„kreuz und quer“ mit „Ein Stück Leben“ über Transplantationsmedizin

Am 4. Juni um 23.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Die Transplantationsmedizin eröffnet neue Möglichkeiten:
Sie kann Menschenleben retten und die Situation von Patientinnen und Patienten, die chronisch erkrankt sind, nachhaltig verbessern. Doch dem steigenden Bedarf steht ein Mangel an Spenderorganen gegenüber. „kreuz und quer“ zeigt dazu am Dienstag, dem 4. Juni 2019, um 23.15 Uhr in ORF 2 den Dokumentarfilm „Ein Stück Leben“ von Zoran Dobrić, der das Thema Organspende in Österreich aus mehreren Blickwinkeln betrachtet.

„Ein Stück Leben“ – Ein Film von Zoran Dobrić

„Niemand ist wegen mir gestorben. Ich bin glücklich, dass ich das Herz bekommen darf und habe deshalb keine Schuldgefühle“, sagt der Kärntner Ulf Scheriau nur wenige Stunden vor seiner Herztransplantation. Der 64-jährige Finanzjurist aus Klagenfurt ist nur einer von 826 Österreicher/innen, die aktuell auf ein Spenderorgan warten müssen. Nach einem schweren Herzinfarkt, den er während einer Großglockner-Tour 2010 erlitten hatte, wurden ihm bei einer Notoperation vier Bypässe eingesetzt. Doch 2015 ist Ulf Scheriaus Herz wieder so schwer beschädigt, dass ihm die Ärzte mit einer Herzpumpe nur noch vorübergehend das Leben retten können. Seit damals wartet er auf ein Spenderorgan.

Im vergangenen Jahr wurden in Österreich 718 Organe von verstorbenen Menschen chronisch kranken Patientinnen und Patienten implantiert. Wie ist es möglich, die Körperorgane eines Verstorbenen zu entnehmen, diese stundenlang „lebendig“ zu halten, Tausende von Kilometer zu transportieren und dennoch rechtzeitig und erfolgreich davon abhängigen Menschen zu transplantieren? Und all dies so, dass die Betroffenen nach dem schweren chirurgischen Eingriff noch viele Jahre ein gutes Leben führen können? Wie und wann ist es möglich, einem Toten Organe zu entnehmen? Wann ist ein Mensch wirklich tot? „Wenn das Gehirn tot ist, ist auch der Mensch tot“, sagen Mediziner/innen und versuchen dies durch ein umfangreiches Verfahren zu belegen. Jeder Patient in Österreich, der eine massive irreversible Gehirnschädigung erlitten hat und an keinen weiteren schweren Krankheiten leidet, wird von Ärzten als potenzieller Organspender betrachtet, sofern er bzw. sie nicht zu Lebzeiten einer Organentnahme widersprochen und sich in das sogenannten Widerspruchsregister eingetragen hat. Bevor die Organentnahme erfolgt, muss der Tod der Patientin bzw. des Patienten durch zwei verschiedene, von den Transplantationsteams unabhängigen Neurologenteams festgestellt werden.

Was sagen Theologinnen und Theologen sowie Ethiker/innen zu dieser Regelung? Neben Medizinerinnen und Medizinern nimmt der renommierte Freiburger Moraltheologe Eberhard Schockenhoff zu den ethischen Spannungsfeldern Stellung.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0003