Neugewählter GBV-Obmann appelliert: WGG-Novelle jetzt noch umsetzen!

Neuer Vorstand der Gemeinnützigen: Notwenige Reformschritte unbedingt umsetzen – Mietzinsdämpfende Wirkung und soziale Durchmischung weiter im Vordergrund

Wien (OTS) - In seinem ersten Auftritt als frischgewählter Verbandsobmann appellierte Bernd Rießland an die Parlamentsparteien, die fast fertige WGG-Novelle noch zu beschließen. „Eine Novelle, in der sehr viel Arbeit steckt und die notwendigen Reformen beinhaltet, sollte man auf der Zielgerade nicht einfach zur Seite legen“, mahnte Rießland. „Wenn bis September alle konstruktiv an einer Stärkung für den gemeinnützigen Wohnbau arbeiten wollen, bietet die WGG-Novelle eine gute Möglichkeit dafür“, so der Obmann weiter.

Mietzinsdämpfer und Durchmischung

In seiner Rede betonte Rießland auch die preisdämpfende Wirkung der gemeinnützigen Bauvereinigungen. „Durch den großen Wohnungsbestand und die deutlich unter dem Marktniveau liegenden Mieten der Gemeinnützigen wird das Mietniveau am Wohnungsmarkt insgesamt gedämpft“, analysierte der Obmann. Auch die wichtige Funktion der sozialen Vielfalt, die in den GBV-Bauten herrscht, war Thema seiner Rede. „Die Gemeinnützigen schaffen leistbaren Wohnraum für alle Einkommensschichten, was zu einer sozialen Durchmischung der Wohnquartiere beiträgt. Das ist etwas, auf das wir stolz sein können“, strich Rießland hervor. Gerade der internationale Vergleich zeige, wie gut das österreichische System funktioniere. „Anders als in Paris oder London hat der Gemeinnützige Wohnbau in Österreich ein positives Image und verhindert das Entstehen von sozialen Brennpunkten“, so der Obmann abschließend. Dadurch leisten die gemeinnützigen Bauträger einen wichtigen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt.

Den Abschluss des öffentlichen Verbandstages bildete eine lebhafte Diskussion unter dem Rahmenmotto: „Wohnungsgemeinnützigkeit in Recht, Wirtschaft und Gesellschaft“. Aufbauend auf drei Beiträgen aus der Festschrift für den scheidenden Verbandsobmann Karl Wurm wurden wohnungspolitische und wohnwirtschaftliche Themenstellungen aufgegriffen und mit Vertretern der Branche diskutiert. „Die Debatten zeigen, wie komplex und vielfältig die Themen bei der Schaffung von leistbarem Wohnraum heute sind. Es geht um Fragen der Baulandmobilisierung, genauso wie Baunormen und Wohnbauförderungsmodellen. Als größter Teilnehmer am Wohnungsmarkt mit etwa 900.000 Wohneinheiten werden wir als Gemeinnützige unsere Expertise immer gerne zur Verfügung stellen, um weiterhin leistbaren Wohnraum in Österreich schaffen zu können.“, so der frisch gewählte stellvertretende GBV-Obmann Herwig Pernsteiner.

Der Verbandstag 2019

Über 400 Personen aus ganz Österreich nahmen am diesjährigen Verbandstag der gemeinnützigen Bauvereinigungen teil. Heuer war das Bundesland Wien Gastgeber. Der interne Teil des Verbandstages 2019 stand ganz im Zeichen von Neuerungen. Satzungsgemäß wurden Verbandsvorstand und -aufsichtsrat neu gewählt. Die Delegierten der Jahresversammlung wählten einstimmig Dipl.-Ing. Dr. Bernd Rießland (SOZIALBAU AG) zum Verbandsobmann, Dipl.-Ing. Herwig Pernsteiner (ISG) zum Verbandsobmann-Stellvertreter. Dir. Frank Schneider (LAWOG) und Mag.a Michaela Steinacker (ALPENLAND) komplettieren als Mitglieder den Verbandsvorstand. Ebenso wurde der Verbandsaufsichtsrat mit den Stimmen aller Delegierten gewählt.

Die scheidenden Obmänner wurden mit dem Ehrenring, dem höchsten Ehrenzeichen des Verbandes, ausgezeichnet. Karl Wurm wurde nach 27 Jahren Obmannschaft und Alfred Graf nach sechs Jahren als Obmannstellvertreter verabschiedet.

Biografische Daten den neugewählten Verbandsobleute

Verbandsobmann Dipl.-Ing. Dr. Bernd Rießland studierte Klavier an der Musikuniversität Wien und Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Wien. Nach vier Jahren im Wirtschaftsministerium war er bei der Erste Bank in verschiedenen Positionen im Bereich Immobilienfinanzierung tätig. Es folgten neun Jahre als Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien. Seit 2010 ist er Vorstandsmitglied der SOZIALBAU AG. Bernd Rießland ist seit mehreren Jahren Mitglied der Delegiertenversammlung des Österreichischen Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen und Repräsentant des Verbandes in internationalen Organisationen.

Verbandsobmann-Stellvertreter Dipl.-Ing. Herwig Pernsteiner studierte Raumplanung und Raumordnung an der Technischen Universität Wien und in Glasgow. Nach beruflichen Stationen bei der ZIMA Holding AG in Dornbirn und der PRISMA Holding AG in Dornbirn ist der Immobilientreuhändler und Sachverständige auch seit 2004 Vorstandsvorsitzender der Innviertler Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft (ISG). Herwig Pernsteiner war bereits Vorstandsmitglied des Österreichischen Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen – Revisionsverband, er ist weiters Obmann-Stellvertreter der Landesgruppe Oberösterreich.

Gemeinnützige Bauvereinigungen

Die 185 gemeinnützigen Bauvereinigungen sind privatrechtliche Unternehmen, die Wohnungen für brei­te Kreise der Bevölkerung zur Verfügung stel­len. Sie tun dies nicht in gewinnmaximierender, sondern in gemeinwohlorientierter Weise. Ihre Geschäftstätigkeit ist durch das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz (WGG) sowie ergänzen­de Verordnungen reguliert. GBVs verwalten derzeit über 900.000 Wohnungen, davon rund 600.000 eigene Miet- und Genossenschaftswohnungen. Die 57 GBVs der Landesgruppe Wien haben über 200.000 Wohnungen im Verwaltungsbestand und sind damit die mit Abstand größte Landesgruppe des Verbandes.

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Dr. Klaus Bichler
Öffentlichkeitsarbeit
Österreichischer Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen
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