Skandalurteil bei Tiertransport-Prozess in Feldkirch

VGT meldet Berufung an

Wien (OTS) - In einem Verfahren vor dem Landesgericht in Feldkirch wurde der VGT zu einer Entschädigungszahlung an einen Tiertransportunternehmer verurteilt. Das Gericht begründet das damit, dass der VGT den Unternehmer durch einen Bericht auf der Vereinswebsite in seiner Ehre verletzt hätte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig und der VGT meldete Berufung an.

David Richter vom VGT nimmt dazu Stellung: "Kann man tatsächlich die Ehre einer Person verletzen, indem man ihr vorwirft, dass sie einen illegalen Transport durchgeführt hat, wenn diese Person sich tatsächlich mehrfach rechtswidriger Praktiken beim Transport von Tieren bedient hat? Wir sind der Ansicht, dass das unmöglich ist. In so einem Fall ist für uns klar, dass die Person selbst durch ihr illegales und damit unehrenhaftes Verhalten, für den Schaden an ihrer Ehre verantwortlich ist. Genau das trifft auf diesen Unternehmer zu. So konnte er mehrfach vom VGT dabei beobachtet werden, wie er an unzulässigen Stellen und damit illegal Tiere eingeladen hat. Er hat dieses Verhalten erst nach Anzeigen durch den VGT eingestellt."

"Darüber hinaus gibt es auch für zumindest einen Transport dieses Unternehmers den Beweis, dass der Transport unter Angabe eines falschen Bestimmungsorts durchgeführt wurde. Dieser Transport hätte definitiv nicht so stattfinden dürfen und war illegal. Wir finden es richtig, das Foto von einem Fahrzeug eines solchen Unternehmers als Beispiel für das Durchführen illegaler Transporte heranzuziehen."

"Auch der Vorwurf, wir hätten ehrenrührig über den konkreten Transport an diesem einen Tag berichtet, ist falsch. Wir erklärten beispielsweise, dass auf diesem Transporter den Kälbern Wasser durch Wassertränken angeboten wurde und bezeichneten diese Wassertränken wörtlich als völlig sinnlos."

Die oberste für Tiertransporte in der EU zuständige Behörde in der EU-Kommission schreibt über Wassertränken auf Transporten folgendes: "Nicht abgesetzte Kälber und Lämmer können sich im Transportmittel nicht selbstständig versorgen. Da nur kaltes Wasser vorhanden ist, bleiben die meisten Tiere durstig und diejenigen, die trinken, riskieren eine Wasserintoxikation."

"In Anbetracht der Aussage der EU-Kommission hat der VGT mit der Bezeichnung "völlig sinnlos" in Bezug auf diese Wassertränken noch untertrieben, weil sie eigentlich nicht sinnlos sind, sondern sogar eine Gefährdung der Gesundheit der Kälber darstellen. Es ist für uns nicht nachvollziehbar, wie eine Untertreibung eine Ehrverletzung darstellen kann."

"Dasselbe gilt für die Route: Zugegebener Maßen haben wir uns geirrt, als wir angegeben haben, dass der Transport nach Bozen unterwegs war. Wie sich nun heraus gestellt hat, führte der Transport tatsächlich nach Bergheim. Aber auch das ist nicht ehrenrührig, sondern im Gegenteil: Die Strecke nach Bergheim ist bedeutend länger, was die Belastung für die armen Kälber bei einer Lufttemperatur von über 30 Grad Celsius noch deutlich erhöht. Dementsprechend ist es noch verantwortungsloser, nach Bergheim zu fahren, als nach Bozen. Warum wir eine Entschädigung zahlen sollen, weil wir untertrieben und damit den Unternehmer geradezu in Schutz genommen haben, ist für uns nicht nachvollziehbar."

Der VGT hat sofort nach Urteilsverkündung Berufung angemeldet.

Rückfragen & Kontakt:

VGT - Verein gegen Tierfabriken
David Richter
0676 585 26 29
medien@vgt.at
http://vgt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VGT0002