Zukunftsgespräche: FH Campus Wien denkt Bildung neu!

Wien (OTS) - Die Digitalisierung verändert unsere Welt. Nachhaltig und tiefgreifend, aber auch unvorhersehbar. „Damit wir junge Menschen darauf bestmöglich vorbereiten, müssen wir Bildung radikal neu denken“, ist Manuel Dolderer von der CODE University in Berlin überzeugt. Er war am 16. Mai zu Gast an der FH Campus Wien. Bei den Zukunftsgesprächen diskutierte er mit Carmen Dilch und Arthur Mettinger über neue Ansätze bei der Entwicklung von Curricula, über innovative Lernkonzepte und welche Rolle Lehrende dabei künftig spielen werden.

Kollaboration, Kreativität, Neugier, kritische Urteilsfähigkeit, Unternehmer*innengeist und „Techno-Literacy“, also eine Art digitale Grundkompetenz wie Lesen, Schreiben und Rechnen, sind für den Präsident der CODE University of Applied Sciences die grundlegenden Fähigkeiten, die Menschen künftig benötigen werden, um ihre Welt aktiv mitzugestalten. „Daraus ein Curriculum zu entwickeln und junge Menschen auf diese von digitalen Technologien geprägte Welt vorzubereiten, war die Herausforderung, der wir uns auf dem Weg zur eigenen Hochschule stellen mussten“, erzählt Manuel Dolderer in seiner Keynote. 2017 gründete er gemeinsam mit Thomas Bachem und Jonathan Rüth die Berliner CODE University für digitale Pionier*innen mit dem Anspruch, dass „Uni auch anders ablaufen kann“.

Educating the Digital Pioneers of Tomorrow

Anders als an anderen Hochschulen gibt es an der CODE kein vordefiniertes, von Expert*innen entwickeltes Curriculum. „Unsere Studierenden gestalten ihr Studium im Wesentlichen selbst, lernen überwiegend an Praxisprojekten, arbeiten in interdisziplinären und internationalen Teams und das eingebettet in ein unternehmerisches Umfeld“, skizziert Dolderer das Lernkonzept der CODE. Großen Wert legt man dabei auch auf die Vermittlung und den Ausbau von Kernkompetenzen wie Kreativität, kritisches Denken und kommunikative Fähigkeiten. „Als digitale Pioniere von morgen müssen unsere Studierenden kritisch nachdenken und reflektieren lernen“, sagt Manuel Dolderer.

Neugierig sein

Was so einfach klingt, bedeutet in der Umsetzung eine radikale Neudefinition der Rolle des/der Lehrenden sowie eine völlig neue Form der Curriculumsentwicklung. Lehrende werden zu Coaches, die ihre Studierenden begleiten und beim Studium unterstützen, und Lernen heißt nicht Vorgegebenes „abarbeiten“, sondern neugierig, selbstgesteuert und eigenverantwortlich entscheiden, was gelernt wird.

Selbstgesteuert lernen

„Lehren und mit den Studierenden lernen“, so definiert Carmen Dilch, Unternehmerin und nebenberuflich Lehrende im Department Bauen und Gestalten an der FH Campus Wien, ihre Rolle: Sie versteht sich als Coach ihrer Studierenden. Dilch ist Expertin für innovative Lehrmethoden und arbeitet mit dem Flipped-Classroom-Modell. Ihre Studierende lernen stark selbstgesteuert anhand von Praxisbeispielen und mit Unterstützung durch digitale Lerninhalte. In Präsenzphasen, die für Dilch ein wichtiger Teil des Konzeptes sind, wird das selbst Gelernte dann gemeinsam vertieft und reflektiert. Das Flipped-Classroom-Modell eignet sich sehr gut, um unterschiedliche Wissensniveaus bei Studierenden auszugleichen: „Ich arbeite mit berufsbegleitend Studierenden und die verfügen oftmals über ganz unterschiedliches Wissen. Mit dem Flipped-Classroom-Konzept kann ich meine Studierenden individuell und auf ihrem Level abholen.“

Offener werden

Auch Arthur Mettinger kann der Rolle von Lehrenden als Coaches, die ihre Studierenden unterstützen und begleiten, einiges abgewinnen. Darüber hinaus muss für ihn hochschulische Bildung in Zukunft offener werden. Im Unterschied zur CODE University seien an österreichischen Fachhochschulen die Freiheiten bei der Gestaltung von Curricula derzeit enden wollend, sagt der Vizerektor für Lehre der FH Campus Wien. Deshalb gibt es seit einiger Zeit sogenannte „offene Lehrveranstaltungen“ an der FH. Studierende haben dort die Möglichkeit, Inhalte aus anderen Studiengängen kennenzulernen und sich über Studiengänge hinweg auszutauschen. Mehr Offenheit wünscht Mettinger sich künftig übrigens auch räumlich – Stichwort physische und virtuelle Learning Spaces – und in der interdisziplinären Zusammenarbeit.
Fotoalbum zur Veranstaltung

Zukunftsgespräche

Im Rahmen der Zukunftsgespräche diskutieren namhafte Expert*innen und Forscher*innen gesellschaftlich, wissenschaftlich, wirtschaftlich und politisch relevante Fragen. Das aktuelle Thema in 2019 ist die tiefgreifende Veränderung unserer Gesellschaft. Ihre Auswirkungen auf unsere Vorstellung von Bildung stand bei der Veranstaltung im Mai im Fokus, die Auswirkungen auf unsere Privatsphäre sind Thema bei der kommenden Veranstaltung im November. Die Zukunftsgespräche sind eine Veranstaltungsreihe der FH Campus Wien. Sie finden seit 2016 zwei Mal jährlich am Standort der Hochschule in Favoriten statt.
Nachberichte und Videos zu den vergangenen Zukunftsgesprächen

Zeitgenössische Kunst

Eingebettet in die Zukunftsgespräche kuratiert und präsentiert die FH Campus Wien alljährlich eine Ausstellung zeitgenössischer Künstler*innen, die sich mit dem Thema der Zukunftsgespräche auseinandergesetzt haben. Die aktuelle Ausstellung „Veränderung“, die am 15. Mai 2019 eröffnet wurde, zeigt Werke von Jeremias Altmann und Andreas Tanzer (beide A), Marianne Lang (A), Pawel Mendrek (A/PL), Kollektiv Spargut (Achim Schroeteler und Thomas Aregger, beide CH), Claudia Vogel (CH) und Anna-Sabina Zürrer (CH). Völlig unterschiedlich nähern sich die Künstler*innen in ihren Arbeiten dem Thema Veränderung und reflektieren es in einem breit gefächerten Verantwortungskontext. Alle Werke sind noch bis April 2020 an der FH Campus Wien zu sehen.

FH Campus Wien

Mit über 6.500 Studierenden ist die FH Campus Wien die größte Fachhochschule Österreichs. In den Departments Angewandte Pflegewissenschaft, Applied Life Sciences, Bauen und Gestalten, Gesundheitswissenschaften, Soziales, Technik sowie Verwaltung, Wirtschaft, Sicherheit, Politik steht ein Angebot von mehr als 60 Studien- und Lehrgängen in berufsbegleitender und Vollzeit-Form zur Auswahl.
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