Steuerreform: Gewinner sind die Großkonzerne

SWV Matznetter: KMU und Selbstständige brauchen neuen Investitionsfreibetrag und vorzeitige Abschreibung

Wien (OTS) - „Es grenzt an Wahnwitz, dass diese Bundesregierung, die Steuerreform als Entlastung der Mittelschicht verkaufen will“, stellt Christoph Matznetter, Präsident des SWV Österreich fest.

Maßnahmen für kleine Unternehmen längst überfällig

„Es ist offensichtlich, dass die Zuckerln für die kleinen und mittelständischen Unternehmen nur der Ablenkung dienen. Sowohl die Erhöhung der Umsatzgrenze auf 35.000 Euro bei der Kleinunternehmen-Regelung als auch die Anhebung der geringwertigen Wirtschaftsgüter auf 1.000 Euro sind alleine aufgrund der Inflation anzupassen und längst überfällig. Im Wirtschaftsparlament und im Nationalrat fordern wir diese Anpassungen schon lange ein“, erklärt Matznetter weiter.

Nach Gewinn gestaffelte KöSt durch Industrieinteresse blockiert

Vor kurzem hieß es noch, dass die KöSt nach Gewinn gestaffelt werden könnte. So hätten kleinere Unternehmen mit bis zu 100.000 Euro Gewinn nur 15% KöSt zahlen müssen. Dieser Geistesblitz konnte durch die Industrie aber schnell wieder abgedreht werden. Eine Senkung zugunsten der KMU wurde aus Regierungskreisen bereits Sonntagabend dementiert. „Die wahren Gewinner dieser Steuerreform sind eindeutig die Industrie und die Großkonzerne. Dabei bilden gerade die kleinen und mittelständischen UnternehmerInnen dieses Landes das Herz und das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft“, kritisiert Matznetter.

Investitionsfreibetrag und vorzeitige Abschreibung müssen her!

Auch die Erhöhung des Investitionsfreibetrages war laut Medienberichten im Gespräch für die Steuerreform. Dadurch hätte ein größerer Effekt auf die österreichische Gesamtwirtschaft erzielt werden können. „Damit auch kleine Unternehmen handlungsfähiger werden, brauchen wir einen neuen Freibetrag für Investitionen und eine vorzeitige Abschreibung, wie sie jahrelang in Österreich Praxis war“, so Matznetter. Diese Maßnahmen würden die Entwicklung der Löhne sowie die Beschäftigungsquote in Österreich fördern. Das hat erst im Dezember 2018 eine Studie des Instituts für höhere Studien belegt.

Die Rechnung tragen Selbstständige, EPU, KMU und ArbeitnehmerInnen

Die Senkung der KöSt dagegen betrifft kleine Unternehmen nur in einem minimalen Ausmaß, der größte Nutzen fließt ins Ausland. Österreich beteiligt sich dadurch an einem Steuerwettbewerb nach unten. „Unser Konzernkanzler Kurz kann sich dadurch zwar seinen nächsten Wahlkampf finanzieren, am Ende des Tages sind es aber die Selbstständigen, EPU, KMU und ArbeitnehmerInnen die die Rechnung dafür tragen müssen. Das ist Politik für Großkonzerne und nicht für die Mittelschicht!“, schließt Matznetter ab.


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