Nach Fleischtest: Greenpeace fordert EU-Gelder für bessere Tierhaltung

Österreichs künftige EU-Abgeordnete entscheiden über Zukunft der europäischen Agrar-Fördergelder

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert anlässlich der gestern veröffentlichten Ergebnisse des Schweinefleisch-Tests EU-Gelder für eine bessere Tierhaltung. Der Test hat ergeben, dass jedes dritte konventionelle Stück Schweinefleisch mit antibiotikaresistenten Keimen belastet ist. Die meist nicht tiergerechte Haltung trägt massiv zu der Entstehung und Verbreitung solcher gefährlicher Keime bei. Dieses Haltungssystem wird jedoch von der derzeitigen EU-Agrarpolitik auch noch mit immensen Fördergeldern begünstigt. Greenpeace fordert daher von Österreichs künftigen EU-Abgeordneten, sich für eine Kehrtwende bei den EU-Agrarförderungen und damit auch für eine bessere Tierhaltung einzusetzen.

„Unser Test zeigt auf alarmierende Weise, wie die Massentierhaltung die Gesundheit von Menschen und Tieren gefährdet. Auf jedem dritten Stück Schweinefleisch wurden antibiotikaresistente Keime gefunden“, sagt Jens Karg, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace in Österreich:
„Das könnte die Politik ändern, indem finanzielle Förderungen an eine bessere Tierhaltung mit weniger Antibiotikaeinsatz, mehr Platz und nach den Bedürfnissen der Tiere gestaltete Ställe gekoppelt werden.” Allein an Österreich werden jährlich über eine Milliarde Euro EU-Agrarfördergelder ausbezahlt, die großteils in die konventionelle Landwirtschaft und nicht nachhaltige Tierhaltung fließen. „Davon sollte in Zukunft ein viel größerer Anteil Bäuerinnen und Bauern zugutekommen, die auf eine Tierhaltung umsteigen, in der nicht massenhaft Antibiotika eingesetzt wird“, so Karg.

Noch dieses Jahr wird das neue Europäische Parlament über die Agrarförderungen nach 2020 debattieren und abstimmen. Dabei handelt es sich um den größten gemeinsamen Budget-Posten der Europäischen Union. „Die zukünftigen österreichischen Abgeordneten tragen hier eine enorme Verantwortung. Sie müssen sich im Europäischen Parlament für eine Trendumkehr bei den Agrarförderungen einsetzen. Das heißt konkret: Unterstützung für bessere Tierhaltung und Bio-Betriebe, statt Fördermittel für nicht nachhaltige und gesundheitsgefährdende Massentierhaltung“, fordert Karg.

Greenpeace hat am Dienstag einen Schweinefleisch-Test veröffentlicht. Die Umweltschutzorganisation hatte stichprobenartig Wangerl, Koteletts, Schnitzel und Faschiertes aus dem heimischen Lebensmitteleinzelhandel von einem unabhängigen Labor auf antibiotikaresistente Keime testen lassen. Dabei war jede dritte Probe – 36 Prozent des Schweinefleischs – mit Erregern belastet, die gegen Antibiotika unempfindlich sind. Diese Keime entstehen in der Massentierhaltung aufgrund des übermäßigen Einsatz von Antibiotika und können auch uns Menschen gefährlich werden.

Den gesamten Greenpeace-Test finden Sie hier: https://bit.ly/2EbUPba

Bildmaterial finden Sie unter: https://bit.ly/2Q8atZS
Dieses steht unter Angabe der jeweiligen Fotocredits zur einmaligen Nutzung kostenlos zur Verfügung

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Jens Karg
Landwirtschaftsexperte
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 88172267
E-Mail: jens.karg@greenpeace.org

Marianne Fobel
Pressesprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 816 9716
E-Mail: marianne.fobel@greenpeace.org

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