Tag der Pflege/Muttertag – Holzinger: Wir brauchen ein geschlechtergerechtes Pflegesystem

Pflegende Angehörige sind in erster Linie Frauen und Mütter

Wien (OTS) - „Rund 947.000 Personen pflegen oder betreuen auf irgendeine Art und Weise ihre Angehörigen. Drei Viertel von ihnen sind Frauen. Das bedeutet, dass die Last der Pflege auf den Schultern von Ehepartnerinnen, Schwägerinnen, Schwestern, Nichten und Müttern ruht. Zum Muttertag möchte ich mich zuerst einmal bei allen Müttern für ihre unentgeltliche Erziehungs- und Familienarbeit – und auch für ihre unentgeltliche Pflegearbeit - bedanken“, sagt Daniela Holzinger, Gesundheits- und Sozialsprecherin von JETZT.

Doch ist ein Dank von einer Politikerin nicht genug. Verbessernde Konzepte sind gefragt: “Wir können das System der Pflege nicht auf die unentgeltliche Arbeit von Frauen aufbauen. Nicht selten haben wir den Fall, dass die Mütter sich um ihre Kinder, ihre Eltern und Schwiegereltern zugleich kümmern. Das ist nicht nur ungerecht. Diese Arbeitsaufteilung ist auch nicht mehr zeitgemäß. Das beste Rezept dagegen, aus meiner Sicht: Wir müssen den Pflegeberuf deutlich aufwerten, finanziell und vom gesellschaftlichen Ansehen her“, fordert Holzinger anlässlich des Zusammenfallens von Muttertag und dem Tag der Pflege.

„Entlastung kommt nicht von netten Worten, sondern von gesetzgeberischen Taten. Verbesserungen in der Pflegekarenz, Ausweitung der Ersatzpflege und Valorisierung des Pflegegelds in allen Stufen sind jetzt sofort machbar. Im Bereich der Pflegereform lässt Ministerin Hartinger allerdings aus. Ihre Versprechungen, alle relevanten Gruppen und Organisationen in einem Dialog einzubinden, hat sie gebrochen. Denn nach der Auftaktveranstaltung im März dieses Jahres, dem Pflegeforum, ist nichts mehr passiert. Die Ministerin schweigt und redet sich auf Nachfragen immer auf eine Studie heraus, deren Beauftragung intransparent erfolgt ist und deren Fragestellung sie nicht offengelegt hat“, kritisiert Holzinger.

Statt gesellschaftlicher Dialog regiert wieder die Message-Control. „Am Ende bekommen wir wohl ein Pflege-Spar-Konzept, das keine Probleme löst, sondern die Last der Verantwortung auf Frauen, und hier besonders auf Müttern, ruhen lässt. Wir werden da nicht mitspielen. Statt netter Worte und einer Bonbonniere zum Muttertag brauchen wir mutige politische Taten“, sagt Holzinger.

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