• 29.04.2019, 15:24:01
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Kärnten: Wie Digitalisierung die Ausbildung umkrempelt

Zeitgemäße Fachkräfteausbildung ist entscheidend für die Fortsetzung des österreichischen Erfolgswegs, ist Digitalisierungsministerin Schramböck überzeugt.

Utl.: Zeitgemäße Fachkräfteausbildung ist entscheidend für die
Fortsetzung des österreichischen Erfolgswegs, ist
Digitalisierungsministerin Schramböck überzeugt. =

Klagenfurt (OTS) - Österreichs Wirtschaft läuft gut und wächst
stärker als Deutschland oder der Euroraum. Damit das so bleibt, lässt
Margarete Schramböck, Bundesministerin für Wirtschaftsstandort und
Digitalisierung, alle rund 200 Lehrberufsbilder überarbeiten,
aktualisieren und, wenn notwendig, neu entwerfen. So wird aus dem
traditionellen Maurer ein „Hochbauspezialist“, der das traditionelle
Handwerk und modernste digitale Kompetenz in sich vereint. Oder aus
dem Fahrradmechaniker ein Fahrradmechatroniker, dessen Ausbildung
aktuellen Trends wie E-Bikes, Scooter oder Hoverboards Rechnung
trägt. Schramböck heute bei einem Pressegespräch mit WK-Präsident
Jürgen Mandl und IV-Präsident Timo Springer in Klagenfurt: „Wir haben
auch den Beruf des Dachdeckers grundlegend erneuert. Schließlich ist
das Dach heute ein mit Sensoren bestücktes Multifunktionsinstrument,
da kann man nicht nach den Standards von 1973 ausbilden.“

Die Lehre als erfolgreiche Ausbildungsform habe in den vergangenen
Jahren eine Trendwende durchgemacht, in Kärnten sei beispielsweise
die Zahl der Lehranfänger in den Betrieben im vergangenen Jahr um
neun Prozent gestiegen, während jene in überbetrieblichen
Ausbildungsstätten um 27 Prozent zurückgegangen sei. Diesen
Erfolgskurs will Schramböck halten: „Unser Ziel ist es, rund 10.000
junge Asylberechtigte und die heute noch in überbetrieblicher
Ausbildung stehenden etwa 8.000 Jugendlichen in die reguläre
Lehrausbildung einzugliedern - das ist besser für ihr Leben und
besser für den Standort.“

Digitale Kompetenz sei allerdings nicht nur für Jugendliche, sondern
in allen Lebenslagen wichtig - auch für Senioren, betonte Schramböck:
„Es ist erforderlich, sie im Sine der sozialen Teilhabe auch
mitzunehmen.“ Um die Notwendigkeit für digitale Aus- und
Weiterbildung breit in der Bevölkerung zu verankern, dient der
„Digital Austria Day“ am 22. Oktober, an dem 1000 österreichische
Unternehmen ihre Tore öffnen und digitale Anwendungen zeigen werden.
Für Leitbetriebe und KMU gemeinsam werden auch digitale „Bootcamps“
veranstaltet und die „KMU digital“-Initiative fortgesetzt, kündigte
Schramböck an: „98,8 Prozent der österreichischen Betriebe sind KMU.
Nur gemeinsam werden wir als Standort erfolgreich sein.“

Eine Standortbestimmung, die IV-Präsident Timo Springer für die
Kärntner Industrie in Anspruch nimmt. Nach einem gelungenen
Strukturwandel weise Kärnten mit 17 Prozent den höchsten Anteil an
High-tech-Beschäftigten österreichweit auf, die Industrie schaffe 54
Prozent der Bruttowertschöpfung des Landes und gebe der Hälfte aller
Beschäftigten Arbeit. Mit dem Silicon Alps Cluster – gemeinsam mit
Oberösterreich und der Steiermark – und den Silicon Labs in
Kooperation mit Joanneum Research verfolge Kärnten eine klare
Strategie, die allerdings in Sachen Digitalisierung noch fehle,
mahnte Springer: „Sie sollte in einem umfassenden Arbeitskreis aller
Beteiligten festgelegt werden.“

WK-Präsident Mandl ist stolz auf die Leistungen der Industriebetriebe
im Land, aber appelliert an die Geschlossenheit als Erfolgsfaktor:
„Es wird entscheidend sein, dass wir alle Unternehmensgrößen auf die
digitale Reise mitnehmen. Dabei darf es keine Überraschungen geben,
die eine Disruption mit sich bringen, die uns allen wehtut.“ Um das
zu vermeiden, hat sich auch Kärnten an der Ausschreibung der
Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft für einen Digital
Innovation Hub beworben – gemeinsam mit BABEG, Joanneum Research,
Lakeside Labs sowie Universität und Fachhochschule.

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