Diakonie im Vorfeld des Weltflüchtlingstages: Neu Nachdenken über gutes Zusammen-Leben in unserem Land

Integrations-Coaches führen zum Erfolg, Integrationsjahr enthielt gute Ansatzpunkte

Wien (OTS) - „Österreich hat derzeit die Chance, über vieles, das in den letzten Jahren stark ideologisch aufgeladen war, neu und auf einer sachlichen Ebene nachzudenken. Auch darüber, wie Integration von Menschen auf der Flucht in Österreich so gut gelingen kann, dass Zugewanderte als Bereicherung für die Zukunft des Landes wahrgenommen werden und nicht mehr als Feindbilder“, ist Maria Katharina Moser, Direktorin der Diakonie Österreich, überzeugt.

Damit Integration erfolgreich sein kann, braucht es aus der Sicht der Diakonie zwei Dinge

Erstens ein Integrationskonzept für Österreich, das alle AkteurInnen einbindet: Bund, Länder und die Zivilgesellschaft – nur wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen, kann es gelingen.

Zweitens eine gute Begleitung während der Integrationsphase. Hierbei muss individuell auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der einzelnen Menschen eingegangen werden.

„Für Menschen auf der Flucht braucht es andere Konzepte als für Arbeitskräfte, die aus dem benachbarten Ausland zugewandert sind“, betont die Diakonie. Besonders in der Übergangszeit – nach der Schutz-Zuerkennung – brauchen Flüchtlinge eine umfassende Begleitung.

Dabei geht es nicht nur um die Hilfe bei der Wohnungssuche, sondern auch um die Erstellung eines individuellen Integrationsplans, um Hilfe beim Anmelden für Sprachkurse, bei Bewerbungstrainings, bei Behördengängen, wie man sich hier in Österreich im Alltagsleben zurechtfindet und natürlich auch um die Sozialbetreuung im Wohnbereich.

Integrationsjahr enthielt gute Ansatzpunkte

Mit dem von der letzten Regierung wieder stark eingeschränkten sogenannten „Integrationsjahr“ war ein richtiger Weg eingeschlagen worden: Die MitarbeiterInnen des AMS stellten angepasste und individuelle Angebote für die TeilnehmerInnen zusammen. Auch ein Arbeitstraining konnte vermittelt werden.

„Über diesen Weg sollte neu nachgedacht werden“, so Moser. „Die Diakonie schlägt ein Netz von Integrations-Coaches vor, das in Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Zivilgesellschaft in einem einheitlichen System für ganz Österreich organisiert werden soll.“

Die Menschen sollen von Integrations-Coaches begleitet und in die für sie passenden Integrationsangebote vermittelt werden. „Zentral wäre hierbei eine gute Kooperation mit der Wirtschaft, damit Arbeitserfahrungen unter realen Bedingungen erprobt werden können“, betont Moser.

Integrationsarbeit ist eine Frage der passenden Angebote

Die Diakonie unterstützt und betreut seit Jahrzehnten Menschen auf der Flucht. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Integrationsangebote immer bereitwillig angenommen werden“, so die Diakonie Direktorin.

„Zuletzt war es oft so, dass das Angebot die Nachfrage nicht decken konnte. Wir sehen dabei aber auch, dass für Menschen, die Krieg und Verfolgung erlebt haben, Zwang und Druck äußerst kontraproduktiv wirken: Sie bekommen Angst, seelische Probleme wie Schlaf- und Konzentrationsstörungen verstärken sich, und sie scheitern bei Prüfungen. Mit Geduld und Verständnis lassen sich immer noch die besten Erfolge erzielen“, fasst Diakonie Direktorin Maria Katharina Moser die Erfahrung der Diakonie zusammen.

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