NEOS zu Anti-Mobbing-Maßnahmen: Die einfachsten Lösungen sind nicht gleich die besten

Douglas Hoyos: „Fraglich, ob diesmal die geplanten Maßnahmen ihre Wirkung zeigen. Nette Pläne helfen wenig.“

Wien (OTS) - Wenig optimistisch reagiert NEOS-Bildungssprecher Douglas Hoyos auf den von Bildungsminister Heinz Faßmann präsentieren „9-Punkte-Plan“ gegen Mobbing an Schulen. „Prinzipiell ist es natürlich richtig und wichtig, dass sich dahingehend was tut. Zu häufig werden Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrerinnen und Lehrer Opfer von physischer und/oder psychischer Gewalt. Pläne, damit sich die Situation bessert, gibt es jedoch schon seit einem Jahrzehnt. Insofern muss die Frage zulässig sein: Was ist in all den Jahren passiert und warum konnte man Mobbing nicht erfolgreicher eindämmen? Die Gewaltopfer an Schulen fragen sich das ebenfalls“, sagt Hoyos.

Kritik übt der NEOS-Bildungssprecher an den geplanten „Time-Out-Klassen“: „Was soll das bringen? Wenn Schülerinnen oder Schüler in „Time-Out-Klassen“ geschickt werden, ist der Vorfall bereits passiert. Dieses Versetzen in solche Klassen hat etwas von „In-die-Ecke-stellen“, eine steinzeitliche Bestrafungsmethode an Schulen, die keineswegs zielführend war. „Time-Out-Klassen“ hält Faßmann offenbar für eine bequeme Lösung – ich halte sie jedoch für die falsche. Es braucht Disziplinarmaßnahmen für Schülerinnen und Schüler, die Mobbing betreiben. Ein „Time-Out“ wird niemanden abschrecken.“ Stattdessen stelle sich die Frage, was denn aus den Ombudsstellen geworden sei, die sich um Missstände an Schulen und in der Schulverwaltung hätten kümmern sollen und im Rahmen der Bildungsreform 2017 gesetzlich verankert worden sind. „Faßmann hat aus dieser Anlaufstelle für alle Schülerinnen und Schüler eine Stelle rein für Kulturfragen gemacht. Vielleicht sollte sich der Minister zuerst darum kümmern, Gesetze ausreichend zu erfüllen, bevor er an neuen Maßnahmen herumdoktert“, ärgert sich Hoyos, der dahingehend eine parlamentarische Anfrage an den Bildungsminister einbringen wird.

Abschließend macht sich Hoyos einmal mehr für weisungsfreie Mobbing-Meldestellen stark, mehr Sozialarbeiter_innen und Schulpsycholog_innen sowie eine Ausbildung für Direktor_innen. Außerdem soll es die Möglichkeit geben, sich von schwarzen Schafen unter den Lehrer_innen trennen zu können. „Die aktuellen Vorfälle zeigen erneut, dass das Lehrerdienstrecht abgeschafft gehört. Lehrerinnen und Lehrer, die offenbar am falschen Platz sind und sich grobe Dinge zuschulden kommen haben lassen, sollen gekündigt werden können, was mit dem derzeitigen Dienstrecht nicht möglich ist“, sagt Hoyos.

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