Jahresempfang der Lebensmittelindustrie im Zeichen von Europa

Aktuelle Studie untermauert: EU-Binnenmarkt ist Grundstein für Wertschöpfung der Branche

Mit über 16 Milliarden Euro Bruttoproduktionswert sichert die Lebensmittelindustrie Wachstum und Wohlstand. Jeder von der Lebensmittelindustrie erwirtschaftete Euro löst zusätzlich 1,20 Euro Wertschöpfung in weiteren Branchen aus
GD KR DI Johann Marihart
Nur wenn wir als Agrar- und Lebensmittelbranche in Europa gemeinsam vorangehen, werden wir auch in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich sein!
Mag. Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbands der Lebensmittelindustrie
National unterschiedliche Ansätze der Mitgliedstaaten, etwa bei der Kennzeichnung der Nährwerte oder der Herkunft von Lebensmitteln, sind ein Rückschritt: Sie behindern Wertschöpfung und Wachstum. Hinzu kommt, dass der Zugang der Verbraucher innerhalb Europas zu einheitlichen Informationen über Lebensmittel als Basis für deren Auswahl erschwert wird
Hubert Weber, langjähriger Präsident von FoodDrinkEurope, dem europäischen Dachverband der Lebensmittelindustrie

Wien (OTS) - "Eine starke Kraft für Europa" – unter diesem Motto lud die österreichische Lebensmittelindustrie am 5. Juni 2019 zu ihrem 18. Jahresempfang. Im Zentrum des Abends stand die Rolle der Branche in Europa und in Österreich. Beim Empfang wurde erstmals auch der neugeschaffene Wissenschaftspreis DER ALIMENTARIUS der Zeitschrift DIE ERNÄHRUNG vergeben. Im festlichen Ambiente der Hofburg Wien trafen rund 300 Spitzenvertreter aus Wirtschaft und Politik sowie Partner entlang der gesamten Lebensmittelkette zusammen.

Fachverbandsobmann Marihart: Lebensmittelhersteller schaffen Beschäftigung und Wohlstand

Die Lebensmittelindustrie zählt zu den Top-Industriezweigen in Österreich. Eine aktuelle Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Economica belegt, dass der ökonomische Fußabdruck®* der Branche beachtlich ist: "Mit über 16 Milliarden Euro Bruttoproduktionswert sichert die Lebensmittelindustrie Wachstum und Wohlstand. Jeder von der Lebensmittelindustrie erwirtschaftete Euro löst zusätzlich 1,20 Euro Wertschöpfung in weiteren Branchen aus", verwies der Obmann des Fachverbands der Lebensmittelindustrie, GD KR DI Johann Marihart, auf die Bedeutung der Lebensmittelindustrie als Rückgrat der österreichischen Volkswirtschaft.

Mehr als 200 Unternehmen sichern täglich die Versorgung von 8,6 Millionen Menschen mit qualitativen und genussreichen Lebensmitteln. Ihre Tätigkeit wirkt sich positiv auf viele weitere Branchen aus – darunter Landwirtschaft, Groß- und Einzelhandel, Gastronomie, aber auch Logistik oder Transport. Auch die Beschäftigung wird angekurbelt: Ein neuer Arbeitsplatz in der Lebensmittelindustrie bringt knapp zwei weitere Arbeitsplätze, so die Studie. "Unsere Hersteller schaffen Mehrwert – sowohl als Arbeitgeber als auch mit Steuern und Sozialbeiträgen", betonte Marihart.

Europäischer Verbandspräsident Weber: Klare Prioritäten an europäische Institutionen

Anschließend begrüßte die bekannte ZIB-Moderatorin Marie-Claire Zimmermann den Keynote-Speaker Hubert Weber. Der langjährige Präsident von FoodDrinkEurope, dem europäischen Dachverband der Lebensmittelindustrie, betonte die Bedeutung der Branche in Europa, verwies auf die Notwendigkeit des EU-Binnenmarktes und präsentierte Visionen für die Zukunft. Mit rund 4,6 Millionen Beschäftigten und 1,1 Billionen Euro Jahresumsatz ist die Lebensmittelindustrie der wichtigste Produktionssektor in der Europäischen Union. 70 % der von der Industrie genutzten Rohwaren werden in der EU angebaut. Als weltgrößter Exporteur von Lebensmitteln generiert die Lebensmittelindustrie einen positiven EU-Handelsüberschuss von jährlich 35 Milliarden Euro.

