AK: Reigen der Preiserhöhung bei Strom und Gas setzt sich fort

AK fordert eine wettbewerbsrechtliche Prüfung des Energiesektors

Wien (OTS) - Schon mit Anfang Mai erhöhte der Verbund sowohl die Strom- als auch die Gaspreise, wodurch sich die jährliche Stromrechnung für durchschnittliche StromkundInnen um 59 Euro erhöht (für GaskundInnen um 71 Euro). Wie heute angekündigt, erhöht die Wien Energie ihre Strom- und Gaspreise ab 1. Juni. Für einen durchschnittlichen Stromhaushalt (3.500 kWh pro Jahr) bedeutet dies jährliche Mehrkosten von rund 42 Euro, für einen durchschnittlichen Gaskunden (15.000 kWh pro Jahr) von rund 30 Euro pro Jahr. Auch die EVN und die Energie Burgenland erhöhen die Strom- und Gaspreise für ihre HaushaltskundInnen. Auch einige kleiner Energielieferanten und Stadtwerke haben ihre Strompreise mit Anfang Mai erhöht.

Begründet werden diese Steigerungen mit gestiegenen Großhandelspreisen und den Auswirkungen der Trennung der Strompreisgrenze zwischen Österreich und Deutschland. Tatsächlich lässt sich ein allgemeiner Anstieg der Energiepreise auf Großhandelsebene beobachten. „Allerdings sollte den Preissteigerungen genauer auf den Zahn gefühlt werden“, so Christa Schlager, Leiterin der AK Wirtschaftspolitik. Auffällig für die AK ist, dass Strompreissenkungen auf den Großhandelsmärkten in der Vergangenheit nur sehr zögerlich und nicht in voller Höhe an die HaushaltskundInnen weitergegeben wurde. Preiserhöhungen werden hingegen sehr rasch und umfangreich an die privaten Haushalte weitergereicht. Die AK fordert daher die zuständigen Aufsichtsbehörden – E-Control und Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) – auf, die neuen Entwicklungen auf den Strom- und Gasmärkten wettbewerbsrechtlich unter die Lupe zu nehmen.

Die letzte Sektorenuntersuchung der Bundeswettbewerbsbehörde für Strom und Gas ist bereits 13 Jahre her. In der Zwischenzeit hat sich die Welt der Energieerzeugung schon mehr als einmal gedreht und grundsätzlich geändert – von der Energieerzeugung über gesetzliche Regelung bis hin zu neuen Marktakteuren. Es ist daher mehr als dringend an der Zeit, die Erhöhungen der Energiepreise nicht nur zu beobachten, sondern die Ursachen der Erhöhungen zu überprüfen.

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