„Kuba – Im Rhythmus der Natur“: Faszinierende „Universum“-Bilder aus der unverdorbenen Wildnis der größten Karibik-Insel

Am 25. Juni um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Wenn Geier in den Aufwinden über dem „Habana Libre“, dem legendären Hotel in Havannas Altstadt, kreisen, ist eigentlich schon fast alles klar: Fauna und Flora hat es offenbar gutgetan, dass der profitorientierten Welt der Zutritt zu Fidel Castros Kuba ein halbes Jahrhundert lang verwehrt war. Winzige Urwald-Preziosen wie das kaum einen Zentimeter große Monte-Iberia-Fröschchen oder der Bienenkolibri, der kleinste Vogel der Welt, genießen hier noch unzerstörte Lebensräume. Und vor Kubas Küste liegt eine der größten Kostbarkeiten überhaupt: ein lebendiges Korallenriff. In seiner neuen „Universum“-Dokumentation „Kuba – Im Rhythmus der Natur“ zeigt der vielfach preisgekrönte Naturfilmer John Murray („Testament eines Tigers“, „Shannon“, „Wildes Irland“) am Dienstag, dem 25. Juni 2019, um 20.15 Uhr in ORF 2 faszinierende Bilder aus der unverdorbenen Wildnis der größten Karibik-Insel. Der Film (ORF-Bearbeitung: Jutta Karger) entstand als Koproduktion von ORF, France Télévisions, PBS und der BBC.

Der Bienenkolibri ist nur auf Kuba heimisch. Ob wirklich dieser Kolibri weltweit der kleinste ist (oder vielleicht doch die jamaikanische Zwergelfe) ist schwer zu entscheiden, so selten sind die Sichtungen. Dass es gelungen ist, ein Bienenkolibri-Weibchen beim Bau ihres kaum Ping-Pong-Ball-großen Nests zu filmen und ihre Brut beim Heranwachsen in rekordverdächtigem Tempo zu beobachten, darf als ein besonderes Highlight dieser Dokumentation gelten. Spinnweben sind das Material, aus dem das Weibchen die Kinderstube zimmert. Dafür muss es die Fäden aber aus Spinnennetzen stibitzen, und für einen Bienenkolibri ist das Schwerstarbeit. Ein anderer Winzling in den kubanischen Wäldern ist das Monte-Iberia Fröschchen. Bei gerade einmal einem Zentimeter Größe läuft es ständig Gefahr, von einem größeren Tier geschnappt zu werden. Doch dieser kleine Happen ist giftig – und er warnt davor mit kontrastreicher schwarz-gelber Zeichnung. Trotzdem ist die Art bedroht, nur in zwei kleinen Gebieten auf der Insel ist das Fröschchen noch anzutreffen.

Auf Kuba leben rund 26 verschiedene Fledermaus-Arten, sieben davon gibt es nirgendwo sonst. Die Kuba-Blütenfledermaus gehört zu den Arten, die sich vorwiegend von pflanzlicher Kost wie Früchten, Nektar und Pollen ernähren. Wie andere Fledermäuse auch sind diese nachtaktiv und verschlafen den Tag in einer Höhle. Am Höhleneingang lauert jedoch Gefahr: Kuba-Schlankboas hoffen dort auf Beute. Sie orientieren sich nach Geruch, während die Fledermäuse ihre bewährte Echo-Ortung benutzen. Mit speziell abgestimmter Kameratechnik ist es gelungen, das Drama zu dokumentieren, das sich hier tagtäglich lautlos und in völliger Dunkelheit abspielt.

Seit gut drei Millionen Jahren leben die Kuba-Leguane bereits in der Karibik. Hektik ist ihnen an ihren tropischen Stränden fremd, und es gibt nicht viel, was sie aus der Ruhe bringen könnte. Nur in der Paarungszeit ist das anders, da sind die Männchen wie ausgewechselt – gilt es doch, sich das Recht auf Fortpflanzung zu sichern. An den Stränden im Sumpfland von Zapata, unweit der berühmten Schweinebucht, sind es wiederum weibliche Tiere, für die der Strand bei der Fortpflanzung wichtig ist. Im April verlassen Millionen Landkrabben-Weibchen, jedes mit Tausenden Eiern bepackt, den Wald in Richtung Ozean. Sie müssen ihre Eier im Meerwasser deponieren, damit die nächste Generation heranwachsen kann. Die Krabben legen dabei bis zu sieben Kilometer zurück, und für viele ist die Wanderung, bei der sie auch Küstenstraßen queren müssen, der letzte Weg ihres Lebens.

„Jardines de la Reina“ – Gärten der Königin – heißt ein Wasserparadies vor der Südküste Kubas (gemeint ist Königin Isabella I. von Kastilien, der zu Ehren Christoph Columbus dem Archipel diesen Namen gab). Unberührte Mangrovenwälder und Korallenriffe, in denen das Unterwasserleben in seiner ganzen tropischen Farbenpracht pulsiert, liefern vielleicht die eindrücklichsten Bilder dieser kostbaren, noch intakten Lebensräume. Hier wachsen noch die empfindlichen Elchgeweih-Korallen, die in der Regel die ersten Opfer schädlicher Umwelteinflüsse werden. Haie durchstreifen diese Riffe in großer Zahl. Ihre Gestalt, perfekt auf ihre Lebensweise zugeschnitten, hat sich in den vergangenen 50 Millionen Jahren kaum noch verändert.

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Kubanischen Revolution ist, bedingt durch die Abschottung vom kapitalistischen „Westen“, der Lebensstandard bescheiden. Gleichzeitig hinterlassen die Menschen auf Kuba aber auch nur einen Bruchteil des „ökologischen Fußabdrucks“ der Bevölkerung in Industrienationen. Der Gewinner dieses Kapitels in der Geschichte war ganz klar die Natur: „Universum“ gewährt einen Einblick in die Schätze dieser geschichtsträchtigen und faszinierenden Insel, die für die Natur der gesamten Karibik zu einem echten Hoffnungsträger geworden ist.

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