Margreiter, Anschober, Schellhorn fordern von Übergangsregierung Abschiebestopp für künftige Fachkräfte

Wien (OTS/SK) - „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Abschiebung von Asylwerbern in Lehre zu stoppen. Wir haben sehr viele, die demnächst eine Lehrabschlussprüfung haben und dennoch knapp vor der Abschiebung stehen. Und das, obwohl wir einen eklatanten Fachkräftemangel haben, der für viele Unternehmen bereits existenzbedrohend ist“, so die SPÖ-Abgeordnete und Präsidentin des sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Oberösterreich, Doris Margreiter in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem oö. Grünen Landesrat Rudi Anschober, dem NEOS-Abgeordneten Sepp Schellhorn und dem Salzburger Unternehmer Augustin Absmann. „Heute setzen wir einen neuen Anlauf, denn wir sind der Überzeugung, dass es jetzt neue Möglichkeiten gibt. Diese Regierung, die bisher eine Lösung verhindert hat, ist weg. Die Übergangsregierung hat die Möglichkeit, zumindest einen Abschiebestopp zu verhängen. Das ist unsere gemeinsame Forderung“, so Anschober. Auch Schellhorn mahnte von der neuen Regierung Vernunft ein, denn bisher wurde aus „reinem ideologischen Machtgehabe versucht, Integrationswillige an den Rand zu drücken. Hier geht es aber nicht um Parteiideologie, sondern um Menschlichkeit.“ ****

„Es ist nicht nur eine humane Katastrophe, die Menschen in Kriegsgebiete zurückzuschicken, sondern es entsteht dadurch auch ein enormer wirtschaftlicher Schaden, der Österreich zugefügt wird“, so Margreiter. Das sind großteils Menschen, die sehr gut integriert sind. Bei der Pressekonferenz war auch ein junger Afghane anwesend, der eine Lehre als Prozesstechniker bei einem oberösterreichischen Unternehmen macht. Er schilderte ein Behördenschreiben, in dem man ihm mitteilte, dass er nicht gut integriert sei, weil er keinen Führerschein habe. Er fügte hinzu, dass ein Asylwerber ohne positiven Bescheid aber gar keinen Führerschein machen darf.

Wir haben derzeit in Oberösterreich über 6.000 offene Lehrstellen. Aber den Unternehmern werden Lehrlinge, die Asylwerber sind, weggenommen. „Das ist ein schwerer Schaden für Österreich. Die Regierung, die es bisher gegeben hat, hat dieser Gesellschaft aus rein ideologischen Gründen einen schweren Schaden zugefügt. Das ist die Handschrift des ehemaligen Innenministers. Aber auch Ex-Bundeskanzler Kurz stellte in einem persönlichen Gespräch mit Anschober klar, dass dies keine Rücksichtnahme auf den Koalitionspartner ist, sondern seine persönliche Überzeugung, zeigte sich Anschober geschockt.

Schellhorn berichtete von einem Hotel in Seefeld, dem Leutascherhof der Familie Wandl, wo am vergangenen Sonntag ein Lehrling zwei Monate vor seiner Lehrabschlussprüfung abgeholt wurde und gestern ins Flugzeug gesetzt wurde. „So einen Stumpfsinn macht man in Österreich. Es gibt Integrationswillige, die wollen sich eine Existenz aufbauen, die wollen eine Lehre machen, vielleicht später selber Unternehmer werden. Die ÖVP-FPÖ-Regierung hat es geschafft, dies zunichte zu machen. Alleine in meinem Bezirk Pongau gibt es über 400 offene Lehrstellen und nur 23 Suchende“, so Schellhorn. „Jetzt haben wir die Chance: Die neue Übergangsregierung soll einen Abschiebestopp veranlassen.“

Augustin Absmann ist Inhaber einer Weißbierbrauerei in Salzburg. Absmann hat 50 Mitarbeiter und bildet acht Lehrlinge aus, davon vier aus Afghanistan. „Sie sind zwei Jahre in Österreich, sie beherrschen die Sprache sehr gut und brauchen keinerlei Unterstützung in der Berufsschule“, so Absmann. „Diese Menschen mitten in der Lehre abzuschieben ist nicht erklärbar“, so Absmann. Die Forderung, die Abschiebungen zu stoppen, ist vor allem auch eine Forderung der Wirtschaft, betonte der Salzburger Unternehmer, der auch an die Wirtschaftskammer appellierte, hier tätig zu werden. (Schluss)

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