ÖGB-Katzian: Mitbestimmung muss an neue Arbeitsformen angepasst werden

100 Jahre Betriebsrätegesetz – Möglichkeiten und Rechte von Betriebsräten weiterentwickeln und stärken

Wien (OTS) - „Einfach war die Arbeit von BetriebsrätInnen nie. Unsere Vorfahren haben trotz aller Meinungsunterschiede mit großem Engagement gehandelt und mit viel Weitsicht dafür gekämpft, dass Kollektivverträge Vorrang haben vor betrieblichen Vereinbarungen. Weil sie damals erkannt haben, wovon wir noch heute profitieren: die volle Verhandlungsmacht der ArbeitnehmerInnen liegt im Zusammenschluss, in der engen Zusammenarbeit von Gewerkschaften und BetriebsrätInnen“, betonte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian heute zum Auftakt des Workshops „100 Jahre Betriebsrätegesetz“. 150 BetriebsrätInnen folgten der Einladung von VOEGB und AK und beschäftigen sich heute in Wien mit neuen Formen der Mitbestimmung.

Viele Studien beweisen, dass die Arbeitszufriedenheit besser und die Fluktuation geringer ist in Unternehmen mit Betriebsräten. „Die ArbeitnehmerInnen wissen, dass Demokratie und Mitbestimmung ihr Leben und ihre Arbeit verbessern“, diese Mitbestimmung müsse immer wieder neu erarbeitet, verändert und erkämpft werden, erklärte der ÖGB-Präsident am Beispiel neuer Arbeitsformen. Der Arbeitsalltag bei Foodora wird vor allem von Apps und Algorithmen bestimmt. Normalarbeitsverhältnisse werden immer weniger, die die Zahl von Volontariaten und Praktika steigt. Immer mehr Arbeit wird outgesourct und Crowdwork-Plattformen überantwortet. Dann sind es Einzelpersonen, die plötzlich das volle unternehmerische Risiko zu tragen haben.

„Diese Entwicklungen schwächen alle ArbeitnehmerInnen“, so Katzian: „Uns geht es darum, Erreichtes zu verteidigen und weiterzuentwickeln, die Möglichkeiten und Rechte von BetriebsrätInnen weiter zu stärken. Wir kämpfen für ein gutes Leben!“

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