Feiertags-„matinee“ am 1. Mai: Muliar-Porträt und „Genial österreichisch – Vergessene Pioniere“

Wien (OTS) - Herausragende Österreicher stellt die „matinee“ am Staatsfeiertag, am Mittwoch, dem 1. Mai 2019, um 9.05 Uhr in ORF 2 ins Rampenlicht. So lässt zunächst das Filmporträt „,Damit ich nicht vergess’, Ihnen zu erzählen ...‘ – Erinnerungen an Fritz Muliar“ das bewegte Leben des Schauspielers und rastlosen Kritikers anlässlich dessen 10. Todestages am 4. Mai Revue passieren. „Genial österreichisch – Vergessene Pioniere“ (9.50 Uhr) stehen anschließend im Fokus des von Teresa Vogl präsentierten ORF-Kulturvormittags.

„,Damit ich nicht vergess’, Ihnen zu erzählen‘ – Erinnerungen an Fritz Muliar“ (9.05 Uhr)

Erfolgreich als Schauspieler, Kabarettist, Regisseur und Autor gehörte der Wiener Fritz Muliar über Jahrzehnte zu den bedeutendsten Bühnenpersönlichkeiten Österreichs. Er war als Künstler vielseitig und wandelbar. Aus seiner politischen Überzeugung machte Muliar kein Geheimnis und bezog stets offen Stellung zu gesellschaftspolitischen Entwicklungen. Die Dokumentation von Kurt Schmutzer und Silvia Heimader blickt auf die prägenden Stationen seiner Lebensgeschichte zurück.
1940 wurde der Jungschauspieler in den Krieg eingezogen, landete jedoch wenig später wegen „wehrkraftzersetzender“ Äußerungen im Gefängnis der Wehrmacht, wo er Zwangsarbeit und Strafbataillon der Nazis überlebte. Über Raimundtheater, Volkstheater, Josefstadt und Burgtheater spielte sich Fritz Muliar schließlich in die erste Liga der heimischen Bühnengrößen. Neben zahlreichen Theaterrollen trugen auch seine Arbeit für Werbung, Radio und Fernsehen sowie sein politisches Engagement zu seiner medialen Omnipräsenz bei.
Zwei Tage nach Abschluss des Staatsvertrags im Mai 1955 heiratete Fritz Muliar seine zweite Ehefrau Franziska Kalmar: „Österreich ist frei – und ich nimmermehr. Beides macht mich glücklich“, ließ er damals ausrichten. An der Seite seiner Frau, die als erste Fernsehsprecherin in die ORF-Geschichte einging, wurde Muliar auch zum Pionier des Fernsehens in Österreich: Als Bockerer, als braver Soldat Schwejk oder als Erzähler jüdischer Witze schrieb er sich ins Gedächtnis des österreichischen und deutschen Fernsehpublikums ein. Fritz Muliar war es vergönnt, bis an sein Lebensende auf der Bühne zu stehen – im Jahr 2009 starb er im Alter von 89 Jahren.

„Genial österreichisch – Vergessene Pioniere“ (9.50 Uhr)

Historische Sätze und Bilder sind Teil unseres kulturellen Gedächtnisses. Wer erinnert sich nicht an Zitate wie „I werd narrisch!“ oder „Österreich ist frei!“? Zudem lassen sich diese Sätze mit Leichtigkeit dem entsprechenden Ereignis zuordnen – der jubelnde Hans Krankl oder der Belvedere-Balkon sind allgegenwärtig. Sätze und Bilder wie diese stehen exemplarisch für bedeutende historische Ereignisse und sind damit identitätsstiftend und -erhaltend. Sie sind aber nicht nur gesellschaftlich, sondern auch medienhistorisch bedeutungsvoll, wurden unter interessanten Bedingungen aufgenommen, zeugen „von einer anderen Zeit“ und werden somit gerne als historische Wahrheit akzeptiert. Nur: Wer weiß, dass gerade diese genannten Zitate in ihrer ursprünglichen Form verändert wurden? Der Film von Siegfried Steinlechner blickt hinter die Kulissen des audiovisuellen österreichischen Erbes und zeigt die Bedeutung der österreichischen Medienpioniere sowie deren Leistungen. Das Wirken dieser Vorreiter fordert die Pioniere von heute, die mit ihren oft sehr einfachen Mitteln versuchen zu retten, was noch zu retten ist.

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