Schule und Kindergarten: Wien startet größtes Neubauprogramm

Neun Campus-Standorte, eine Zentral-Berufsschule und der Neubau der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik

Wien (OTS) - Wien startet das bisher größte Neubauprogramm für Kindergärten und Schulen. Neu entstehen sollen topmoderne Räume in ganz Wien und zwar in Form von neun zusätzlichen Bildungscampus-Standorten (mit Kindergarten, Volksschule und Mittelschule), einem neuen Zentralgebäude für Berufsschulen sowie einem neuen Haus für die Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (bafep).

„Wir investieren damit gezielt in die Zukunft unserer Stadt“, betonten heute Bürgermeister Michael Ludwig und Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky bei der Präsentation des Paketes. „Uns ist wichtig, Kindern leichtere Übergänge zwischen Kindergarten und Schule zu ermöglichen, aber auch ein klares Signal für Lehrlinge und künftige KindergartenpädagogInnen in Wien zu setzen!“

Bis 2023 läuft noch das aktuelle Bildungsbauprogramm mit insgesamt 14 Bildungscampus-Standorten. Das neue, zusätzliche Paket mit weiteren neun Bildungscampus-Standorten, einem Zentralberufsschulgebäude und einer Bildungsanstalt für Elementarpädagogik wird ein noch größeres Volumen umfassen und in Form von PPP-Projekten realisiert werden. Der Grundsatzbeschluss dafür soll im Gemeinderat im Juni fallen.

„Bildung hat in Wien einen sehr hohen Stellenwert: Mit dem heute präsentierten Programm setzen wird den bisher größten Bau-Schwerpunkt im Bildungsbereich “, betont Bürgermeister Michael Ludwig.

„Campus plus“-Standorte mit Mittelschule

Die Standorte für die neun weiteren Bildungscampus-Bauten sind schwerpunktmäßig in großen Stadtentwicklungsgebieten mit umfassenden Wohnbauvorhaben zu finden: So in Rothneusiedl, am Nordwestbahnhof, am Donaufeld Süd, in der Seestadt Aspern, am Hausfeld, am Heidjöchl, in Aspern Süd sowie In der Wiesen. Die Festlegung der konkreten Lage der Bildungseinrichtungen in den Stadtentwicklungsgebieten erfolgt im Rahmen der städtebaulichen Planungen.

„Aufgrund der positiven Erfahrungen werden wir auch hier immer einen ‚Campus plus‘ umsetzen und Kindergartengruppen und Schulklassen nebeneinander unterbringen“, betont Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky. „Dabei können die Kinder gemeinsam den Tag verbringen und mit- und voneinander lernen! Das ist auch pädagogisch unser Zugang: Mauern niederreißen und Kindern gemeinsames Lernen zu ermöglichen.“

Wichtig sei dabei auch, „dass wir ab sofort auch immer eine Mittelschule mit an Bord haben: Damit wird auch für Zehnjährige der Übergang in die nächste Schule am gleichen Standort möglich!“ so Czernohorszky. In Kindergarten, Volksschule und Mittelschule werden sich an einem Bildungscampus jeweils rund 1.200 Kinder tummeln, mit zusätzlichen Einrichtungen wie Jugendzentrum oder Musikschule wird auch das ganze Grätzl miteinbezogen.

Neue zentrale Berufsschule in der Seestadt Aspern

Darüber hinaus will die Stadt aber auch ein deutliches Zeichen für die Bedeutung der Lehre setzen: So ist im Neubauprogramm die Errichtung eines neuen zentralen Berufsschul-Gebäudes in der Seestadt Aspern vorgesehen.

