„Tibets Weg zur Weisheit“ und „Der Kampf um den Riesenbuddha“ in „kreuz und quer“ – am 30. April ab 22.35 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Im tibetischen Hochland, wo die Wolken zum Greifen nah scheinen, führt die buddhistische Nonne Ani Rigsang das Leben einer Nomadin. Sie hat sich auf eine Pilgerfahrt begeben, um den vielfältigen spirituellen Traditionen ihrer Heimat nachzuspüren, die durch die von China kontrollierte rasante Modernisierung des Landes zunehmend bedroht sind. Hamid Sardars „kreuz und quer“-Dokumentation „Tibets Weg zur Weisheit“ begleitet Ani Rigsang auf ihrer Reise durch Tibet und zeigt am Dienstag, dem 30. April 2019, um 22.35 Uhr in ORF 2 die Wanderung der Nonne vor dem Hintergrund der spektakulären Landschaft Tibets mit schneebedeckten Bergen und grünen Tälern. Ani Rigsang besucht Städte und weit abgelegene Orte – buddhistische Klöster, einen Friedhof besonderer Art, eine Einsiedelei. Und sie spricht mit unterschiedlichen Menschen auf ihrem Weg zur Erleuchtung.

In der zentralchinesischen Provinz Sichuan erhebt sich am Zusammenfluss dreier Flüsse die größte je in Stein gehauene Buddha-Figur der Welt: der Große Buddha von Leshan. Mehr als 1.300 Jahre hat die große Skulptur Kriege und Naturkatastrophen unbeschadet überstanden. Doch nun nagt der Zahn der Zeit an ihr: Schädliche Umwelteinflüsse und ein nie versiegender Besucherstrom setzen der Buddha-Figur zu. Steven R. Talleys Film „Der Kampf um den Riesenbuddha“ (23.25 Uhr) zeigt, wie sich ein chinesisches Wissenschafterteam für die Bewahrung dieses Wunderwerks engagiert.

„Tibets Weg zur Weisheit“ – Ein Film von Hamid Sardar (ORF-Bearbeitung: Sabine Aßmann)

Der Dokumentarfilmer und Fotograf Hamid Sardar hat Ani Rigsang vor mehr als 15 Jahren erstmals in ihrem Kloster nahe der tibetischen Hauptstadt Lhasa getroffen. Als er von ihrem Plan einer Pilgerreise erfährt, beschließt er, sie auf dieser Reise zu begleiten. Es ist eine besondere Reise, denn Ani Rigsang wandert auf den Spuren einer tibetischen Gründungslegende: Der Sage nach wurde ganz Tibet von einer riesigen Dämonin bedeckt, die für alles Leid der Menschheit verantwortlich war. Um sie zu bändigen, wurden entlang ihrem Körper zwölf Tempel erbaut. Eine Heerschaar von Kriegermönchen meditierte an all diesen heiligen Orten, um die Dämonin zu besänftigen. Ani Rigsang folgt dem Pfad – auf der Suche nach dem geheimen Wissen, das einst in den zwölf Tempeln gelehrt wurde. Ausgehend von der Stadt Yarchen, Treffpunkt von Mystikern und Yogis, macht sie sich auf ihre Wallfahrt zu den heiligen Orten des tibetischen Buddhismus.

Gemeinsam reisen der Dokumentarfilmer und die wandernde Nonne durch das tibetische Hochland von Station zu Station. Sie besuchen Sêrtar, eine der größten buddhistischen Akademien Tibets mit rund 50.000 Studierenden. Der Film zeigt aber auch, wie sehr die tibetische Kultur von einer mystischen Naturverbundenheit geprägt ist. Auf dem Friedhof von Traling werden die Körper der Toten den Geiern dargeboten. Diese Himmelsbestattung ist gemäß buddhistischem Glauben eine Passage auf dem Weg zur Reinkarnation – wenn der Geist nach endlosen Wiedergeburten schließlich zum unsterblichen Lichtkörper wird. Am Yilung-See scheint die Zeit stillzustehen — und Ani Rigsang trifft den Einsiedler Lama Dorgyal, den die Menschen auch den „verrückten Heiligen“ nennten. Von ihm erhofft sie sich weise Ratschläge, die ihr auf ihrer Suche nach Erleuchtung helfen sollen. Das abgelegene Kloster Gebchak schließlich markiert das Ende der Reise. Es ist das letzte tibetische Kloster, in dem die geheimen Yogas praktiziert werden. Hier will Ani Rigsang endlich erfahren, wie sie den ersehnten Zustand des Lichts erreichen kann, der das Ende eines buddhistischen Lebenskreislaufs markiert.

Die Dokumentation versucht, neben der atemberaubenden Landschaft Tibets die mystischen und magischen Elemente des Buddhismus zu zeigen. Tibet wird hier zu einem Ort, an dem sich Traum und Realität berühren. Und der Buddhismus verspricht einen Übergang in die friedvolle Ewigkeit: „Wenn du den Ort jenseits der Gedanken erreichst, findest du dort nichts als Liebe. Indem wir uns in Lichtkörper verwandeln, werden wir unsterblich und können über die gesamte Menschheit wachen“, erklärt die Äbtissin von Gebchak Ani Rigsang am Ende der gemeinsamen Reise mit dem Dokumentarfilmer. Der Körper, so heißt es, löse sich am Ende einfach in Licht auf. Ani Rigsangs Weg aber ist noch nicht zu Ende. Sie schreitet weiter auf ihrem ganz persönlichen Weg der Erleuchtung.

„Der Kampf um den Riesenbuddha“ – Ein Film von Steven R. Talley

Nahe der chinesischen Stadt Leshan vereinigen sich die drei Gewässer Min Jiang, Dadu und Qingyi. Am Zusammenfluss bildeten sich in der Vergangenheit gefährliche Stromschnellen und Wasserwirbel, die eine enorme Beeinträchtigung für die Schifffahrt darstellten. Immer wieder kenterten Boote, viele Schiffer ertranken in den tosenden Fluten. Und so überlegte im Jahr 713 der buddhistische Mönch Haitong, was er dagegen unternehmen könne. Nach langer Meditation kam er zur Einsicht, nur Buddha selbst könne die gefährlichen Strömungen beruhigen, und er beschloss, eine riesige Buddhastatue aus der Felswand am Flussufer zu erschaffen. Als er die Finanzierung seines Vorhabens gefährdet sah, soll er – als Zeichen seiner Frömmigkeit – sein Augenlicht geopfert haben.

Bei der Anfertigung der riesigen Skulptur wurde sehr viel Sandstein abgetragen und im Fluss deponiert, und das führte zu einer Beruhigung der Strömung. So hat der fromme Mönch Haitong doch sein Ziel erreicht, das Leben der Bootsleute zu schützen. Die gewaltige Figur ist 71 Meter hoch und damit der größte je in Stein gehauene Buddha. Damit dieses Meisterwerk, das im Jahr 1996 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde, auch künftigen Generationen erhalten bleibt, sind aufwendige Konservierungsmaßnahmen erforderlich. Die Dokumentation „Kampf um den Riesenbuddha“ begleitet ein Team aus chinesischen Geologen und Archäologen bei ihrem Versuch, den Buddha von Leshan vor dem Untergang zu bewahren.

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