Parlament: Europa-Ausstellung am Heldenplatz eröffnet

Bewegende Momente auf dem Weg in ein vereintes Europa

Wien (PK) - Das Jahr 1989 war eines der turbulentesten im 20. Jahrhundert. Die kommunistischen Regime Osteuropas stürzten, die Zweiteilung des Kontinents fand ein Ende, die strengbewachte Grenze entlang des "Eisernen Vorhangs" öffnete sich. 30 Jahre nach dem Ende der Teilung Europas widmet das Parlament nun jenen bewegenden Momenten eine Ausstellung, die den Weg in ein vereintes Europa geformt haben. Anlässlich des Europatages wurde die Ausstellung mit dem Titel "Bewegende Momente. Das Ende der Teilung Europas" offiziell eröffnet.

"Es sind nun dreißig Jahre vergangen, in denen sich Europa weiterentwickelt hat. Von einem ursprünglichen Friedensprojekt zu einem Europa der Vielfalt, der Veränderung, aber auch der wirtschaftlichen Möglichkeiten. Das Jahr 1989 ist der Beginn eines Prozesses, der bis zum heutigen Tag andauert", sagte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka bei der Ausstellungseröffnung. Die Ausstellung möchte einen Beitrag dazu leisten, den Weg in ein vereintes Europa im kollektiven Gedächtnis der Menschen zu verankern, so der Nationalratspräsident. Der Heldenplatz biete, wie bereits die beiden vergangenen Ausstellungen zu "100 Jahre Erste Republik" und "100 Jahre Frauenwahlrecht" mit rund 100.000 interessierten Menschen den idealen öffentlichen Raum, um sich mit geschichtlichen Ereignissen auseinanderzusetzen. Die Ausstellungen seien aber auch Gelegenheit, den Heldenplatz in einem demokratischen Zusammenhang zu konnotieren. 

Das Bröckeln des "Eisernen Vorhangs" und der Fall der Berliner Mauer hätten so viel Hoffnung und Freude hervorgerufen sowie dazu geführt, dass die Demokratie in Europa zum Durchbruch gekommen ist, rief Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures in Erinnerung. "30 Jahre später haben wir die große Verpflichtung als auch Verantwortung, dass die Grundpfeiler dieses europäischen Friedensprojekts nicht unter Druck geraten", so die Zweite Nationalratspräsidentin. Auch Dritte Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller würdigte den damaligen Aufbruch in ein vereintes Europa als Möglichkeit, die Freiheit der Völker auszubauen sowie deren Zukunft in Frieden zu gestalten.

Konzipiert wurde die frei zugängliche Ausstellung am Heldenplatz von rapp & wimberger Kultur- und Medienprojekte. Man habe darauf geachtet, hinzuweisen, dass diese Revolutionen bis auf wenige Ausnahmen friedlich verlaufen seien, erläuterte Nadia Rapp-Wimberger. Dies sei bemerkenswert, zumal die Erfahrungen mit Revolutionen im Europa von damals andere gewesen seien. Die Ausstellung lade dazu ein, einen Blick darauf zu werfen, wie ruhig und besonnen diese Menschen in ihren Protesten und Verhandlungen gewesen sind.

Geschichten hinter Bildern, die in Erinnerung blieben

Auf den Standrahmen am Heldenplatz werden die politischen Zäsuren, Brüche, Proteste, Streiks und Verhandlungen in den verschiedenen Staaten Europas seit dem "Fall des Eisernen Vorhangs" thematisiert, die größtenteils von der Bevölkerung herbeigeführt wurden und aus ehemaligen Diktaturen rechtsstaatliche Demokratien gemacht und in eine Europäische Union mit 28 Mitgliedsstaaten geführt haben. Die Ausstellung erzählt die Geschichten hinter den Bildern, die ikonografisch für den Aufbruch in ein vereintes Europa stehen und bis heute in Erinnerung geblieben sind: Bilder vom Fall der Berliner Mauer, von der samtenen Revolution in Prag, vom Baltischen Weg in Estland, Lettland und Litauen, von der Revolution von innen in Ungarn oder von jenem Moment, in dem von Alois Mock und Jiří Dienstbier der Stacheldrahtzaun an der österreichisch-tschechoslowakischen Grenze durchtrennt wurde.

Die Ausstellung wirft aber auch einen Blick auf das Hier und Jetzt, indem sie junge Menschen zu Wort kommen lässt, die ohne "Eisernen Vorhang" und damit in einem Europa ohne Grenzen aufgewachsen sind.

Ab sofort starten auch die Gratisführungen zur Ausstellung.

Die 60 Minuten dauernden Führungen finden freitags um 16:30 Uhr sowie samstags um 14:30 Uhr statt, Treffpunkt ist der Infopoint des Parlaments am Heldenplatz.

Lehrlingsforum der Demokratiewerkstatt: Neues Modul "Europäische Union"

Im Vorfeld der Europawahlen startete das Parlament diese Woche neben der Ausstellung auch mit einem neuen Workshop des Lehrlingsforums der Demokratiewerkstatt. Der Lehrlings-Workshop zur Europäischen Union soll eine Anregung zur bewussten Auseinandersetzung mit dem Friedensprojekt geben sowie den jungen Menschen ermöglichen, einen persönlichen Bezugspunkt zur EU zu entwickeln. Gleichzeitig wird auch der kritische Umgang mit Informationen sowie die Notwendigkeit von Verhandlungen und Kompromissen thematisiert. (Schluss) keg

HINWEIS: Fotos von der Veranstaltung finden Sie auf der Website des Parlaments unter www.parlament.gv.at/SERV/FOTO/ARCHIV


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