Derzeit werden in ganz Wien rund 20.500 BerufsschülerInnen an 17 Standorten in einer Vielzahl von Lehrberufen unterrichtet. Die Anforderungen an die einzelnen Berufe haben sich gerade in den letzten Jahren gewandelt, der Unterricht findet in unterschiedlichen Gruppengrößen statt und auch die Kooperationen mit der Wirtschaft erfordern mehr Flexibilität in der Nutzung der Räume. „Wir wollen nun einen neuen Weg beschreiten und durch die Zusammenführung einer größeren Zahl von Berufsschulen Synergien nutzen und Lehrlingen auch neue Ausbildungsmöglichkeiten eröffnen“, betont Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky. „So werden zum Beispiel eine Vielzahl von kaufmännischen Lehrberufen an mehreren Wiener Berufsschulstandorten unterrichtet. Wenn diese Berufsschulen in ein gemeinsames neues Gebäude einziehen, eröffnen sich organisatorisch, aber auch inhaltlich ganz neue Möglichkeiten.“

Ein weiteres Beispiel sei die Zusammenführung der Berufsschulen für Baugewerbe und jener für den Lehrberuf Maler und Beschichtungstechniker. „Auch hier ergeben sich Synergien beispielweise bei der Nutzung von gemeinsamen Werkstätten“, so Czernohorszky.

Das neue Berufsschulgebäude in der Seestadt Aspern soll ausreichend Platz für die Ausbildung von Lehrberufen aus den Bereichen Baugewerbe und Baunebengewerbe sowie kaufmännische Berufsschulen geschaffen werden. Das erforderliche Grundstück in der Seestadt Aspern wurde bereits durch die Stadt Wien erworben.

Durch die Verlegung von bislang in innerstädtischen Stadtgebieten liegenden Berufsschulen in die durch die U2 hervorragend angebundene

Seestadt Aspern, wird eine Nachnutzung als Pflichtschule der bislang als Berufsschulen genutzten Gebäude ermöglicht.

Das Grundstück der nicht mehr zeitgemäßen Baugewerbeschule in Kagran (Wagramer Straße 65) soll einer alternativen Nutzung zugeführt werden.

Neues Gebäude für Kindergarten-Ausbildung

Wien setzt aber auch auf neue Bildungsräume für künftige KindergartenpädagogInnen: Als einziges Bundesland hat Wien eine eigene Bildungsanstalt für Elementarpädagogik, die bafep21, die derzeit in Wien-Floridsdorf beheimatet ist. „Die bafep21 ist Österreichs größte Ausbildungsstätte für Elementarpädagogik, der Schwerpunkt der Ausbildung liegt in der Erwachsenenbildung“, betont Jürgen Czernohorszky.

In ganz Österreich gebe es einen Mangel an KindergartenpädagogInnen. „Der Bund reagiert leider nicht auf diesen Umstand und investiert nach wie vor in die lange und teure Ausbildung ab 14 Jahren. Die wenigsten AbsolventInnen dieser 5jährigen Form beginnen allerdings im erlernten Berufsfeld zu arbeiten.“ Die Erfahrung an der bafep21 habe gezeigt, dass Erwachsene ihre Ausbildung bewusster wählen und nach der Ausbildung auch tatsächlich im Berufsfeld arbeiten „Daher ist es für uns sehr wichtig, laufend PädagogInnen auszubilden, die tatsächlich ins Berufsfeld eintreten.

Weil gerade für diese Ausbildung ein innovatives Lernumfeld besonders wichtig sei, „wird auch die Bildungsanstalt für Elementarpädagogik samt Praxiskindergarten einen Neubau bekommen, der alle Stückl‘n spielt“, verspricht Jürgen Czernohorszky. Der Standort dafür wird derzeit gesucht.

„Kinder beim Heranwachsen und Lernen zu begleiten ist eine wunderschöne Aufgabe, die auch viele Herausforderungen mit sich bringt“, betont Jürgen Czernohorszky. „Deshalb ist es mir sehr wichtig, für diesen Zukunftsberuf eine moderne Lernumgebung zu schaffen!“

Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter www.wien.gv.at/pressebilder abrufbar. (Schluss)

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Mediensprecherin StR Jürgen Czernohorszky
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Mediensprecher Bürgermeister Michael Ludwig
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