"Ein funktionierender EU-Binnenmarkt ist essenziell für den Erfolg der Unternehmen und das Wohlergehen der Verbraucher", ist Weber überzeugt. Als Prioritäten auf europäischer Ebene nannte er ein eigenes Direktorat für die Lebensmittelindustrie innerhalb der EU-Kommission, zielgerichtetere Regulierung auf Binnenmarktebene, engagierte Forschungs- und Innovationspolitik, Investitionen in die Ausbildung sowie Fairness entlang der Lebensmittelkette. Zudem brauche es ambitionierte Handelsabkommen und weniger nationale Alleingänge. "National unterschiedliche Ansätze der Mitgliedstaaten, etwa bei der Kennzeichnung der Nährwerte oder der Herkunft von Lebensmitteln, sind ein Rückschritt: Sie behindern Wertschöpfung und Wachstum. Hinzu kommt, dass der Zugang der Verbraucher innerhalb Europas zu einheitlichen Informationen über Lebensmittel als Basis für deren Auswahl erschwert wird", so Weber.

Fachverbandsgeschäftsführerin Koßdorff: Nationale Herkunftskennzeichnung ist falscher Weg

Auch für die Geschäftsführerin des Fachverbands, Mag. Katharina Koßdorff, ist ein funktionierender EU-Binnenmarkt unerlässlich – insbesondere in Hinblick auf den Export. Immerhin gehen zwei von drei Produkten der Lebensmittelindustrie ins Ausland, und davon 70 Prozent in EU-Länder. "Alles, was den Binnenmarkt für Lebensmittel behindert – wie eine verpflichtende nationale Herkunftskennzeichnung – ist falsch. Denn dieses Schrebergarten-Denken bringt uns als Branche nicht weiter", erklärte Koßdorff und appellierte: "Nur wenn wir als Agrar- und Lebensmittelbranche in Europa gemeinsam vorangehen, werden wir auch in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich sein!"

Zudem forderte Koßdorff einmal mehr eine wissenschafts- und evidenzbasierte Information zu Lebensmitteln. Hier setzt die Lebensmittelindustrie schon seit Jahren auf die transparente Vermittlung von Fakten – etwa mit der Wissensplattform oesterreich-isst-informiert.at. Diese bietet einfach verständliche Informationen zur Lebensmittelverarbeitung und zur Branche sowie Tipps zum Umgang mit Nahrungsmitteln.

Wissenschaftspreis DER ALIMENTARIUS: Drei junge Akademikerinnen ausgezeichnet

Beim heurigen Jahresempfang wurde erstmals der Wissenschaftspreis DER ALIMENTARIUS an drei Studentinnen der Universität für Bodenkultur in Wien sowie der Universität Wien vergeben. Mit diesem Preis fördert die Fachzeitschrift DIE ERNÄHRUNG junge Akademikerinnen und Akademiker, die zu Themen rund um Lebensmittel forschen. Die Auswahl erfolgt durch den Wissenschaftlichen Beirat der Fachzeitschrift.

*Zur Studie: Der ökonomische Fußabdruck® der Lebensmittelindustrie in Österreich

In einer aktuellen Studie untersuchte das Institut für Wirtschaftsforschung Economica den ökonomischen Fußabdruck – also die volks- und regionalwirtschaftliche Bedeutung – der Lebensmittelindustrie in Österreich. Im Zentrum standen Wertschöpfung, Beitrag zum BIP, Beschäftigung sowie Steuer- und Abgabenaufkommen. Für die Studie wurden im Frühjahr 2019 insgesamt 215 Unternehmen der Lebensmittelindustrie befragt. Die Basis für die Daten bildete das Wirtschaftsjahr 2017. Die Detail-Ergebnisse der Studie werden im Juni 2019 präsentiert.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Katharina Koßdorff
Geschäftsführerin im Fachverband der Lebensmittelindustrie
Tel.: +43 1 712 21 21 – 14
k.kossdorff@dielebensmittel.at

DI Oskar Wawschinek MAS MBA
Food Business Consult
Pressesprecher für den Fachverband der Lebensmittelindustrie
+43/664 5456350
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