Frauenstadträtin Kathrin Gaal: „Rettungsanker“ wird in Lokalen ausgeworfen

Kampagne „Ich bin dein Rettungsanker“ startet jetzt im Club Volksgarten – Aktion gegen Belästigung in Wiens Lokalszene

Wien (OTS) - „Hier kannst du unbeschwert Party machen! Sprich uns an, wenn du dich belästigt fühlst“: So lautet die Message der „Rettungsanker“-Kampagne in Lokalen. Den Start macht der Club „Volksgarten“, der sich mit der Beteiligung an der Aktion klar positioniert.

Frauenstadträtin Kathrin Gaal: „Wichtig ist, dass jede Frau ernst genommen wird, wenn sie sich belästigt fühlt“

„Frauen und Mädchen sollen sich in ganz Wien wohlfühlen. Wenn Mädchen oder Frauen belästigt werden oder sich unsicher fühlen, ist es wichtig, dass es Ansprechpersonen gibt“, so Frauenstadträtin Kathrin Gaal. „Lokale, die bei der Kampagne ,Rettungsanker‘ mitmachen, signalisieren klar, dass sexuelle Belästigung nichts bei ihnen verloren hat und dass sie auf ein respektvolles Miteinander Wert legen. Wichtig ist, dass jede Frau ernst genommen wird, wenn sie sich belästigt fühlt. Securitys werden speziell geschult und fungieren als Ansprechpersonen. Beim Feiern sollen sich alle wohlfühlen.“

Frauenstadträtin Kathrin Gaal erläutert: „Die Kampagne ,Ich bin dein Rettungsanker‘ bringt konkrete Hilfe. Der Rettungsanker ist ein Zeichen dafür, dass in unserer Stadt kein Platz für Belästigung ist.“

Club „Volksgarten“ startet ab sofort als Pilotprojekt

„Wir beziehen mit dem ,Rettungsanker‘ klar Stellung: In unserem Club hat sexuelle Belästigung nichts verloren und wir möchten weiterhin präventiv solcher entgegenwirken. Unsere Securitys werden speziell geschult – und sind als Ansprechpersonen für die Gäste da“, so „Volksgarten“-Eventmanagerin Cathrine Kolba.

Gemeinsam mit dem Sozialarbeiter und Sicherheitsdienst-Experten Laurin Levai (Ante Portas, Work On Progress) erstellte das Frauenservice Wien (MA 57) ein Schulungskonzept, mit dem MitarbeiterInnen in der Lokal- bzw. Clubszene sensibilisiert werden und Bewusstsein für Belästigung geschaffen wird. Der Nachtclub „Volksgarten“ in der Wiener Innenstadt wird die Kampagne ab sofort umsetzen.

„Wir schulen für den Volksgarten ein 30-köpfiges Team. Alle MitarbeiterInnen werden sensibilisiert. Wer Unterstützung oder Hilfe braucht, bekommt diese. Die Securitys mit ,Rettungsanker‘ sind für die Gäste da – damit die gemeinsame Party für alle unbeschwert abläuft“, erläutert Security Laurin Levai. Und: „Wenn sich jemand belästigt fühlt, nehmen wird das ernst – und helfen.“

„Rettungsanker“: Schauspielerin Maddalena Hirschal ist mit an Bord

Schauspielerin Maddalena Hirschal unterstützt die Kampagne „Ich bin dein Rettungsanker“: „Wenn man ausgeht, will man vor allem eines: Spaß haben – ohne darauf achten zu müssen, nicht in eine bedrohliche Situation zu geraten. Eine Atmosphäre, in der man sich uneingeschränkt, auch nachts in einem Club wohlfühlen kann, soll Ziel der Kampagne sein. Ich unterstütze den ,Rettungsanker‘ in Clubs, weil er genau dafür steht.“ Und: „Die ,Rettungsanker“-Kampagne bewirkt eine Sensibilisierung der Gesellschaft bezüglich alltäglicher, sexueller Übergriffe – und wirkt präventiv.“

„Rettungsanker“ für Lokale: Schulung für Securitys, Voraussetzungen

Bei der „Rettungsanker“-Schulung geht es neben den rechtlichen Rahmenbedingungen um Themen wie Deeskalation, Prävention von Belästigung und den Umgang mit Frauen, die von (sexueller) Belästigung betroffen sind. Mit dem „Rettungsanker“ soll in erster Linie sensibilisiert und gleichzeitig das Handlungswerkzeug vermittelt werden, um Frauen, die belästigt wurden, bestmöglich zu unterstützen.

Lokale, die Teil der „Rettungsanker“-Kampagne werden wollen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die BetreiberInnen verpflichten sich dazu, ihre Securitys zu schulen und mit einem „Rettungsanker“-Aufkleber auszustatten. Flyer auf den Toiletten informieren die Gäste über die Kampagne. Außerdem dürfen teilnehmende Betriebe nicht mit sexistischen Sujets werben und überprüfen ihre Räumlichkeiten auf Sicherheit – etwa beim Lichtkonzept.

Kostenlose Erstgespräche beim Frauenservice Wien: Neue Rettungsanker-Mail-Adresse

Lokale, die sich für den „Rettungsanker“ interessieren, können sich beim Frauenservice Wien (MA57) melden. Das Frauenservice bietet Schulungen an, steht aber auch darüber hinaus mit ihrem Wissen zum Thema zur Verfügung. Erstgespräche werden kostenlos angeboten. Infos gibt es unter der eigens eingerichteten E-Mail-Adresse rettungsanker@wien.gv.at oder unter frauen.wien.at (Frauenservice Wien - Magistratsabteilung 57, Friedrich-Schmidt-Platz 3, 1080 Wien, 01/4000 83515)

Kampagne „Ich bin dein Rettungsanker“

Seit fast einem Jahr läuft die erfolgreiche Kampagne „Ich bin dein Rettungsanker“ des Frauenservice Wien (MA 57) auf Initiative von Frauenstadträtin Kathrin Gaal. Das Motto: „Wir schauen aufeinander und die Stadt schaut auf dich“.

Die Kampagne, die zeigt, dass sexuelle Belästigung in Wien keinen Platz hat, startete am Donauinselfest 2018. Im Sommer 2018 folgten die Wiener Bäder, dann die Wiener Linien. Ab sofort startet der „Rettungsanker“ in der Lokal- und Clubszene durch – mit dem Volksgarten als Pilotprojekt.
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Gerda Mackerle
Mediensprecherin StRin Kathrin Gaal
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