APA vergab Alfred-Geiringer-Stipendium 2019 an Philipp Wilhelmer

Wien (OTS) - Von APA gestifteter Fonds zur Förderung des Qualitätsjournalismus ermöglicht Kurier-Redakteur dreimonatigen Studienaufenthalt an der Universität Oxford - Wissenschaftliche Arbeit über Möglichkeiten einer Newsroom-Kultur der Transparenz und Leser-Interaktion

Philipp Wilhelmer (40) ist der diesjährige Alfred-Geiringer-Stipendiat. Der von der APA - Austria Presse Agentur gestiftete Fonds zur journalistischen Weiterbildung dient der Förderung des Qualitätsjournalismus und ermöglicht einen dreimonatigen Studienaufenthalt an der Universität Oxford sowie die Teilnahme am exklusiven "Journalism Training Programme" der Thomson Reuters Foundation.

Der Kurier-Redakteur wird sich in Oxford mit den Möglichkeiten einer Newsroom-Kultur der Transparenz und Leser-Interaktion beschäftigen. Sein Projekt nimmt dabei - nicht zuletzt im Kontext von Social Media-Gewohnheiten und Vertrauensverlust in den journalistischen Berufsstand - Leserinnen und Leser sowie Zuseherinnen und Zuseher in den Fokus und fragt nach Erfahrungen, Chancen und Herausforderungen bei deren Einbindung in den journalistischen Prozess.

Wilhelmer studierte Publizistik an der Uni Wien und schloss den Studienlehrgang Qualitätsjournalismus an der Donau-Universität Krems ab. Seine journalistische Laufbahn startete er als freier Mitarbeiter beim Privatradio 88,6, danach landete er in der Chronik-Redaktion der APA, wo er später auch als Medienredakteur tätig war. 2012 wechselte er als stellvertretender Chefredakteur zum Branchenmagazin Horizont. Seit 2013 ist er leitender Medienredakteur beim Kurier, seit 2016 außerdem stellvertretender Ressortleiter für Kultur und Medien.

Der Namensgeber des Stipendiums, Alfred Geiringer, legte den Grundstein für den Weg zur Unabhängigkeit, den die APA - Austria Presse Agentur seit 1946 gegangen ist. Geiringer musste 1938 aus Österreich emigrieren und kehrte 1945 als Reuters European Editor zurück. Die APA verdankt ihm maßgeblich die Loslösung aus fast einem Jahrhundert staatlicher Bindung und die Transformation zu einer Nachrichtenagentur, die heute allein den Grundsätzen Unabhängigkeit, Zuverlässigkeit und Ausgewogenheit verpflichtet ist.

Dank Geiringers Aufbauarbeit zählt die APA heute zur kleinen Gruppe von etwa 20 Agenturen weltweit, die sich im privaten Eigentum der Medien befinden, während die große Mehrzahl der Nachrichtenagenturen, nämlich etwa 90 Prozent, in staatlichem Eigentum oder staatlich kontrolliert ist. Die APA hat sich deshalb 2001 entschlossen, unter Geiringers Namen einen Fonds zur journalistischen Weiterbildung einzurichten.

Das Stipendium geht an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von österreichischen Medienhäusern sowie der APA selbst.

Bisherige Geiringer-Stipendiaten waren Hedwig Kainberger (Salzburger Nachrichten), Monika Graf (APA, inzwischen Salzburger Nachrichten), Alexandra Föderl-Schmid (Der Standard, nunmehr Süddeutsche Zeitung), Gianluca Wallisch (APA, inzwischen Der Standard), Alexandra Frech (APA), Eva Weissenberger (damals Kleine Zeitung), Judith Högerl (APA), Monika Kalcsics (ORF), Christoph Griessner (APA), Anna-Maria Wallner (Die Presse), Sonja Gruber (APA), Anja Kröll (Salzburger Nachrichten), Christoph Schlemmer (APA), Bettina Figl (Wiener Zeitung) sowie Michael Leitner (Futurezone.at/Kurier).

Der Studienaufenthalt findet von Oktober bis Dezember 2019 in Oxford statt. Das "Journalism Training Programme" in der britischen Universitätsstadt bietet drei Schwerpunkte: Die Teilnehmerinnen oder Teilnehmer verfassen eine wissenschaftliche Arbeit über ein medienrelevantes Thema ihrer Wahl, besuchen regelmäßig Seminare und gelegentliche Speziallehrveranstaltungen und können unter dem Motto "human contacts" persönliche Kontakte zu Vortragenden und Studierenden, Medienfachleuten und Praktikerinnen und Praktikern knüpfen. Darüber hinaus werden Studien-Ausflüge zu großen Medienunternehmen in London, etwa Reuters, BBC oder CNN, sowie zu politischen Einrichtungen wie House of Commons und Royal Institute of International Affairs unternommen.

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