österreichs
Heinz Haubenwallner
0664 230 95 05
heinz.haubenwallner@pvoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVO0001