„Am Schauplatz Gericht“-Reportage „Das ist eine pure Lüge“

Am 9. Mai um 21.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Zwei Fälle, in denen das Gericht nur auf Grund von Indizien feststellen kann, wer lügt und wer die Wahrheit sagt, beschäftigen „Am Schauplatz Gericht“ am Donnerstag, dem 9. Mai 2019, um 21.05 Uhr in ORF 2. Zwei Fälle, die unterschiedlicher nicht sein könnten:

In einem Zivilprozess streitet ein „Zuagraster“ mit der Gemeinde um ein angeblich ersessenes Wegerecht. Herr W. kaufte 2013 ein Grundstück in der niederösterreichischen Gemeinde Reisenberg. Kurz darauf musste er feststellen, dass regelmäßig Spaziergänger über seinen neuen Grund gehen. Deshalb sperrte er den Weg kurzerhand ab. Das kam bei den Reisenberger Bürgern nicht gut an und der Fall landete bei Gericht. Gestritten wird um die Frage, wer seit wie vielen Jahren über den Grund von Herrn W. gegangen ist, und ob man das gutgläubig gemacht hat oder gewusst hat, dass man das eigentlich nicht darf. „Das ist eine pure Lüge“ ist eine Formulierung, die in den Streitgesprächen fast inflationär verwendet wird.

Existenzielle Themen berührte die Frage, was gelogen und was die Wahrheit ist, in einem aufsehenerregenden Strafprozess. Herr O. soll seine Freundin in der Badewanne ertränkt haben. Er bestritt die Tat und beteuerte immer wieder, dass er die in einem Dämmerzustand befindliche Freundin nur durch Abduschen aufwecken wollte. Vor Gericht wurde ihm von einem Gutachter und den Geschworenen kein Glauben geschenkt und er wurde wegen Mordes zu 18 Jahren Haft verurteilt. Als er im Gefängnis versuchte, seinen Fall neu aufrollen zu lassen, wurde er von einem Zellengenossen ermordet. Der kann nämlich Menschen nicht leiden, die „lügen, und nicht zu ihrer Tat stehen“. War Herr O. doch unschuldig, und wie konnte es passieren, dass man seine Angst vor dem Zellengenossen in der Justizanstalt nicht ernst genommen hat?

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