AK: Nur rascher und wirksamer Klimaschutz mit Arbeitnehmer-Beteiligung erspart milliardenschwere Emissionszahlungen

Wien (OTS) - „Mehr Klimaschutz gibt es nur mit den Beschäftigten, nicht gegen sie“, sagt die Leiterin der AK Abteilung Umwelt und Verkehr, Sylvia Leodolter. Sie forderte die Bundesregierung auf, „endlich konkrete Maßnahmen zu setzen“, um die Klimaziele zu verwirklichen, zu denen sich Österreich mit dem Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet hat. Dazu gehört die Einhaltung der EU-Klimaziele für 2030. Wenn Österreich das nicht schafft, könnten Zahlungen in Milliardenhöhe fällig werden – und zwar aus dem allgemeinen Steueraufkommen. Auf der Veranstaltung „Zur Zukunft von Arbeit und Umwelt“ von AK Wien und dem ÖKOBÜRO sagte Leodolter: „Der Klimawandel verursacht bereits heute hohe Schäden, die Menschen in den Städten leiden unter Hitze und Luftverschmutzung, gleichzeitig entstehen immer höhere Folgekosten in der Landwirtschaft. Der Klimawandel wird die entscheidende Vertei-lungsfrage der nächsten Jahre werden.“ Die 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung, die auch von Österreich im Rahmen der Vereinten Nationen verabschiedet wurden, sieht sie als guten Kompass, wie die Transformation unter Einbeziehung der Menschen gelingen könnte.

Klimaschutz und ArbeitnehmerInnen-Interessen zusammen denken
Die AK und die Gewerkschaften drängen darauf, dass jede Klimaschutzmaßnahme da-rauf geprüft wird, wie sie die arbeitenden Menschen in Österreich belastet. Leodolter: „Es braucht auch Konzepte, wie die Umbrüche in der Industrie so gestaltet werden können, dass die Menschen weiter fair bezahlte Arbeitsplätze finden. Außerdem sind schlüssige Aus- und Weiterbildungskonzepte gefragt. Die AK und die Gewerkschaften können hier viel Expertise einbringen.“

Mehr Ambition beim Ausbau des Öffentlichen Verkehrs
Rund 2,4 Millionen Menschen (60 % der Erwerbstätigen) pendeln in Österreich zur Arbeit. Für die meisten von Ihnen gibt es kein öffentliches Verkehrsangebot, das so schnell und preisgünstig ist, dass es das Auto ablösen könnte. „Den Ausbau des öffentlichen Personen-Nahverkehrs muss die Regierung endlich voll auf Schiene bringen“, fordert Leodolter. Nur so können nennenswerte Effekte bei der Luftqualität und bei der Kohlendioxid-Reduktion erzielt werden. „Der Verkehrsminister hat eine Nahverkehrsmilliarde versprochen, aber bis jetzt nichts konkretisiert“, so Leodolter.

Den Wandel in der Industrie rechtzeitig begleiten, Arbeitsplätze sichern
Das Beispiel Opel Aspern zeigt: Die Arbeitswelt ist im Umbruch. In einigen Branchen werden auch Arbeitsplätze wegfallen. Die Politik muss dafür jetzt Konzepte für einen fairen Übergang in den betroffenen Branchen entwickeln: Aus- und Weiterbildung und alternative Arbeitsplätze müssen die Jobverluste abfedern, die durch den raschen Wan-del, etwa den Umstieg auf E-Autos, entstehen.

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