„kulturMontag“ am 6. Mai: 75er Helmut Berger, fotografische Familienaufstellung, neuer Hormann-Film „Nur eine Frau“

Außerdem: Dokus „Im Reich der Spiegel“ über die japanische Seele und neue „CineKino“-Folge über den französischen Film

Wien (OTS) - Clarissa Stadler präsentiert am 6. Mai 2019 ab 22.30 Uhr in ORF 2 einen „kulturMontag“, der diesmal u. a. den Schauspieler und Exzentriker Helmut Berger anlässlich seines 75. Geburtstags in den Mittelpunkt rückt. Weiters geht es u. a. um Sherry Hormanns neuen Film „Nur eine Frau“ über den Ehrenmord an einer 23-jährigen Deutschen kurdischer Herkunft sowie das jüngste Projekt des Fotografen Andreas Mühe. Danach blickt die Dokumentation „Im Reich der Spiegel“ (23.15 Uhr) von Bianca Charamsa tief in die japanische Seele und eine neue Ausgabe der Dokureihe „CineKino“ (23.45 Uhr) befasst sich mit der Entwicklung des Films in Frankreich.

Der Verdammte – Helmut Berger wird 75

Einst galt er als der schönste Mann der Welt, ein Filmgott der Cinecittà, ein Exzentriker, eine Diva, ein Größenwahnsinniger. Seine Karriere hat er in Paris und London als Dressman und Fotomodell begonnen, ehe er 1966 von Starregisseur Luchino Visconti, seinem späteren Mentor und Geliebten, für den Film entdeckt und für seine erste Rolle in „Die Verdammten“ mit einem Golden Globe als bester Nachwuchsschauspieler ausgezeichnet wurde. Er drehte an der Seite von Hollywoodstar Burt Lancaster, mit Filmikone Vittorio De Sica oder Francis Ford Coppola, doch durch seine Alkohol-, Drogen- und Sex-Skandale sank sein künstlerischer Stern. Seine Memoiren veröffentlichte Berger 1998 unter dem Titel „Ich“, jetzt bringt ein schräger Film über Familie und Wahlverwandtschaften, das Abstürzen und Wiederaufstehen den skandalumwitterten Schauspieler Helmut Berger wieder auf die Leinwand: Valesca Peters dokumentiert in „Helmut Berger, meine Mutter und ich“ die ungewöhnliche Freundschaft zwischen dem einstigen Star und seiner Mutter, die sich in den Kopf gesetzt hat, den alternden Exzentriker zu retten.

Anlässlich seines 75. Geburtstags (am 29. Mai) präsentiert ORF 2 am Sonntag, dem 2. Juni, um 23.05 Uhr, die „dokFilm“-Premiere „Helmut Berger – Der Verdammte“. 3sat zeigt am Samstag, dem 25. Mai, um 20.15 Uhr Valesca Peters‘ Dokumentarfilm „Helmut Berger, meine Mutter und ich“. Um 21.35 Uhr folgt Luchino Viscontis Spielfilm „Gewalt und Leidenschaft“ mit Helmut Berger und Oscar-Preisträger Burt Lancaster aus dem Jahr 1974 – in ORF 2 zu sehen am Freitag, dem 31. Mai, um 23.20 Uhr.

Eine Frage der Ehre – Sherry Hormanns jüngster Film „Nur eine Frau“

Der 2005 verübte Ehrenmord an Hatun Sürücü, einer 23-jährigen Deutschen kurdischer Herkunft, durch den eigenen Bruder sorgte für Entsetzen und löste eine heftige Debatte über Zwangsehen und Wertvorstellungen von in Deutschland lebenden muslimischen Familien aus. Denn dieser Fall war und ist kein Einzelfall: Eine Studie des Bundeskriminalamtes geht von einem Dutzend Tötungsdelikten in Deutschland jährlich aus, die „im Kontext patriarchalisch geprägter Familienverbände“ verübt werden, um Frauen für ihren „westlichen“ Lebenswandel zu bestrafen. Diesem Thema geht die amerikanische Regisseurin Sherry Hormann in ihrem auf dem Fall Sürücü basierenden dokumentarischen Spielfilm „Nur eine Frau“ auf den Grund. Die Produktion schildert die Emanzipation einer selbstbewussten jungen Frau, aber auch die Geschichte einer gescheiterten Integration.

Eine deutsche Familie – Spannendes neues Projekt des Fotografen Andreas Mühe

Er ist der Lieblingsfotograf der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und weiß die deutsche Brachial-Band Rammstein richtig in Szene zu setzen. Andreas Mühe, der sich in seiner Fotokunst gerne mit seiner Heimat auseinandersetzt, stammt aus einer prominenten deutschen Familie. Der 40-jährige Berliner ist der älteste Sohn des berühmten Schauspielers Ulrich Mühe, seine Mutter ist die Regisseurin und Theaterintendantin Annegret Hahn und auch Schwester Anna Maria Mühe machte als Schauspielerin Karriere. Für seine aktuelle Ausstellung im „Hamburger Bahnhof“ tritt Mühe nun die Flucht nach vorne an und liefert mit „Mischpoche“ eine Art Familienaufstellung. Die Geister, die er rief, hat er in einem morbid-raffinierten Spiel zwischen Fotografie und Dreidimensionalität wiederauferstehen lassen. Eine ganze Reihe seiner Vorfahren ließ Mühe als lebensechte Figuren nachbilden. So steht u. a. sein Vater zwischen zwei seiner drei Frauen. Am Ende soll daraus ein fotografisches Familienbild entstehen, das die Verstorbenen und Lebenden vereint. Andreas Mühe über Family Affairs, Heimatgefühle und Politik.

Dokumentation „Im Reich der Spiegel“ (23.15 Uhr)

150 Jahre ist es her, dass Japan sich der Welt öffnete und mit Riesenschritten den Anschluss an die Moderne suchte. Allerdings blieb dabei einiges auf der Strecke. Manche Tradition steht in krassem Widerspruch zu den Erfordernissen der neuen, globalisierten, schnelllebigen Zeit. Die japanische Schauspielerin Kaori Momoi, Stararchitekt Tadao Ando, der Künstler Takahiro Iwasaki und die Regisseurin Naomi Kawase gewähren in Bianca Charamsas Dokumentation Einblick in die japanische Seele. Dabei taucht immer wieder das Bild des Spiegels auf, das im Westen für Narzissmus steht, im Osten hingegen für die Leere, in der alles entstehen kann – im besten Fall Selbsterkenntnis.

„CineKino – Frankreich“ (23.45 Uhr)

Frankreich und das Kino – eine traditionsreiche und leidenschaftliche Liebesgeschichte, von der seit jeher entscheidende Impulse für das europäische Filmschaffen ausgingen. In zehn Kapiteln lässt der Film wichtige Momente der französischen Filmgeschichte Revue passieren:
Von der Erfindung des Kinos durch die Brüder Lumière zur technischen Erneuerung des Kinos mit Jean-Pierre Jeunets Welterfolg „Die fabelhafte Welt der Amélie“ über die bedeutendste Filmhochschule Frankreichs, den IDHEC, zu Napoleon, der zu mehr als 400 Filmen inspirierte. Und natürlich huldigt „CineKino“ Catherine Deneuve, die seit mehr als sechs Jahrzehnten das französische und europäische Kino prägt. Regie: Matthias Luthhardt, Laurent Heynemann.

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