Attac-Kampagne gegen KöSt-Senkung: Konzerne, ihr Beitrag bitte!

Attac-Modell für progressive KöSt bringt 2,4 Mrd. Euro / Weitere Forderungen gegen Steuerdumping, Konzern-Steuertricks und gerechte Besteuerung von Kapitalgewinnen

Wien (OTS) - Attac startet heute die Kampagne gegen die Senkung der Körperschaftsteuer (KöSt) „Konzerne, ihr Beitrag bitte! Keine Senkung der Köst“. (www.attac.at/konzernsteuer) In den kommenden Wochen wird Attac Österreich mit Aktionen, Veranstaltungen und Informationsmaterialien über die schädlichen Auswirkungen des internationalen Steuerdumpings informieren und für das eigene Modell einer der progressiven Körperschaftsteuer (KöSt) werben. (1)

„Die Regierung will, dass Konzerne noch weniger zum Gemeinwohl beitragen als bisher. Mit einer generellen Senkung der KöSt auf 21 Prozent werden Konzerne etwa 1,25 Milliarden Euro weniger beitragen als bisher“, kritisiert David Walch von Attac Österreich. Zudem würde eine Senkung der Körperschaftsteuer nicht nur das ruinöse Steuerdumping in Europa weiter anheizen - auch der unfaire Wettbewerb zwischen Großkonzernen und Kleinunternehmen wird dadurch fortgesetzt.

Progressive KöSt hilft gegen Wettbewerbsverzerrungen

Zum Kampagnenstart präsentiert Attac eine Alternative zum Dumping bei Konzernsteuern: Eine progressive KöSt. Wer mehr hat, soll auch mehr beitragen. Dieses bei der Lohnsteuer gültige Prinzip der Leistungsfähigkeit sollte auch für Unternehmen gelten. Das Modell sieht drei Steuerstufen mit 22, 25 und 34 Prozent je nach Gewinnhöhe vor. 9 von 10 aller KöSt-pflichtigen Unternehmen würden dadurch gleich viel oder weniger Steuern zahlen als bisher. Das Modell würde Wettbewerbsverzerrung zwischen großen und kleinen Unternehmen entgegenwirken, da Konzerne meist effektiv viel geringere Steuersätze zahlen. Die Einnahmen der KöSt würden sich durch das Attac-Modell um rund 2,4 Milliarden Euro erhöhen. (1)

Zudem stellt Attac drei weitere Forderungen:

• Die Regierung muss das ruinöse Dumping bei den Konzernsteuern beenden anstatt es zu verschärfen. In der EU braucht es daher Mindeststeuersätze für Konzerne..
• Die Regierung darf nicht nur Lippenbekenntnisse gegen die Konzern-Steuertricks abgeben: Konzerne müssen ihre Gewinne dort versteuern, wo sie wirtschaftlich tätig sind. Die Lösung dafür heißt Gesamtkonzernsteuer. (2)
• Die Steuerprivilegien für Kapitalgewinne – etwa von AktionärInnen – müssen abgeschafft werden. Sie sollten genauso progressiv besteuert werden wie Lohneinkommen.

Diese Maßnahmen würden In Summe budgetäre Spielräume für dringend nötige Investitionen in Zukunftsbereiche wie Klimaschutz, bessere Bildung oder Pflege schaffen.

„Steuern sind die Bausteine für ein gutes Zusammenleben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sind die Steuerbeiträge gerecht verteilt, tun sie niemandem weh. Das ist aber in Österreich nicht der Fall. Jene, die am meisten haben, tragen mit einer generellen KöSt-Senkung und der – im internationalen Vergleich – viel zu niedrigen Besteuerung von Vermögen immer weniger bei“, erklärt Walch.

(1) Alle Details zur progressiven KöSt finden Sie hier.

(2) Mehr Infos zur Gesamtkonzernsteuer finden Sie hier.


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