Gewerkschaft vida kritisiert Verdoppelung der Lufthansa-Dividendenausschüttung

vida-Liebhart: Geld fehlt bei Investitionen in Langstrecke – AUA-Betriebsrat Bord: Shareholder gewinnen wieder, Personal schaut erneut durch die Finger

Wien (OTS) - Mit Empörung haben Daniel Liebhart, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt in der Gewerkschaft vida, und Rainer Stratberger, Vorsitzender des AUA-Betriebsrat Bord, die heutige Ankündigung des Lufthansa-Konzerns aufgenommen, wonach die bisherige Dividendenausschüttung in Höhe von 10 bis 25 Prozent auf 20 bis 40 Prozent gesteigert werden soll.

„Den Beschäftigten wird immer vorgegaukelt, dass zuerst die Gewinnquote steigen muss, damit man sich den dringend notwendigen Ersatz der Langstreckenflugzeuge bei der AUA leisten kann“, halten Liebhart und Stratberger dazu fest. Es mute daher absurd an, dass einerseits das Geldverdienen für ein Re-Investment vom Management als Bedingung genannt werde, obwohl anderseits nun vom verdienten Geld mehr in Form von Gewinnen ausgeschüttet werde. Die Gewinne der einzelnen Unternehmen fließen im Konzern zusammen und auch die Kaufentscheidung von Flugzeugen werde von der Konzernspitze getroffen. Daher sei eine deutlich höhere Dividendenausschüttung bei der Lufthansa ein wichtiger Faktor, der sich auf die Investitionen von einzelnen Konzerntöchtern gravierend auswirke, kritisieren Gewerkschaft und Betriebsrat.

„Die österreichische Politik wird regelmäßig von der AUA-Geschäftsführung in Österreich und von der Lufthansa-Konzernleitung in Deutschland aufgefordert, durch ein Reduzieren der Höhe der Ticketabgabe einen Beitrag zur Finanzierung neuer Flugzeuge zu leisten. Dennoch soll die Gewinnausschüttung unverhältnismäßig erhöht werden. Auf diese Weise wird vom Konzern wegen der Befriedigung der AktionärInnen versucht, Investitionskosten zu sparen und auf die Allgemeinheit, sprich auf die SteuerzahlerInnen abzuwälzen“, ist Liebhart empört.

„Bei den Beschäftigten löst das genauso wie die zweistelligen Erhöhungen der Gagen des Konzernvorstands ein weiteres riesiges Unverständnis aus. Die Bereitschaft der MitarbeiterInnen, angekündigte zukünftige Sparpakete mitzutragen, wird sich angesichts einer derartigen Unternehmenspolitik wohl in Grenzen halten“, gibt der vida-Gewerkschafter zu bedenken.

„Im Unterschied zur Ausschüttung an die AktionärInnen werden die festgelegten Kriterien bei der MitarbeiterInnen-Gewinnbeteiligung wieder knapp nicht erreicht. Die AktionärInnen und das Management erhalten deutlich mehr, das Personal schaut wieder durch die Finger. Ich fordere das Management auf, Großzügigkeit nicht nur für das Top-Management und die Shareholder, sondern auch bei den Incentives für MitarbeiterInnen an den Tag zu legen“, bekräftigt AUA-Bordbetriebsratsvorsitzender Stratberger.

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