Lederhilger zu Greenpeace-Tests: Verlasse mich auf offizielle Berichte und Behörden

Antibiotika-Stichproben der NGO nicht aussagekräftig

Wien (OTS) - "Alle Jahre wieder veröffentlicht Greenpeace Tests zu Keimen auf Schweinefleisch. Beim aktuellen Test wurden 14 Proben untersucht, fünf wurden positiv auf ESBL oder MRSA getestet, davon zwei Packungen Faschiertes. Bei Biofleisch hat Greenpeace keine Stichproben untersuchen lassen - so viel zur Objektivität dieser Tests. Was die Situation von Antibiotikaresistenzen anbelangt, brauchen wir uns daher nicht auf die Zahlen von NGOs verlassen. Zuverlässige Daten mit ausreichenden Stichprobengrößen werden von den österreichischen Behörden erhoben sowie publiziert und auf diese Untersuchungen verlasse ich mich. Laut dem aktuellen nationalen Resistenzbericht AURES sinkt die MRSA-Rate seit Jahren kontinuierlich und erreichte 2017 den bisher niedrigsten Wert“, stellte heute Walter Lederhilger, Obmann des Verbandes österreichischer Schweinebauern (VÖS), fest.

"Seit Jahren ist der ganzheitliche 'One Health'-Ansatz in Bezug auf Antibiotikaresistenzen und den Antibiotikaeinsatz die Maxime der Verantwortungsträger. 'One Health' bedeutet dabei, dass die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt in Zusammenhängen gedacht werden muss. Einige bakterielle Infektionen können Mensch und Tier gleichermaßen beeinträchtigen. In diesem Sinne muss beim Thema Antibiotikaeinsatz immer sowohl die Humanmedizin als auch die Veterinärmedizin betrachtet werden", mahnt Lederhilger.

Zahlen auf den Tisch legen

Der Gesamtverbrauch an Antibiotika in der Humanmedizin in Österreich betrug im Jahr 2017 rund 65,5 t Wirksubstanz, davon 66% im niedergelassenen Bereich und 34% im stationären Bereich. Im Veterinärbereich wurden im Jahr 2017 insgesamt knapp 44 t antimikrobiell wirksamer Substanzen in Verkehr gebracht. Im Jahr 2013 betrug die Menge im Veterinärbereich noch zirka 55 t, somit ist in den letzten Jahren eine deutliche Reduktion erfolgt.

"Wenn man diese Zahlen kennt, kann man nicht ernsthaft davon ausgehen, dass das Problem von Resistenzbildungen allein in der landwirtschaftlichen Tierhaltung zu suchen ist. Antibiotikarückstände haben ihren Ursprung sowohl in der Humanmedizin als auch in der Veterinärmedizin. Das bestätigen Experten. Wir Schweinebauern nehmen solche Dinge sehr ernst und sind uns bewusst, welche Verantwortung wir tragen. Derzeit erarbeiten wir in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium, dem Tiergesundheitsdienst sowie der Agentur für Ernährungssicherheit Auswertungen und Benchmarking-Vergleiche für die heimischen Schweinebauern mit den Daten aus der Antibiotika-Mengenströme-Verordnung. Damit können Landwirtschaft und Veterinärmedizin noch gezielter an der Verbesserung der Tiergesundheit arbeiten", informiert Lederhilger.

Bauern und Veterinäre handeln verantwortungsbewusst

"Wenn ein Tier krank ist, muss es in Absprache mit dem Betreuungstierarzt behandelt werden. Der Einsatz von Antibiotika erfolgt nur nach einer entsprechenden Diagnose und Verschreibung durch den behandelnden Tierarzt. Die Arzneimittelanwendung und der Therapieerfolg werden nach Abschluss jeder Behandlung durch den Tierarzt kontrolliert, jede Arzneimittelanwendung beim Nutztier ist aufzuzeichnen. In der EU gilt bereits seit 2006 ein Verbot antibiotischer Leistungsförderer, es dürfen keine Antibiotika zur Prophylaxe Anwendung finden. In der tierärztlichen Betreuung der heimischen Nutztiere herrschen also hohe Standards. Dies gilt insbesondere für die Schweineproduktion, mehr als 90% des österreichischen Bestandes sind vom Tiergesundheitsdienst (TGD) erfasst. Die zusätzliche tierärztliche Betreuung im Rahmen des TGD dient dabei der Gesundheitsvorsorge unserer Nutztiere. Damit soll auch ein Beitrag dazu geleistet werden, den Medikamenteneinsatz nachhaltig zu reduzieren", stellt Lederhilger klar.

"Im Übrigen trifft die von Greenpeace verwendete Bezeichnung 'industrielle Massentierhaltung' auf die heimische Schweinehaltung bei einem Durchschnittsbestand von knapp 120 Tieren pro Betrieb einfach nicht zu. Wenn die NGOs wirklich an der öffentlichen Gesundheit interessiert sind, müssten sie auch die Abgabe und Anwendung von Antibiotika beim Menschen kritisch beleuchten", so Lederhilger. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

DI Maria Straßmayr
VÖS, Verband Österreichischer Schweinebauern
Dresdnerstraße 89/19, 1200 Wien
Tel.: +43 664 88922106
E-Mail: strassmayr@schweine.at
www.schweine.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIZ0001