Pensionistenverband-Wohlmuth zu EU-Kommissions-Empfehlung: „Wie soll das Pensionsalter steigen, wenn es keine Jobs für Ältere gibt?“

„Abgehoben und zynisch“

Wien (OTS) - Als „abgehoben und zynisch“ bezeichnete Pensionistenverbands-Generalsekretär Andreas Wohlmuth die „Empfehlung“ der konservativen EU-Kommission in Brüssel, das gesetzliche Pensionsalter in Österreich anzuheben. „Wie kann man das gesetzliche Pensionsalter anheben, ohne dass es die entsprechenden Arbeitsplätze für Ältere gibt?“, fragt Wohlmuth. Er kritisiert in diesem Zusammenhang auch die „Tatenlosigkeit“ der ehemaligen Regierung Kurz-Strache am Arbeitsmarkt. Wohlmuth: „Die herrschende Hochkonjunktur hat in allen Gruppen AUSSER den Über-50-Jährigen einen Rückgang der Arbeitslosigkeit gebracht. Jeder weiß, dass man hier was tun muss. Was haben ÖVP und FPÖ gemacht? Genau das Falsche, nämlich das Jobprogramm für ältere Langzeitarbeitssuchende ersatzlos gestrichen!“, erinnert der PVÖ-Generalsekretär.

„Das gesetzliche Pensionsalter in Österreich zu erhöhen bedeutet nichts anderes als eine Pensionskürzung. Dazu ein Beispiel: Muss heute ein Mann mit 63 in Pension gehen, muss er eine lebenslange Pensionskürzung in Kauf nehmen (ca. 10 Prozent weniger Pension für 2 Jahre früheren Pensionsantritt). Derselbe Mann hätte bei einem gesetzlichen Pensionsalter von beispielsweise 67, eine lebenslange Pensionskürzung von 20 Prozent! Der Grund für die vorzeitige Pension ist aber oft der, dass er von seinem Personalchef frühzeitig aus dem Erwerbsleben gedrängt wurde. Oder aber er war aufgrund der Arbeitsbelastung gesundheitlich nicht mehr in der Lage dazu, bis 65 zu arbeiten“, erklärte Wohlmuth.

Wohlmuth weist abschließend auf einen Widerspruch der EU-Kommission hin: „Vor kurzem noch hat sie selbst vorgerechnet, dass in Österreich trotz des erwarteten deutlichen Anstiegs sowohl der Lebenserwartung als auch der Anzahl der Älteren und trotz unseres im Vergleich hohen Pensionsniveaus die öffentlichen Pensionsausgaben gemessen am BIP in den nächsten Jahrzehnten stabil bleiben werden. – Warum jetzt dieser Meinungs-Schwenk?“ (Schluss)

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