• 24.06.2019, 11:22:41
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Caritas: Umfassendes Pflegegesamtkonzept notwendig

Wachter: „Die Hauptlast der Pflege und Betreuung in Österreich tragen pflegende Angehörige. Sie brauchen Unterstützung. Ein Pflegegesamtkonzept ist notwendig.“

Utl.: Wachter: „Die Hauptlast der Pflege und Betreuung in Österreich
tragen pflegende Angehörige. Sie brauchen Unterstützung. Ein
Pflegegesamtkonzept ist notwendig.“ =

Wien (OTS) - „Die Reform der Pflege in Österreich darf aufgrund der
anstehenden Neuwahlen nicht auf die lange Bank geschoben werden. Aus
Sicht der Caritas wäre eine umfassende Planung der Zukunft der Pflege
dringend notwendig. Es braucht ein Gesamtkonzept“, sagt Bernd
Wachter, Generalsekretär der Caritas Österreich, und weiter: „Eine
zukunftsweisende Pflegereform muss Antworten auf die großen,
ungelösten Herausforderungen geben: So müssen pflegende Angehörige
besser unterstützt werden, wirksame Maßnahmen gegen den
Fachkräftemangel gefunden werden und es dürfen erfolgreiche
Initiativen, wie die gemeinsam entwickelte, österreichweite
Demenzstrategie, nicht in Vergessenheit geraten.“

Zur Diskussion um eine Pflegeversicherung meint Wachter: „Wichtig
ist, dass es ein Pflegekonzept gibt, das auch nachhaltig
ausfinanziert ist. Auch bei einer Pflegeversicherung stellt sich die
Frage, wer das finanziert.“

Pflegende Angehörige brauchen Unterstützung

Die demografischen Entwicklungen zeigen: Bis 2050 ist mit einem
Anstieg der Pflegebedürftigen von derzeit 450.000 auf 750.000
Menschen zu rechnen. „Die Hauptlast der Pflege und Betreuung in
Österreich tragen pflegende Angehörige. Sie brauchen Unterstützung“,
so Wachter. Vor allem der Ausbau von zeitlich flexiblen
Tagesbetreuungsangeboten auch in den eigenen vier Wänden, eine
Wertanpassung des Pflegegeldes, sowie besser geregelte Ansprüche auf
Pflegekarenz und Pflegefreistellung könnten hier helfen. Darüber
hinaus müssten die Angebote von mobiler, teilstationärer und
stationärer Betreuung und Pflege in ganz Österreich flächendeckend
und leistbar sein.

Pflegeberufe attraktiver machen

„Es kann nicht sein, dass die Betreuung von pflegebedürftigen
Angehörigen im Burgenland und in Vorarlberg von unterschiedlicher
Qualität ist und auch die Kosten divergieren. Wir müssen
sicherstellen, dass alle Menschen in Österreich, unabhängig von ihrer
finanziellen Situation und ihrem Wohnort, einen Zugang zu
qualitätsvoller und leistbarer Pflege und Betreuung haben“, betont
Bernd Wachter: „Dazu werden wir ausreichend qualifizierte
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege brauchen. Es gilt also
diese Berufsbilder attraktiver zu machen und verschiedene Bildungs-
und Einstiegsmöglichkeiten für potenzielle Pflegekräfte zu schaffen.“

Ein Leben in Würde bis zuletzt sicherstellen

„Durch eine Krankheit, einen Unfall oder schlichtweg durchs Alter
können wir alle betreuungs- oder pflegebedürftig werden. Die Pflege
in Österreich zukunftsfit zu machen, kommt uns allen zugute. Wir
sollten sicherstellen, dass ein Leben in Würde bis zuletzt für alle
Menschen in Österreich möglich ist“, so Caritas Generalsekretär Bernd
Wachter.

Die mobilen Betreuungs- und Pflegeteams der Caritas unterstützen
jährlich mit 2,2 Millionen Stunden Menschen zu Hause. Informationen
zum Thema Betreuung und Pflege sowie Tipps im Umgang mit an Demenz
erkrankten PatientInnen bietet die Caritas auch online an:
www.caritas-pflege.at

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