„kulturMontag“ am 24. Juni: Verschwörungstheorien & Fake News, Vision und Wirklichkeit in Ungarn und Pianist Lukas Sternath im Porträt

Danach: Dokumentation „Familien-Bande. Der Theaterverlag Thomas Sessler“

Wien (OTS) - Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am 24. Juni 2019 um 22.30 Uhr in ORF 2 setzt sich anlässlich eines neuen Buches und EU-Forschungsprojekts des Wissenschafters Michael Butter, der live in die Sendung zugeschaltet wird, mit der Analyse von Verschwörungstheorien und Fake News auseinander. Außerdem blickt das ORF-Kulturmagazin 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs auf Ungarn, porträtiert ein Ausnahmetalent auf Erfolgskurs, den Pianisten Lukas Sternath, und bringt einen Nachruf auf den kürzlich verstorbenen Burgschauspieler Peter Matić. Anschließend ist die neue ORF-Kulturdokumentation „Familien-Bande. Der Theaterverlag Thomas Sessler“ (23.30 Uhr) von Gustav W. Trampitsch zu sehen.

Nichts ist, wie es scheint – Das Ende der Wahrheit?

Wer steckt hinter dem Brand von Notre Dame, plant die EU eine Islamisierung Europas, will Großbritannien durch den Brexit in Wahrheit gar eine neue Weltordnung erreichen und wer sind die wahren Drahtzieher im Ibiza-Skandal? Die aktuellen Weltgeschehnisse bieten viel Stoff für Verschwörungstheorien aller Art und das Internet sowie die neuen Medien sind voll von Falschinformationen. Aber was ist wahr, was ist fake? Erst kürzlich hat der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier der Desinformation im Internet und den Verschwörungstheorien den Kampf angesagt. Denn Populisten in vielen Ländern verbreiten nicht nur sogenannte alternative Wahrheiten, sondern offensichtliche Lügen. „Nichts ist, wie es scheint“, nennt der deutsche Wissenschafter Michael Butter sein neues Buch zum Thema. Er leitet ein EU-Forschungsprojekt zur Analyse von Verschwörungstheorien. Michael Butter ist im „kulturMontag“ live aus Stuttgart zugeschaltet.

Einer kleiner Schnitt, ein großer Schritt – Ungarn zwischen Vision & Wirklichkeit

Viele Jahrzehnte lang war Europa geteilt – durch jenen Todesstreifen, in dem Tausende Menschen durch ein despotisches Regime ihr Leben verloren hatten. Als der Eiserne Vorhang in Ungarn im Mai 1989 niedergerissen wurde, war das ein historischer Moment, vergleichbar mit der Französischen Revolution oder dem Sieg über den europäischen Faschismus. Dennoch stand dieses Ereignis nicht im Fokus der internationalen Berichterstattung. In den österreichischen Zeitungen wurde der Abbau der Grenzsperren gerade einmal nur angekündigt, Bundeskanzler Franz Vranitzky und Außenminister Alois Mock begrüßten zwar die Entwicklung, mehr aber auch nicht. Am 27. Juni 1989 wiederholten die Außenminister Ungarns und Österreichs, Gyula Horn und Alois Mock, die Zeremonie der Grenzöffnung und durchschnitten symbolisch den Grenzzaun. Die Bilder dieses Ereignisses gingen um die Welt und wurden zum Symbol für den Fall des „Eisernen Vorhangs“. Einige Wochen später nutzten knapp 1.000 DDR-Bürger/innen das von Imre Pozsgay und Otto von Habsburg organisierte „Paneuropäische Picknick“ an der ungarisch-österreichischen Grenze zur Flucht. Am 11. September 1989 wurde die Grenze schließlich geöffnet. Der „Eiserne Vorhang“ war gefallen. In den folgenden drei Wochen flüchteten mehr als 25 000 DDR-Bürger/innen nach Österreich. Die DDR verbot daraufhin Reisen nach Ungarn, aber die Fluchtwelle war nicht mehr zu stoppen. Ungarn war der entscheidende Dominostein, der letztlich den Kommunismus in Europa zu Fall gebracht hat. Der ungarische Schriftsteller und Historiker György Dalos, der seine Heimat in zahlreichen Werken thematisierte und heute in Berlin lebt, begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit und lässt die ungarische Geschichte Revue passieren. Inwieweit sich der Traum von Freiheit im heutigen Ungarn des Viktor Orbán in Luft aufgelöst hat, das analysieren u. a. Péter Müller, Mitbegründer des renommierten Sziget-Festivals in Budapest, Judit Bárdos von der Plattform der Akademie der Wissenschaften und der Filmemacher und Aktivist Marton Gulyas.

Ein Ausnahmetalent auf Erfolgskurs – Der Pianist Lukas Sternath

Minutenlange Standing Ovations, mindestens drei Zugaben und ein tosender Schlussapplaus und das für einen erst 17-Jährigen. Der Lohn für ein bemerkenswertes Talent. Kenner der klassischen Musik sind sich schon seit Längerem einig, dass dem Schüler aus Wien-Währing eine außergewöhnliche Karriere bevorsteht. Das bestätigen ihm nicht nur seine Klavierlehrerin Alma Sauer von der Musikuniversität Wien, sondern auch international anerkannte Musikexperten wie der Komponist Walter Arlen, der mehr als 30 Jahre lang als Musikkritiker bei der LA Times beschäftigt war. Seit sich Lukas Sternath beim internationalen Edvard-Grieg-Wettbewerb in Norwegen bis ins Semifinale gespielt hat, wird er auch international wahrgenommen. Freilich – bis nach ganz oben als Konzertpianist ist es noch ein langer Weg, aber die Voraussetzungen dafür könnten für ihn nicht besser sein. Seine Leidenschaft hat er schon im Alter von vier Jahren entdeckt, als ihn seine Eltern zum Musikunterricht anmeldeten. Konsequent verfolgt er seinen Traum. Die Konzerthallen dieser Welt kennt der einstige Sängerknabe gut, seinen Tour- und Wettbewerbskalender hat er bis zum Jahr 2025 schon vorausgeplant. Jetzt scheint eine Solokarriere zum Greifen nahe.

Kulturdokumentation: „Familien-Bande. Der Theaterverlag Thomas Sessler“ (23.30 Uhr)

Der Wiener Thomas Sessler Verlag ist Österreichs größter Bühnenverlag: Von Meilensteinen der k. u. k. Literatur über moderne Klassiker bis zu zeitgenössischen Werken reicht das hochkarätige Portfolio, das ständig erweitert wird. Namen wie Ödön von Horváth, Helmut Qualtinger, H. C. Artmann oder Christine Nöstlinger sind hier ebenso gelistet wie Peter Turrini, Michael Köhlmeier, Daniel Kehlmann oder Franzobel. Geführt wird das 1911 als Marton Verlag in Budapest gegründete Unternehmen seit nunmehr 50 Jahren von Miteigentümer Ulrich N. Schulenburg. Unter dem Titel „Familien-Bande. Der Theaterverlag Thomas Sessler“ beleuchtet eine neue Dokumentation von Gustav W. Trampitsch die wechselvolle Verlagsgeschichte und erklärt die Aufgaben eines Theaterverlags im 21. Jahrhundert.

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